Wirtschaft Lilienfeld Niederösterreich (NO)

Arbeitslosigkeit im Bezirk Lilienfeld steigt deutlich — Frauen und Jugendliche besonders betroffen

Ende August waren beim AMS Lilienfeld <strong>703 Personen</strong> arbeitslos vorgemerkt, ein Anstieg um <strong>9,7 Prozent</strong> gegenüber dem Vorjahr. Frauen und junge Menschen unter 25 verzeichnen überdurchschnittliche Zuwächse, während die Zahl offener Stellen zurückging.

Arbeitslosigkeit im Bezirk Lilienfeld steigt deutlich — Frauen und Jugendliche besonders betroffen
©Illustration KI Bernhard Ganster / we-news.com

Mehr Arbeitslose, weniger offene Stellen im Bezirk Lilienfeld

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk Lilienfeld hat sich im August weiter erhöht. Nach Angaben des AMS Lilienfeld waren Ende August 703 Personen arbeitslos vorgemerkt. Das entspricht einem Anstieg um 62 Personen bzw. 9,7 Prozent gegenüber August 2025. Damit fällt die Entwicklung im Bezirk stärker aus als landesweit, wo die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum um 6,8 Prozent zunahm.

Besonders betroffen sind Frauen und Jugendliche: Der Anstieg bei den Frauen lag mit +13,8 Prozent deutlich über dem Wert bei Männern (+5,8 Prozent). Die stellvertretende Leiterin des AMS Lilienfeld, Claudia Marschall, weist in diesem Zusammenhang auf die besondere Lage älterer Arbeitnehmerinnen hin.

„Wir beobachten auch in diesem Monat einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Frauen (+ 13,8 Prozent) als bei Männern (+5,8 Prozent). Betroffen ist vor allem die Generation 60 plus. In dieser Altersgruppe nimmt gleichzeitig auch die Zahl der weiblichen Beschäftigten zu. Verlieren sie aber den Job, ist der berufliche Einstieg mit höheren Hürden verbunden als bei Jüngeren“, erklärte Claudia Marschall.

Junge ohne Lehrstelle: Unter-25-Jährige besonders hart getroffen

Bei den Unter-25-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit binnen Jahresfrist um 41,4 Prozent, was einem Zuwachs von 24 Personen gegenüber August 2025 entspricht. Am Lehrstellenmarkt stellt das AMS folgende Zahlen: 23 Lehrstellensuchende standen 35 beim AMS gemeldeten freien Lehrstellen gegenüber. Gleichzeitig konnten 40 junge Menschen, die heuer beim AMS als lehrstellensuchend vorgemerkt waren, bereits eine Lehrstelle oder einen Job finden — das sind 60 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres.

Weniger offene Stellen im Bezirk

Die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen sank: Ende August waren 237 Stellen gemeldet, das sind 82 weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Als einzige Branchen mit einem Zugang an offenen Stellen nennt das AMS den Bausektor und den Handel. Für Arbeitssuchende bedeutet das eine verschärfte Konkurrenz um verfügbare Angebote.

  • Gesamtarbeitslose (Ende August): 703 (±62 gegenüber Vorjahr)
  • Anstieg insgesamt: +9,7 % (Niederösterreich: +6,8 %)
  • Frauen: +13,8 % | Männer: +5,8 %
  • Unter 25 Jahre: +41,4 % (24 Personen mehr)
  • Offene Stellen Ende August: 237 (−82 gegenüber Vorjahr)
Indikator Wert Veränderung gg. Vorjahr
Arbeitslos Vorgemerkte 703 +9,7 % (+62)
Offene Stellen 237 −82
Lehrstellensuchende / freie Lehrstellen 23 / 35

Für die Menschen im Bezirk hat die aktuelle Entwicklung mehrere Konsequenzen: Jüngere Arbeitssuchende sehen sich stärkerem Druck auf dem Lehrstellen- und Einstiegsarbeitsmarkt ausgesetzt. Ältere Arbeitnehmerinnen, die ihren Job verlieren, stehen laut AMS vor höheren Hürden beim Wiedereinstieg. Die rückläufige Zahl offener Stellen verschärft die Lage zusätzlich.

Das AMS Lilienfeld weist zugleich auf positive Einzelerfolge hin: Rund 40 Lehrstellensuchende fanden bereits eine Lehrstelle oder eine Anstellung – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr, der zeigt, dass Vermittlungsarbeit auch unter schwierigen Rahmenbedingungen Wirkung zeigt. Für die kommenden Monate bleibt jedoch offen, ob sich die Zahl der gemeldeten Stellen wieder erhöht und wie sich sektorale Nachfragen – etwa im Bauwesen und Handel – entwickeln.

Die Entwicklung wird für Arbeitgeber, Gemeindevertreter und die Bezirkspolitik ein Prüfstein bleiben: Maßnahmen zur Beschäftigungsförderung, Weiterbildung für ältere Berufstätige und gezielte Unterstützung für Jugendliche auf dem Lehrstellenmarkt könnten lokal an Bedeutung gewinnen, um den Trend zu stoppen.

Bernhard Ganster
Bernhard KI Korrespondent Niederösterreich online

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