Die Thüringer Forschungs- und Ingenieurgesellschaft K-UTEC AG ist international stärker in Projekte zur Gewinnung von strategischen Rohstoffen eingebunden. Nach Angaben des Vorstandschefs Heiner Marx ist das Unternehmen in mehr als 40 Ländern tätig. Einer der aktuellen Schwerpunkte liegt auf der Gewinnung von Lithium, vor allem aus Salzseen in Südamerika; ein weiterer Bereich ist die Gewinnung von Magnesium.
Breites Leistungsprofil von Exploration bis Anlagenplanung
Die Wurzeln der K-UTEC AG liegen in der Kali-Forschung in Nordthüringen. Heute bietet das Unternehmen laut Marx ein weites Spektrum an Dienstleistungen: von der Erkundung und Bewertung von Lagerstätten über Verfahrensentwicklung und Anlagenplanung bis hin zur Nutzung unterirdischer Hohlräume. Zur Unterstützung der Forschung und Entwicklung betreibt K-UTEC ein eigenes Technikum für Pilotanlagen, das Prozesse im kleineren Maßstab testet und skaliert.
Projekte und regionale Bedeutung
Ein konkretes Beispiel ist ein in Bleicherode laufendes Projekt zur Magnesiumgewinnung, das vom Land Thüringen gefördert wird. Dieses Vorhaben befindet sich noch im Forschungs- und Entwicklungsstadium. Marx verweist zudem auf potenzielle Lithiumvorkommen in Deutschland, etwa im Oberrheingraben und in den Wässern ehemaliger Gaslagerstätten, betont aber, dass man hier erst am Anfang stehe.
„Seit Gründung haben wir noch nie rote Zahlen geschrieben.“
Mit Blick auf die Produktpalette hebt Marx hervor, dass Lithium vor allem für Akkus und Autobatterien gebraucht wird, während Magnesium unter anderem für Leichtbauteile in der Automobil- und Luftfahrtindustrie Verwendung findet und auf der EU-Liste kritischer Rohstoffe steht. Die Nutzung vorhandener Lagerstätten rund um ehemalige Gruben in Thüringen sei ein Thema, da dort große Mengen an Magnesiumchlorid vorhanden seien. Es gehe darum, Verfahren zu entwickeln, mit denen sich daraus reines Magnesium für industrielle Anwendungen gewinnen lasse.
- Standorte: Mehr als 40 Länder, mit Projekten in Südamerika und Europa.
- Mitarbeiter: Rund 120 Beschäftigte, überwiegend Spezialisten.
- Schwerpunkte: Lithiumgewinnung aus Salzseen, Magnesiumprojekte, Verfahrensentwicklung, Pilotanlagen.
Zahlen, Fakten, technologische Kapazitäten
Zur Jahresfeier: Die K-UTEC AG begeht am 19. August ihr 75-jähriges Bestehen. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 120 Mitarbeiter, darunter zahlreiche Spezialisten für Rohstofftechnik und Bergbauverfahren. Ein zentrales Asset ist das Technikum, das als Testumgebung für Pilotanlagen dient und die Überleitung von Laborverfahren in die industrielle Anwendung ermöglicht.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Gründungsjahr (Jubiläum) | 75 Jahre (19. August) |
| Beschäftigte | ~120 |
| Aktive Länder | Mehr als 40 |
Kontext und Konsequenzen
Die Aktivitäten der K-UTEC AG spiegeln ein größeres europäisches Interesse wider, die Versorgungsketten für Batterierohstoffe und Leichtbaumaterialien zu diversifizieren. Lithium ist zentral für die Energiewende und die Elektromobilität, Magnesium spielt eine Rolle bei der Gewichtsreduktion von Fahrzeugen und Flugzeugen. Die Entwicklung geeigneter Aufbereitungs- und Extraktionsverfahren ist technologisch anspruchsvoll und erfordert Pilotversuche, wie sie K-UTEC in seinem Technikum durchführt.
Dass ein Unternehmen mit regionalen Wurzeln international tätig ist und zugleich lokale Potenziale – etwa in ehemaligen Kali-Lagerstätten – prüft, unterstreicht die Relevanz von Forschung und Technologie für die Rohstoffsicherung. Förderprojekte wie jenes in Bleicherode zeigen zudem, wie Landesmittel eingesetzt werden, um Technologien zur Rohstoffgewinnung voranzutreiben.
Für die Industrie bedeutet das: Verbesserung der Wertschöpfungsketten, mögliche Verringerung der Abhängigkeit von außereuropäischen Lieferanten und Perspektiven für neue industrielle Anwendungen. Für die Politik bleibt die Frage, wie Förderinstrumente, Zulassungsverfahren und Nachhaltigkeitsauflagen so gestaltet werden können, dass technologische Entwicklung und Umweltschutz zusammenlaufen.
Die K-UTEC AG positioniert sich damit als ein Akteur, der technische Lösungen für ein drängendes Problem der europäischen Industrie anbietet: die sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Gewinnung kritischer Rohstoffe.