Die vietnamesische Wertpapierkommission hat den Status mehrerer Unternehmen als börsennotierte Gesellschaften widerrufen. Betroffen sind unter anderem die TPO – Saigon Port Joint Stock Company (SGP) sowie die Golden Gate Group Joint Stock Company. Die Behörde begründet die Maßnahmen mit formalen Mängeln bei der Aktionärsstruktur beziehungsweise bei den Registrierungsverfahren.
Saigon Port: Aktionärsstruktur erfüllt Vorgaben nicht
Die Saigon Port Joint Stock Company hat der staatlichen Wertpapierkommission ein Schreiben übermittelt, wonach das Unternehmen die gesetzlichen Anforderungen für eine Notierung nicht erfülle. Konkret weist SGP nicht die geforderte Streuung der Stimmrechte auf: Es müssen mindestens 10 % der Stimmrechte von mindestens 100 Investoren gehalten werden, die keine Großaktionäre sind. Aktuell halten Aktionäre, die nicht zu den Großaktionären zählen, laut Unternehmen über 18 Millionen Aktien, was lediglich 8,35 % des Grundkapitals entspricht.
Trotz der formalen Mängel verzeichnete der Hafenbetreiber im ersten Halbjahr dieses Jahres operative Zuwächse: Die Einnahmen beliefen sich auf über 579 Milliarden VND, ein Plus von fast 8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Nachsteuergewinn stieg auf mehr als 275 Milliarden VND, ein Anstieg von 27 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen zeigen, dass die betrieblichen Kennziffern positiv entwickelten, die Publikumsstreuung der Aktien jedoch nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Golden Gate: Registrierungsverfahren nicht abgeschlossen
Auch die Golden Gate Group Joint Stock Company wurde über die Aufhebung ihres Status als börsennotierte Gesellschaft informiert. Das Unternehmen teilte mit, dass die Wertpapierregistrierungsverfahren bei der Vietnam Securities Depository and Clearing Corporation (VSDC) noch nicht abgeschlossen seien. Darüber hinaus seien die Aktien nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, zum Handel an der Börse von Ho-Chi-Minh-Stadt (HoSE) zugelassen worden. Golden Gate betreibt ein Gastronomie‑Ökosystem mit mehr als 600 Betrieben.
Weitere Kapitalmarkt‑Signale
Parallel zu den Widerrufen gaben diese Woche zudem mehrere Unternehmen ihre Dividendenstichtage bekannt. Insgesamt meldeten 20 Gesellschaften Termine für Dividendenzahlungen; 16 davon planen Barausschüttungen, die Spanne reicht von 3 % bis 100 %. Die übrigen Gesellschaften schütten Dividenden in Form von Aktien aus. Diese Mitteilungen zeigen, dass trotz regulatorischer Eingriffe operative Ausschüttungen und Investorenkommunikation weiterlaufen.
- Betroffene Gesellschaften: Saigon Port (SGP), Golden Gate Group und weitere Unternehmen
- Hauptgründe für den Widerruf: Zu geringe Streuung der Stimmrechte (SGP), nicht abgeschlossene Registrierungsverfahren bei der VSDC (Golden Gate)
- Operative Kennzahlen SGP H1: Einnahmen > 579 Mrd. VND; Nachsteuergewinn > 275 Mrd. VND
| Unternehmen | Grund für Widerruf | Relevante Kennzahl |
|---|---|---|
| Saigon Port (SGP) | Stimmrechtsstreuung unter Mindestanforderung | 8,35 % Streuung; Einnahmen > 579 Mrd. VND; Gewinn > 275 Mrd. VND |
| Golden Gate Group | Registrierungsverfahren bei VSDC nicht abgeschlossen | Über 600 Gastronomiebetriebe im Portfolio |
Die Maßnahmen der Wertpapierkommission richten sich formal gegen die Nichteinhaltung von Transparenz‑ und Registrierungsauflagen. Für Anleger bedeuten solche Widerrufe einen eingeschränkten Handel mit den betroffenen Papieren und potenziell eingeschränkte Liquidität. Für die Unternehmen selber kann ein Entzug des Status als börsennotierte Gesellschaft die Kapitalaufnahme am öffentlichen Markt erschweren und den Zugang zu institutionellen Investoren reduzieren.
Für die vietnamesischen Börsen und Aufsichtsbehörden ist der Schritt ein Signal, regulatorische Anforderungen strikt durchzusetzen. Ob und unter welchen Bedingungen die betroffenen Gesellschaften ihre Notierungsfähigkeit wiederherstellen können, hängt von der Erfüllung der genannten Auflagen — etwa einer deutlich breiteren Streuung der Aktionäre beziehungsweise dem Abschluss der VSDC‑Registrierung — ab. Anleger und Marktteilnehmer werden die weiteren Auflagen und mögliche Nachreichungen der Unternehmen genau beobachten müssen.