Wien – Aus der Schau „Glanzstücke" im Museum für angewandte Kunst (MAK) in der Wiener Innenstadt ist am Donnerstagnachmittag ein wertvolles Collier gestohlen worden. Die Tat wurde nach Angaben der Polizei in der Nacht auf Freitag angezeigt; die beiden mutmaßlichen Täter ergriffen zuvor die Flucht.
Tatablauf und Spurensicherung
Die beiden Männer betraten das Museum gegen 14.00 Uhr und verhielten sich zunächst wie normale Besucher, erklärte eine Polizeisprecherin. Vor den Augen mehrerer Zeugen schlugen die Täter eine Glasvitrine ein und entwendeten das ausgestellte Schmuckstück.
„Sie schlugen dann eine Glasvitrine ein“, erklärte Polizeisprecherin Anna Gutt.
Wie die Einsatzkräfte weiter mitteilten, konnten Lichtbilder der Tatverdächtigen gesichert werden. Die Männer flohen in unbekannte Richtung. Die Polizei veröffentlichte Beschreibungen: beide etwa 170 bis 175 Zentimeter groß, schlanke Statur, dunkles Haar, dunkler Bart, schwarze Oberbekleidung und dunkle Turnschuhe mit weißer Sohle.
Objekt, Provenienz und Wert
Aufgrund der Angaben des MAK und der Museumswebsite handelt es sich bei dem entwendeten Stück um ein historisch bedeutendes Halscollier, das einst Königin Nasli von Ägypten gehört haben soll. Die Beschriftung der Ausstellung verzeichnet, dass die Königin das Schmuckstück 1939 bei der Hochzeit ihrer Tochter Fausia mit dem damaligen iranischen Kronprinzen Mohammad Reza Pahlavi trug.
Technische Angaben des Museums und von Auktionsdatenbanken nennen folgende Merkmale des Colliers:
- 673 Diamanten
- mehr als 200 Karat
- Auktionspreis 2015: knapp 4,3 Millionen US-Dollar (~3,7 Millionen Euro)
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anzahl Diamanten | 673 |
| Gesamtkarat | mehr als 200 |
| Versteigerung (2015) | knapp 4,3 Mio. USD (~3,7 Mio. EUR) |
Reaktionen von Museum und Behörden
Das MAK gab zunächst keine detaillierten Angaben zum Diebstahl bekannt. In einer Aussendung teilte das Museum am Abend mit, dass die Einrichtung mit Ausnahme der betroffenen Ausstellung weiterhin geöffnet bleibe. Man gehe davon aus, dass die Schau in Kürze wieder für Besucherinnen und Besucher zugänglich sein werde. Das Institut betonte zugleich, dass dank des raschen Einschreitens von Sicherheitspersonal und Polizei niemand verletzt worden sei und der Vorfall „unter Kontrolle“ gebracht werden konnte.
Die Polizei führt die Ermittlungen fort. Lichtbilder der mutmaßlichen Täter liegen vor; die Behörden haben Beschreibungen veröffentlicht und bitten um Hinweise aus der Bevölkerung.
Kontext und mögliche Folgen
Der Diebstahl trifft ein Objekt mit ausgewiesener Provenienz und hohem Marktwert. Solche Fälle haben mehrere Konsequenzen: Ermittlungen richten sich auf die Spurensicherung, die internationale Zusammenarbeit zur Rückführung von Kunstwerken sowie strafrechtliche Ermittlungen gegen Täter und mögliche Abnehmer auf dem Markt für hochpreisige Kulturgüter. Zudem werden Sicherheitskonzepte von Museen allgemein überprüft, insbesondere bei Leihgaben von renommierten Häusern oder Schmuckhäusern wie Van Cleef & Arpels, dessen Preziosen Teil der Schau sind.
Bislang gibt es keine Hinweise dazu, ob die Täter im Auftrag handelten oder in welchem Umfang ein möglicher Weiterverkauf geplant ist. Die Ermittlungen, auch zu Fluchtwegen und möglichen Mittätern, laufen.
Die Polizei bittet Personen, die sachdienliche Hinweise zu den beschriebenen Männern oder zum Verbleib des Colliers geben können, sich zu melden. Informationen können entscheidend sein, um das historische Schmuckstück zu sichern und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.