Der Stadtbezirk An Sinh in der Provinz Quang Ninh hat Kulturpolitik zur zentralen Triebfeder seiner Entwicklungsstrategie erklärt. Auf Basis der Resolution Nr. 17-NQ/TU vom 30. Oktober 2023 will die Verwaltung historische Werte sowie religiöse und traditionelle Einrichtungen nicht nur schützen, sondern aktiv als Ressource für nachhaltiges Wachstum nutzen.
Kulturelles Erbe als Entwicklungsressource
An Sinh beansprucht im Westen der Provinz eine bedeutende Stellung: Der Bezirk beherbergt den historischen Komplex der Tran-Dynastie, der Teil des von der UNESCO anerkannten Ensembles «Yen Tu – Vinh Nghiem – Con Son, Kiet Bac – Historische Stätten und Sehenswürdigkeiten» ist. Laut den Behörden verwaltet der Bezirk derzeit zwei besondere nationale Denkmäler und führt eine Inventarliste mit weiteren geschützten Stätten.
| Bestand | Anzahl |
|---|---|
| Besondere nationale Denkmäler | 2 |
| Historische Stätten auf nationaler Ebene | 2 |
| Historische Stätten auf Provinzebene | 2 |
| Weitere historische Stätten | 8 |
| Religiöse/spirituelle Einrichtungen (jährlich gepflegt) | 54 |
| Traditionelle Feste (jährlich) | 11 |
Von Denkmalschutz zu Tourismusangeboten
Neben dem Schutz der Kulturgüter fördert der Bezirk gezielt auch touristische Infrastrukturen und Dienstleistungen. Zu den genannten Attraktionen gehören das Quang Ninh Tor, ein Golfplatz sowie mehrere ökologische Landschaften, die nach Angaben der Verwaltung den wirtschaftlichen und touristischen Raum erweitern sollen. Ziel ist es, traditionelle Kulturwerte sichtbar zu halten und zugleich neue Einkommensquellen zu erschliessen.
„Bei der Umsetzung der Resolution 17-NQ/TU hat das Volkskomitee des Bezirks die Ziele und Aufgaben durch Pläne, Programme und Richtlinien, die den lokalen Gegebenheiten entsprechen, konkretisiert. Der Bezirk hat die Umsetzung der Resolution mit sozioökonomischer Entwicklung, Verwaltungsreform, digitaler Transformation, Tourismus und Denkmalschutz verknüpft.“
Dieses Zitat stammt von Nguyen Van Son, stellvertretender Vorsitzender des Volkskomitees des Bezirks An Sinh. Es macht deutlich, dass die Behörden nicht allein auf kulturelle Bewahrung setzen, sondern Kulturpolitik als Querschnittsaufgabe begreifen, die Verwaltung, Digitalisierung und Wirtschaft verbindet.
Finanzierung und Umsetzung
Die Umsetzung erfolgt demnach nicht nur über staatliche Mittel: Der Bezirk mobilisiert zusätzliche Ressourcen, um Programme in Bereichen wie Tourismusentwicklung und Denkmalschutz zu realisieren. Konkrete Projekte oder Budgets nennt die Quelle nicht. Klar ist jedoch, dass An Sinh versucht, lokale Besonderheiten in handhabbare Pläne und Richtlinien zu übersetzen, um sowohl den Schutz des Erbes als auch dessen Nutzung für die lokale Entwicklung zu gewährleisten.
- Integration von Schutz und Nutzung: Kultur soll sowohl bewahrt als auch wirtschaftlich nutzbar gemacht werden.
- Querschnittsansatz: Verknüpfung von Kulturpolitik mit digitaler Transformation und Verwaltungsreform.
- Touristische Diversifizierung: Nutzung von Kultur-, Sport- und Ökoangeboten zur Erweiterung des Reiseziels.
Für Beobachter ist interessant, wie An Sinh die Balance zwischen Erhalt und Kommerz schafft: Die Pflege von 54 religiösen Einrichtungen und 11 traditionellen Festen deutet auf eine lebendige lokale Kultur hin. Zugleich stehen diese Werte im Spannungsfeld mit wachsendem Tourismus und Infrastrukturprojekten. Die Behörden signalisieren, dass sie diesen Wandel durch Planung und Mobilisierung von Mitteln steuern wollen.
Die Verbindung von UNESCO-geschütztem Erbe und lokalen Entwicklungszielen macht An Sinh zu einem Beispiel dafür, wie Regionen kulturelle Identität als wirtschaftlichen Hebel einsetzen können. Ob dies langfristig zu nachhaltigem Wohlstand und zugleich zu einem respektvollen Umgang mit dem Erbe führt, hängt von der konkreten Umsetzung der angekündigten Programme und der Transparenz bei Finanzierung und Partizipation ab.
Die Quelle der Informationen ist eine Meldung des lokalen Medienportals N Báo Quảng Ninh vom 12. August 2026.