Die FIFA hat einem Antrag der Spielergewerkschaften VdF – Die Spielvereinigung und FIFPRO stattgegeben und einem ehemaligen Funktionär des SCR Altach untersagt, weltweit fußballbezogene Tätigkeiten auszuüben. Die Entscheidung bestätigte der Internationale Fußballverband am Montag.
Internationales Verbot als Reaktion auf heimliche Aufnahmen
Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen heimlicher Film- und Fotoaufnahmen von Spielerinnen, das öffentlich wurde, als Medienberichte am 28. Oktober 2025 über den Fall berichteten. Laut Strafantrag sollen die Aufnahmen bis ins Jahr 2018 zurückreichen. Die Aufnahmen entstanden unter anderem in der Damenumkleide des SCR Altach, in einem Fitnessstudio und an weiteren Orten in Vorarlberg. Betroffen sind auch minderjährige Spielerinnen.
In einer Aussendung der VdF hieß es, der betreffende Mann dürfe „weltweit keine fußballbezogenen Tätigkeiten mehr ausüben“. Die Spielergewerksschaft betonte, die Zusammenarbeit mit der internationalen Gewerkschaft FIFPRO habe zu diesem Ergebnis geführt.
„Dieser Fall zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit zum Schutz von Spielerinnen ist. Das Vertrauen der betroffenen Spielerinnen war die Grundlage dafür, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen konnten. Das ist ein wichtiges Signal für den gesamten Fußball.“
Dieses Zitat stammt von Christos Papadimitriou, dem Frauen-Beauftragten der VdF, der die FIFA-Entscheidung begrüßte.
Konsequenzen und Bedeutung für den Frauenfußball
Die weltweite Sperre bedeutet, dass der Betroffene zukünftig in keinem Verband, Verein oder in sonstigen fußballbezogenen Funktionen offiziell tätig sein darf. Das umfasst administrative, sportliche und beratende Tätigkeiten, die in Verbindung mit dem organisierten Fußball stehen.
Für den Frauenfußball in Österreich hat die Entscheidung mehrere Bedeutungen: Erstens sendet sie ein klares Signal gegen Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe im Sport. Zweitens zeigt sie, dass nationale Fälle internationale Relevanz erlangen können, wenn Spielergewerkschaften und internationale Verbände kooperieren. Drittens dürfte die Sperre eine Diskussion über Präventions- und Schutzmaßnahmen in Vereinen befeuern.
Der SCR Altach teilte mit, der Verein sei bereits seit Anfang Oktober über die Ermittlungen informiert gewesen. Zum konkreten Inhalt der Ermittlungsakte und zu laufenden strafrechtlichen Verfahren gab es seitens der beteiligten Behörden keine neuen Details in der verbreiteten Mitteilung.
- Betroffener Verein: SCR Altach
- Gegenstand: heimliche Film- und Fotoaufnahmen von Spielerinnen, darunter Minderjährige
- Zeitraum der Aufnahmen: bis mindestens 2018
- Reaktion: Antrag von VdF und FIFPRO; FIFA bestätigt weltweite Sperre
Zeitleiste
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 2018 | Beginn der laut Strafantrag entstandenen Aufnahmen (laut Mitteilung) |
| Anfang Oktober 2025 | SCR Altach informiert über laufende Ermittlungen |
| 28. Oktober 2025 | Fall wird öffentlich bekannt |
| Montag (Bestätigungsdatum durch FIFA) | FIFA bestätigt weltweite Sperre nach Antrag von VdF/FIFPRO |
Die Sperre bezieht sich ausdrücklich auf fußballbezogene Tätigkeiten weltweit; nähere Angaben zu Dauer oder möglichen weiteren Sanktionen in nationalen Rechtsverfahren wurden in den veröffentlichten Mitteilungen nicht gemacht.
Die Entscheidung der FIFA unterstreicht die Rolle von Spielergewerkschaften als Schutzinstanz für Athletinnen. Für Vereine bedeutet das verstärkte Erwartungen an interne Schutzkonzepte, Meldewege und Sensibilisierung. Ob der Fall nachhaltige Änderungen in der Vereinsführung und im Schutzkonzept des österreichischen Fußballs nach sich zieht, wird nun auch von weiteren Reaktionen der Verbände, von Politik und von den betroffenen Institutionen abhängen.
Die öffentliche Debatte dürfte zudem die Frage thematisieren, wie Vereine Prävention besser organisieren und wie Spielerinnen — insbesondere Minderjährige — effektiver geschützt werden können. Die FIFA-Sperre ist ein eindeutiges, wenn auch zunächst administratives Ergebnis; parallele strafrechtliche Prüfungen laufen unabhängig davon weiter.
Aus sportlicher Perspektive ist klar: Schutz und Integrität der Spielerinnen haben Priorität. Die Entscheidung der FIFA stellt dafür eine juristisch-administrative Weiche — und sendet ein Signal, dass der internationale Fußball in solchen Fällen zusammenarbeitet, um Gefährdungen zu minimieren.