HOLLABRUNN. Der werkRaum Hollabrunn der Psychosozialen Zentren (PSZ) ist offiziell eröffnet worden. Bereits seit Dezember 2025 in Betrieb, bietet die Einrichtung im Gewerbegebiet Menschen mit psychischer Erkrankung Regelarbeit, Begleitung und eine geregelte Tagesstruktur. Die offizielle Eröffnung am 10. September 2026 machte die Bedeutung des Angebots für Teilhabe und regionale Vernetzung sichtbar.
Angebot: Arbeit, Struktur, Begleitung
Der werkRaum richtet sich an Menschen, die Unterstützung beim Schritt zurück in den Alltag und in die Arbeitswelt benötigen. Angeboten werden Vollzeit- und Halbtagsplätze; die Teilnehmenden übernehmen zum Teil Aufträge für Unternehmen aus der Region und führen Fertigungstätigkeiten durch, unter anderem für Siemens Austria. Neben der Produktion gibt es derzeit eine Küchenwerkstatt sowie eine Re- und Upcycling-Werkstatt. Eine Digitalisierungswerkstatt ist geplant, die das Leistungsangebot erweitern soll.
„Arbeit ist weit mehr als Broterwerb. Sie gibt unserem Tag Struktur, schafft Gemeinschaft und stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten“,
so Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz, die die Rolle von Beschäftigung für die soziale Integration hervorhob.
Der werkRaum verbindet soziale Unterstützung mit regionaler Wirtschaft. Landesrat Anton Kasser bezeichnete den Standort als wichtigen Baustein für eine wohnortnahe psychosoziale Versorgung und betonte, dass Investitionen in Prävention und Rehabilitation Investitionen in die Zukunft seien. Auch Bürgermeister Alfred Babinsky ließ eine Stellungnahme ausrichten: Der werkRaum gebe Struktur, Aufgaben und das gute Gefühl, gebraucht zu werden; die Kooperation mit Betrieben könne sowohl den teilnehmenden Personen als auch den Unternehmen Nutzen bringen.
Ziele und Perspektiven
Für die PSZ-Geschäftsführerin Andrea Stoick steht die Selbstständigkeit der Teilnehmenden im Mittelpunkt. Professionelle Begleitung, soziale Kontakte und eine verlässliche Tagesstruktur sollen Schritt für Schritt die Rückkehr in ein selbstbestimmtes Leben unterstützen. Der Ansatz kombiniert Rehabilitation mit praktischer Arbeit und Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft.
- Standort: Gewerbegebiet Hollabrunn (seit Dezember 2025 in Betrieb, offiziell eröffnet im September 2026)
- Angebote: Vollzeit- und Halbtagsplätze, Küchenwerkstatt, Re-/Upcycling-Werkstatt, geplante Digitalisierungswerkstatt
- Kooperationen: Auftragsarbeiten für regionale Betriebe, unter anderem Siemens Austria
- Ziel: Tagesstruktur, Arbeitserfahrung, soziale Integration und Förderung der Selbstständigkeit
Die Kombination aus geregelter Arbeit und psychosozialer Begleitung ist auf Langfristigkeit ausgelegt. Das Angebot soll Teilhabe ermöglichen, indem es sinnvolle Aufgaben bereitstellt und zugleich professionelle Unterstützung bei gesundheitlichen und sozialen Fragestellungen bietet.
| Bereich | Aktueller Status |
|---|---|
| Küchenwerkstatt | In Betrieb |
| Re-/Upcycling-Werkstatt | In Betrieb |
| Digitalisierungswerkstatt | Geplant |
| Zusammenarbeit mit Betrieben | Bestehend (u. a. Siemens Austria) |
Die Eröffnung im Hollabrunner Gewerbegebiet unterstreicht den Versuch, psychosoziale Unterstützung stärker in die lokale Struktur einzubinden und so wohnortnah Hilfeleistungen anzubieten. Für die Region bedeutet das Angebot nicht nur eine bessere Versorgung von Menschen mit psychischer Erkrankung, sondern auch potenzielle Synergien mit Betrieben, die Aufträge vergeben oder Arbeitsplätze schaffen wollen.
Langfristig geht es nach Angaben der Beteiligten darum, die Teilnehmenden zu stabilisieren und ihnen Perspektiven zu eröffnen. Der Fokus liege auf Schritt-für-Schritt-Vorgehen und auf der Stärkung von Selbstvertrauen durch konkrete Arbeitsaufgaben. Die Kombination aus Arbeit, Begleitung und kooperativen Strukturen soll dabei helfen, Menschen wieder in gesellschaftliche und berufliche Abläufe zu integrieren.
Der werkRaum ist ein Beispiel dafür, wie psychosoziale Angebote und wirtschaftliche Akteure vor Ort zusammenfinden können. Welche Wirkung das Angebot mittelfristig haben wird, bleibt abzuwarten; die Verantwortlichen sehen darin jedoch einen wichtigen Beitrag zur regionalen Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik.