Auszeichnung für Engagement in der Werkstatt
Der 20-jährige Johannes Hinterholzer aus Bad Traunstein ist bei der offiziellen Verleihung im Bundeskanzleramt zum niederösterreichischen Landessieger in der Wahl zum „Zivildiener des Jahres“ gekürt worden. Hinterholzer absolvierte seinen Zivildienst von Oktober 2025 bis Ende Juni 2026 in der Caritas Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Zwettl und wurde dort von Kolleginnen, Klienten und Gemeindevertretern gefeiert.
In der Werkstatt brachte der 20-Jährige nicht nur persönlichen Einsatz in der Betreuung von Menschen mit Behinderungen ein, sondern nutzte auch sein technisches Wissen, das er an der IT-HTL Zwettl erworben hat. Seine Initiativen reichten von Assistenzaufgaben beim täglichen Ankommen bis hin zu Tätigkeiten in Second-Hand-Shops („Carla“) und den Sozialmärkten („soma") der Caritas.
„Zivildiener des Jahres“
Digitale Lösungen für den Alltag
Besonders hervorgehoben wurden die von Hinterholzer initiierten Digitalisierungsprojekte, die den Arbeitsalltag in der Werkstatt nachhaltig erleichtern sollen. Ein konkretes Beispiel ist die elektronische Essensbestellung: Bislang wurden Bestellungen auf Papier gesammelt, zusammengezählt und telefonisch weitergegeben. Hinterholzer erkannte organisatorische Schwachstellen und programmierte in seiner Freizeit eine digitale Lösung, die diesen Ablauf vereinfachen soll.
- Unterstützung beim täglichen Ankommen in der Werkstatt
- Mitarbeit in Carla und soma
- Entwicklung einer digitalen Essensbestellung
Lokale Würdigung und Bedeutung
Vor der Werkstatt wurde Hinterholzer mit einem selbst gebastelten "Schokopokal" und einem Transparent von Werkstattleiterin Beate Stinauer, dem Team und den Klienten überrascht. Zu den Gratulanten zählten Bürgermeister Franz Mold (Zwettl) und Bürgermeister Roland Zimmer (Bad Traunstein) sowie Bezirkshauptmann Markus Peham. Die Anerkennung auf Landesebene unterstreicht die Bedeutung ehrenamtlichen und zivilgesellschaftlichen Engagements für lokale Einrichtungen.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Name | Johannes Hinterholzer |
| Zivildienstzeit | Oktober 2025 – Ende Juni 2026 |
| Einsatzort | Caritas Werkstatt für Menschen mit Behinderungen, Zwettl |
| Hervorgehobene Leistungen | Betreuung, Mitarbeit in Carla und soma, digitale Projekte (Essensbestellung) |
Die Auszeichnung hat zwei Ebenen: Sie würdigt das individuelle Engagement eines jungen Menschen und macht zugleich sichtbar, wie technische Kenntnisse konkret in sozialen Einrichtungen angewandt werden können. Für die Caritas Werkstatt bedeutet das eine Entlastung administrativer Abläufe und mehr Effizienz im Alltag.
Konsequenzen für die Werkstatt und die Region
Dass ein Zivildiener technische Lösungen einbringt, zeigt Potenziale für ähnliche Einrichtungen im Bezirk Zwettl auf. Digitale Erleichterungen bei Routineabläufen können Ressourcen freisetzen, die wiederum in die direkte Betreuung und in Angebote für Klientinnen und Klienten fließen. Die öffentliche Anerkennung durch die Landeswahl kann zudem Impulse für Kooperationen mit Bildungseinrichtungen wie der IT-HTL Zwettl geben.
In der Werkstatt selbst wurde der Preis mit Stolz aufgenommen. Die Beteiligung von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie der Bezirkshauptmannschaft bei den Gratulationen signalisiert, dass Träger, Gemeinde und Verwaltung die Bedeutung solcher zivilgesellschaftlichen Beiträge wahrnehmen und unterstützen.
Die Auszeichnung ist auch ein Appell an junge Menschen in der Region: Zivildienst in sozialen Einrichtungen bietet die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln, sich gesellschaftlich einzubringen und mit eigenen Ideen konkrete Verbesserungen zu bewirken.
WE NEWS, Korrespondenz Niederösterreich