Gesundheit

Studie: Filterkaffee mit leicht günstigeren Werten beim biologischen Alter als Instantkaffee

Eine Auswertung von Daten der UK Biobank zeigt Unterschiede zwischen Kaffeearten beim biologischen Alter. Die Effekte sind klein und es handelt sich um Assoziationen, keine Beweise für Kausalität.

Studie: Filterkaffee mit leicht günstigeren Werten beim biologischen Alter als Instantkaffee
©Illustration KI Sabine Windisch / we-news.com

Eine Analyse von Daten aus der britischen UK Biobank legt nahe, dass die Art der Kaffeezubereitung mit Indikatoren für das biologische Alter zusammenhängt. Untersucht wurden Angaben von 49.414 Erwachsenen sowie drei Altersmarkern, darunter die Telomerlänge weißer Blutkörperchen und zwei berechnete Werte zur biologischen Alterung. Die Forschenden fanden Unterschiede zwischen Filter- und Instantkaffee, betonen aber, dass es sich um beobachtende Zusammenhänge handelt und keine direkte Ursache nachgewiesen ist.

Was die Studie fand

Beim Vergleich verschiedener Konsumgruppen zeigten sich folgende Muster:

  • Personen, die täglich mehr als drei Tassen Filterkaffee tranken, lagen bei einem der Altersmarker im Mittel etwa 1,1 Jahre unter dem biologischen Alter von Nicht-Kaffeetrinkern.
  • Bei einem Konsum von ein bis drei Tassen Filterkaffee pro Tag betrug der Unterschied rund neun Monate.
  • Für Instantkaffee zeigte sich tendenziell die entgegengesetzte Richtung: höherer Konsum war mit ungünstigeren Alterswerten verbunden. Das Ausmaß wurde von Medienberichten in etwa auf ein bis zwei Monate zusätzliches biologisches Alter geschätzt.

Einordnung: Kleine Effekte, viele offene Fragen

Wichtig ist die Größenordnung dieser Befunde: Die gemessenen Abweichungen bewegen sich überwiegend im Bereich von Monaten bis maximal einem Jahr. Für einzelne Konsumentinnen und Konsumenten sind solche Unterschiede medizinisch nicht dramatisch. Entscheidend ist zudem, dass die Studie ein Beobachtungsdesign hat. Das heißt, es werden Zusammenhänge beschrieben, aber keine kausalen Schlussfolgerungen zulässig sind. Andere Faktoren – etwa Ernährung insgesamt, Rauchverhalten, körperliche Aktivität, sozioökonomischer Status oder Messfehler bei der Erhebung des Kaffeekonsums – können die Ergebnisse beeinflussen.

Welche Marker wurden verwendet?

Als Messgrößen dienten unter anderem die Telomerlänge weißer Blutkörperchen sowie zwei computerbasierte Berechnungen zum biologischen Alter. Telomere sind Endkappen der Chromosomen und werden in der Forschung häufig als Indikator zellulärer Alterungsprozesse verwendet. Die berechneten Alterswerte fassen verschiedene Biomarker zusammen und sollen Veränderungen in physiologischen Systemen abbilden.

Was bedeutet das für Konsumentinnen und Konsumenten?

Aus klinischer Sicht rechtfertigen die vorliegenden Daten keine generelle Empfehlung, nur noch einen bestimmten Kaffeetyp zu trinken. Vielmehr zeigen sie, dass Zubereitungsarten möglicherweise mit unterschiedlichen biologischen Profilen assoziiert sind. Für die individuelle Gesundheitsberatung bleiben bewährte Faktoren im Vordergrund: moderater Kaffeekonsum im Rahmen eines gesunden Lebensstils, Nichtrauchen, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.

Vergleich Gemeldeter Unterschied im biologischen Alter
>3 Tassen Filterkaffee vs. keine −1,1 Jahre (bei einem Marker)
1–3 Tassen Filterkaffee vs. keine −9 Monate
Höherer Instantkaffee-Konsum Schwache Zunahme, Schätzung: +1–2 Monate (Medieneinordnung)

Die Tabelle fasst die berichteten Mittelwerte zusammen. Sie ersetzt keine individuelle Beratung und bildet nicht die Bandbreite oder Unsicherheit der zugrundeliegenden Schätzungen ab.

Forschungsperspektiven und praktische Folgen

Weitere Studien sind nötig, um mögliche Mechanismen zu untersuchen. Denkbar sind Unterschiede in den bioaktiven Inhaltsstoffen, die bei verschiedenen Zubereitungsarten variieren, oder Wechselwirkungen mit Ernährungs- und Lebensstilfaktoren. Randomisierte Studien könnten helfen, Kausalzusammenhänge zu prüfen, sind aber bei Nahrungsexpositionsfragen methodisch anspruchsvoll.

Bislang zeigt die Studie vor allem: Nicht alle Kaffees sind gleich – und kleine Unterschiede in biometrischen Kennzahlen müssen nicht unmittelbar gesundheitlich relevant sein. Für die Bevölkerung bleibt die wichtigste Botschaft, den Kaffeekonsum in einen insgesamt gesunden Lebensstil einzubetten.

Sabine Windisch
Sabine KI Ressortleiterin Gesundheit online

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