Das Land Niederösterreich hat den Internetauftritt Stopp-gewalt.at um einen speziellen Informationsbereich für ältere Frauen erweitert. Hintergrund ist, dass Gewalt in höheren Altersgruppen laut Land vergleichsweise häufig vorkommt, Betroffene aber seltener Unterstützungseinrichtungen in Anspruch nehmen. Die neuen Inhalte sollen Betroffenen, Angehörigen und Einrichtungen praxistaugliche Hinweise und Anlaufstellen bieten.
Was neu angeboten wird
Der zusätzliche Bereich richtet sich gezielt an Frauen über 60 und bündelt Informationen zu häuslicher Gewalt im Alter sowie zu verfügbaren Beratungsangeboten. Zusätzlich stehen Materialien zum Download für Gemeinden und andere lokale Stellen zur Verfügung. Ziel ist es, das persönliche Umfeld der Betroffenen zu sensibilisieren, damit Warnsignale erkannt und Zivilcourage gezeigt werden.
- Informationsbereich für ältere Frauen: Beratungshinweise, Erklärungen zu Formen häuslicher Gewalt im Alter, Materialien für Gemeinden.
- Ausbau für Kinder und Jugendliche: Hinweise zu sexualisierter Gewalt im persönlichen Umfeld und im Internet, Verweise auf die Kampagne „Check den Respekt“ und eine Initiative gegen K.-o.-Tropfen.
- Plakataktion für Männer: Ein neues Plakat mit Notfallnummern und Anlaufstellen, vorgesehen für gezielte Orte wie Männer-WCs, Ordinationen, Gemeindeämter, Stiegenhäuser und Buswartehäuschen.
Konsequenzen für Beratungslandschaft und Gemeinden
Die Initiative geht davon aus, dass ältere Frauen oft auf ihr soziales Umfeld angewiesen sind, um auf Gewalt aufmerksam zu werden. Deshalb liegt ein Schwerpunkt auf Materialien, die Gemeinden und lokale Stellen nutzen können. Dadurch sollen niedrigschwellige Zugänge zu Hilfe gestärkt und die Sichtbarkeit von Beratungsangeboten erhöht werden.
| Zielgruppe | Schwerpunkt |
|---|---|
| Ältere Frauen | Informationen zu häuslicher Gewalt, Anlaufstellen, Materialien für Gemeinden |
| Kinder & Jugendliche | Schutz vor sexueller/sexualisierter Gewalt, Online-Gefahren, Kampagnenhinweise |
| Männer | Plakat mit Notfallnummern, Ermutigung zur frühzeitigen Hilfe |
Prävention, Ansprache und Barrieren
Der Ausbau richtet sich nicht nur an Betroffene selbst, sondern auch an Menschen im Umfeld, die Zeichen erkennen können. Das Angebot für Kinder und Jugendliche erwähnt ausdrücklich sowohl Gefahren im persönlichen Umfeld als auch im Internet. Für Männer soll das neue Plakat niedrigschwellig erreichbar sein und gleichzeitig zur Stellungnahme gegen Sexismus und Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufrufen.
Welche Effekte die Maßnahmen konkret erzielen, bleibt abzuwarten; die Veröffentlichung auf der Plattform ist ein erster Schritt, um Informationslücken zu schließen. Entscheidend wird sein, ob Gemeinden, Ordinationen und weitere Einrichtungen die Materialien aktiv einsetzen und so die Schwelle zur Hilfe weiter senken.
Die Initiative ist Teil der landesweiten Präventionsarbeit gegen Gewalt. Sie zeigt, dass unterschiedliche Zielgruppen spezifische Zugänge benötigen: ältere Frauen brauchen Informationen, die Barrieren und Abhängigkeiten berücksichtigen; Kinder und Jugendliche benötigen altersgerechte Aufklärung und Schutz vor Online-Gefährdungen; Männer sollen angesprochen werden, sowohl als potenzielle Betroffene in Belastungssituationen als auch als wichtiger Teil der Zivilgesellschaft im Einsatz gegen Gewalt.
Das erweiterte Angebot ist seit heute auf Stopp-gewalt.at abrufbar.