Das für diesen Montag angesetzte Treffen der Außenminister der Staaten am Persischen Golf im Oman ist nach Angaben aus Maskat verschoben worden. Der omanische Außenminister Badr al‑Busaidi erklärte auf der Plattform X, die Entscheidung sei "im Interesse des Konsenses" getroffen worden. Nähere Angaben zu Gründen oder einem neuen Termin nannte er nicht. Eine erste Reaktion aus Teheran oder von den anderen beteiligten Golfstaaten lag zunächst nicht vor.
Festgefahrener Plan und vorab sichtbare Spannungen
Berichten zufolge war vorgesehen, dass Iran und Oman bei dem Treffen eine Vereinbarung vorstellen sollten, die den festgefahrenen Konflikt um die Straße von Hormuz adressieren sollte. Die anderen Golfstaaten waren laut iranischer Nachrichtenagentur Mehr lediglich eingeladen, um über die Details der Vereinbarung informiert zu werden. Bereits im Vorfeld hatten sich jedoch Spannungen zwischen den eingeladenen Staaten abgezeichnet.
- Bahrain kündigte an, das Treffen zu boykottieren. Der Inselstaat war im Krieg Ziel massiver iranischer Raketenangriffe gewesen.
- Vereinigte Arabische Emirate signalisierten, keinen Außenminister zu entsenden, sondern lediglich einen Staatssekretär.
- Iran und Oman sollten ursprünglich die vorgeschlagene Vereinbarung präsentieren.
Das gut informierte Webportal "amwaj" berichtete ebenfalls von Spannungen bei den geladenen Staaten. Ob diese Differenzen für die Verschiebung ausschlaggebend waren, bleibt offen; offizielle Angaben aus Maskat sprachen nur vom Anliegen, einen Konsens zu wahren.
„Im Interesse des Konsenses“
Warum die Straße von Hormuz so wichtig ist
Die Straße von Hormuz ist seit Beginn des Iran‑Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Teheran und Washington geworden. Vor dem Krieg lief über die Meerenge rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte. Neben Rohöl werden über die Route auch Flüssiggas und Düngerexporte aus den Golfstaaten abgewickelt. Einschränkungen im Schiffsverkehr belasten die Weltwirtschaft und haben bereits auf internationaler Ebene politischen Druck erzeugt.
| Faktor | Bedeutung |
|---|---|
| Öltransporte | Rund ein Fünftel des Welthandels lief früher durch die Meerenge |
| Betroffene Güter | Rohöl, Flüssiggas, Dünger |
| Regionale Spannungen | Konflikt zwischen Iran und USA; Uneinigkeit unter Golfstaaten |
Folgen und offene Fragen
Die Verschiebung wirft mehrere Fragen auf. Zunächst ist offen, ob und wann eine neue Runde stattfinden soll. Die öffentliche Begründung mit dem Konsens verweist zwar auf diplomatische Vorsicht. Zugleich macht sie die Schwierigkeiten deutlich, eine gemeinsame Linie unter Staaten zu finden, die unterschiedlich stark vom Konflikt betroffen sind und verschiedene außenpolitische Allianzen pflegen.
Für die Weltwirtschaft bleibt die Lage fragil. Schon jetzt beeinträchtigt der Konflikt den Schiffsverkehr durch die Meerenge, was die Unsicherheit über Lieferungen und damit Preisschwankungen am Ölmarkt verstärkt. Politisch steht die Verschiebung auch für die begrenzten Möglichkeiten regionaler Vermittlung, solange einzelne Staaten Boykotte ankündigen oder nur unter Vorbehalt teilnehmen.
Offiziell bestätigt ist lediglich die Verschiebung und der Verweis auf den Konsens. Reaktionen der betroffenen Staaten, insbesondere aus Teheran, stehen noch aus. Ob die Idee einer Vereinbarung zwischen Iran und Oman weiterverfolgt wird, wird damit zur zentralen Frage für die kommenden Tage.
Die weitere Entwicklung wird nicht nur für die Anrainerstaaten, sondern auch für Verbraucher und Märkte außerhalb der Region wichtig bleiben. Die internationale Beobachtung richtet sich nun auf neue diplomatische Initiativen und auf die Frage, ob es gelingt, die wirtschaftlichen Risiken durch politische Lösungen zu mindern.