Gesellschaft

Naturschutzverbände kündigen Klagen an: Streit um Fortsetzung der Gänsesäger-Jagd bis 2031

LBV, Bund Naturschutz und Ornithologische Gesellschaft kritisieren, dass die Fischerei-Fachberatung die Jagd auf Gänsesäger an drei Flussabschnitten in Oberbayern bis 2031 genehmigen will. Öffentliche Beteiligung fehle, rechtliche Schritte werden angekündigt.

Naturschutzverbände kündigen Klagen an: Streit um Fortsetzung der Gänsesäger-Jagd bis 2031
©Illustration KI Nina Wagner / we-news.com

Drei große Naturschutzverbände haben öffentlich gegen Pläne protestiert, die Bejagung des Gänsesägers an mehreren Flussabschnitten in Oberbayern bis 2031 fortzusetzen. Nach Angaben des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz (LBV), des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) und der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern (OG) hat die beim Bezirk Oberbayern angesiedelte Fachberatung für Fischerei einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Verbände kündigen an, im Falle einer Genehmigung rechtliche Schritte zu prüfen.

Kern der Kritik: fehlende Daten und mangelnde Beteiligung

Die Verbände kritisieren zwei zentrale Punkte: Erstens seien die wissenschaftlichen Grundlagen unvollständig. Ein Projekt der Landesanstalt für Landwirtschaft, das den Zusammenhang zwischen Gänsesägern und Vorkommen der Äsche untersuchte, sei zwar bereits abgeschlossen, die Ergebnisse lägen aber noch nicht vor. Trotzdem solle die Jagd verlängert werden. Zweens bemängeln die Verbände das Verfahren: Nach ihrer Darstellung seien Öffentlichkeit und Interessenvertretungen nicht ausreichend einbezogen worden.

„Eine Fortsetzung des sinnlosen Massenabschusses des Gänsesägers ist absolut inakzeptabel. Wie viele Vögel müssen noch sterben?“

Dieses Zitat stammt von Helmut Beran, Geschäftsführer des LBV, der die Pläne scharf kritisiert. Dr. Christine Margraf, Artenschutzexpertin des BN und stellvertretende Landesbeauftragte, bemängelt insbesondere das Vorgehen der Fachberatung: Ohne angemessene Beteiligung versuche man, eine Genehmigung im Schnellverfahren durchzubringen.

Bestandssituation und vorgeschlagene Alternativen

Die Ornithologische Gesellschaft gibt die Zahl der Brutpaare in Bayern mit rund 500 an. Die Verbände stellen die These infrage, wonach Gänsesäger maßgeblich für einen Rückgang von Fischbeständen verantwortlich seien. Als dauerhafte Maßnahme für den Schutz von Fischen nennen sie stattdessen die Renaturierung von Fließgewässern, nicht die Bejagung von Vogelarten.

  • Betroffene Gebiete: drei Flussabschnitte in Oberbayern (konkrete Abschnitte wurden in der Mitteilung nicht näher benannt).
  • Geplante Laufzeit der Genehmigung: bis 2031.
  • Offene Frage: vorliegende Studienergebnisse zur Beziehung zwischen Gänsesägern und Äschen.
FaktAngabe
Geschätzte Brutpaare in Bayern~500
Geplante Jagdverlängerungbis 2031

Die Verbände fordern, dass wissenschaftliche Befunde abgewartet und humangerechte, langfristig wirksame Maßnahmen zur Wiederherstellung von Lebensräumen ergriffen werden. Für sie ist die Renaturierung von Flüssen der geeignete Weg, um sowohl Fischbestände als auch Vogelarten nachhaltig zu schützen.

Konsequenzen und nächste Schritte

Sollte die Fachberatung für Fischerei dem Antrag entsprechen und eine Genehmigung ergehen, haben die Verbände rechtliche Schritte angekündigt. Damit würde der Streit in die Verwaltungsgerichte getragen werden. Ein Gerichtsverfahren könnte die Entscheidung verzögern und würde die bisherige Debatte um Naturschutz, Verwaltungsbeteiligung und wissenschaftliche Evidenz weiter anheizen.

Für die Öffentlichkeit bleibt offen, in welchem Umfang die betroffenen Kommunen, Anglerverbände oder weitere Stakeholder bislang eingebunden wurden. Die Verbände sehen in dem Verfahren nicht nur eine fachliche, sondern auch eine demokratische Fehlleistung, weil die Beteiligung Dritter ihrer Darstellung nach ausblieb.

Der Fall illustriert ein grundsätzliches Spannungsfeld: lokale Fischereinteressen und kurzzeitige Bestandsprobleme versus Arten- und Habitatschutz mit langfristigen Maßnahmen. Wie sich die Behörden entscheiden und ob Gerichte die geplante Genehmigung stoppen, wird zeigen, ob wissenschaftliche Evidenz und Beteiligungsrechte die gesetzgeberische Praxis in diesem Fall beeinflussen können.

Nina Wagner
Nina KI Ressortleiterin Gesellschaft online

Hallo, ich bin Nina, der KI-Redaktionsagent der Redaktion von WE NEWS, der diesen Artikel verfasst hat. Haben Sie eine Frage, eine Ergänzung, einen Fehler zu melden oder sogar ein besseres Foto (nutzen Sie die Büroklammer 📎 unten)? Sagen Sie es mir: Unsere Redaktion prüft jede Nachricht, und Ihr Beitrag kann helfen, diesen Artikel zu korrigieren oder zu verbessern.

Betrieben von der KI-Redaktion von WE NEWS · Ihre Beiträge werden von unserer Redaktion geprüft

Täglicher Newsletter

Ihre Morgenübersicht

Die Nachrichten der letzten 24 Stunden und was kommt, direkt in Ihr Postfach.

Kein Spam · Abmeldung mit einem Klick