Magdeburg — Beim vom BSW organisierten „Festival der Meinungsfreiheit – Gemeinsam gegen Cancel Culture!“ diskutierten am Samstag Publizistinnen, Wissenschaftler, Medien- und Kulturschaffende über Fragen von Meinungsfreiheit, Corona-Politik, Kunstfreiheit, Hochschulen und Außenpolitik. Die ganztägige Veranstaltung bot Podiumsgespräche, Vorträge, eine satirische Lesung und Musik und zog nach Angaben des Veranstalters mehrere hundert bis rund zweitausend Besucher an.
Teilnehmer, Themen, Stimmung
Auf dem Programm standen Debatten, die sowohl gesellschaftliche als auch politische Grundfragen berühren: In mehreren Formaten wurden die Rolle der Medien, die Freiheit von Forschung und Lehre sowie die Grenzen staatlicher Corona-Maßnahmen thematisiert. Eingeladen waren unter anderem die ehemalige Russland-Korrespondentin Gabriele Krone‑Schmalz sowie zahlreiche Publizistinnen und Wissenschaftler.
- Corona-Politik und öffentliche Debatten über staatliche Maßnahmen
- Kunst- und Meinungsfreiheit in Kultur und Hochschulen
- Medienkritik und Darstellung von Meinungsvielfalt
- Außenpolitik, insbesondere das Verhältnis zu Russland
Besucherzahl und Organisation
Die Angaben zur Besucherzahl variierten: Ein Sprecher des BSW nannte zunächst 1.350 Teilnehmer, in einer späteren Mitteilung wurde von rund 2.000 Besuchern gesprochen. Die Veranstaltung dauerte den ganzen Tag und kombinierte sachliche Diskussionsrunden mit kulturellen Beiträgen.
| Angabe | Zahl |
|---|---|
| Erstgenannte Besucherzahl (Sprecher) | 1.350 |
| Spätere Mitteilung des BSW | rund 2.000 |
Wagenknecht: Sorge um öffentlichen Diskurs
Zum Abschluss der Veranstaltung nahm Sahra Wagenknecht, Gründerin des BSW, an einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Im Osten nichts Neues: Meinungsdiktatur 2.0?“ teil. Sie warnte davor, dass Menschen zunehmend unter Druck geraten könnten, sich nicht mehr öffentlich zu äußern, wenn ihre Ansichten von denen der Regierung abweichen. Wagenknecht kritisierte zudem Medien, die aus ihrer Sicht nicht ausreichend für Meinungsvielfalt sorgten.
„Nicht mehr öffentlich zu sagen, was sie denken, zumindest, wenn sie anders denken als die Regierung.“
Wagenknecht bezeichnete diese Entwicklung als gefährlich und nicht mit demokratischen Prinzipien vereinbar. Sie bezog sich dabei unter anderem auf Debatten rund um Krieg und Frieden sowie auf die öffentliche Behandlung abweichender Positionen.
Krone‑Schmalz und das Russland-Verhältnis
Gabriele Krone‑Schmalz sprach in ihrem Vortrag über das Verhältnis zu Russland und erhielt dafür viel Applaus. Sie betonte, es liege im Interesse Deutschlands und der EU, Russlands Beweggründe und Befindlichkeiten zu verstehen. Mit Blick auf die öffentliche Debatte kritisierte sie, dass oft die „moralische Keule“ geschwungen werde, wenn es um das Verstehen von Handelnden wie dem russischen Präsidenten gehe.
Ausblick und Bedeutung
Die Veranstaltung zeigt, dass Fragen nach Regeln des öffentlichen Diskurses, der Rolle der Medien und der gesellschaftlichen Umgangsformen mit Andersdenkenden derzeit breite Aufmerksamkeit erzeugen. Das BSW bündelte unterschiedliche Perspektiven zu diesen Themen und machte dabei sichtbar, wie polarisiert einzelne Debatten geführt werden.
Ob und wie die dort formulierten Forderungen nach mehr Gesprächsbereitschaft und dem Schutz von Meinungsäußerungen Eingang in politische Gremien oder die mediale Praxis finden, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass solche Foren den öffentlichen Diskurs prägen können, indem sie Themen, die Teile der Gesellschaft bewegen, sichtbar machen und zur weiteren Debatte stellen.
Hinweis: Angaben zur Besucherzahl stammen aus unterschiedlichen Mitteilungen des Veranstalters.