Nach dem Brand in der Lobau bei der Eßlinger Furt Anfang August sind entlang von Rad‑ und Spazierwegen vereinzelt Bäume gefällt worden, um die Sicherheit für Besucherinnen und Besucher zu gewährleisten. Die Stadt Wien führt weiterhin eine Bestandsaufnahme durch, unter anderem mit Drohnenaufnahmen; bislang wurden 18 Hektar als durch Feuer und Hitze nachhaltig beschädigt registriert.
Bestandsaufnahme per Drohne und Gefahrenabwehr
Die Messungen und Aufnahmen mittels Drohne dienen aktuell vor allem der Erfassung der Brandfläche und der Identifikation gefährdeter Bäume. Der stellvertretende Leiter des Forst‑ und Landwirtschaftsbetriebs der Stadt Wien, Günther Annerl, erklärte, es habe sich zunächst um eine Vermessung der Brandfläche gehandelt und um die Einschätzung, welche Bäume durch das Feuer geschwächt oder abgestorben seien. Diese Bäume stellten insbesondere entlang der Wege ein Risiko dar, weshalb sie entfernt worden seien.
„Wir haben uns einen ersten Überblick verschafft über die gefährlichen Bäume, die aufgrund des Brandes in Mitleidenschaft gezogen sind bzw. abgestorben sind und dadurch auch ein Risiko entlang zum Beispiel des Radweges dargestellt haben.“
Die Fällungen sind demnach Maßnahmen zur unmittelbaren Sicherheit. Zugleich betont die Stadt, dass nicht jeder äußerlich tote Baum automatisch das Ende bedeute; eine abschließende Einschätzung des langfristigen Schadens am Ökosystem sei noch nicht möglich.
Regeneration der Natur als Leitprinzip
Die Verantwortlichen wollen der Natur primär Raum zur Selbstregeneration geben. Annerl erklärte, man werde beobachten, welche Bäume im kommenden Frühjahr wieder austreiben. Erst dann lasse sich besser beurteilen, welche Individuen dauerhaft ausgefallen seien und welche sich erholen können.
Als Hoffnungsschimmer gelten bereits erste Neuaustriebe hartnäckiger Pflanzenarten. Allerdings bleibt offen, wie tief die Hitze in den Boden eingedrungen ist und welche Folgen das für die Keimfähigkeit und das Pflanzenwachstum hat. Regenfällen kommt dabei eine zentrale Rolle zu: sie können die Wiederbewurzelung und das Auskeimen geschädigter Vegetation unterstützen.
Kontrolle invasiver Arten
Eine zusätzliche Herausforderung nach Bränden ist das erhöhte Risiko, dass invasive Arten dominanter werden. Annerl nannte beispielhaft die Goldrute und den Götterbaum als unerwünschte Verdränger. Daher sieht die Stadt Wien eine verstärkte Betreuung des betroffenen Gebiets vor, um ein Überhandnehmen dieser Arten zu verhindern.
- Datum des Brandes: 4. August (Ausbruch laut Stadt Wien)
- Erfasste, nachhaltig beschädigte Fläche: 18 Hektar
- Maßnahmen: Drohnen‑Bestandsaufnahme, vorsorgliche Fällungen entlang von Wegen, Monitoring der Naturregeneration
| Aspekt | Stand |
|---|---|
| Branddatum | 4. August |
| Erste Schadfläche | 18 Hektar |
| Aktuelle Maßnahmen | Drohnenaufnahmen, Gefahrenbeseitigung, Monitoring |
Die Kombination aus vorsorglichen Eingriffen zur Sicherheit und dem Bestreben, die natürliche Regeneration nicht zu stark zu stören, folgt einer in der Forst‑ und Naturschutzpraxis verbreiteten Abwägung: Wo Menschen gefährdet wären, sind Fällungen zwingend; in nicht unmittelbar gefährdeten Bereichen hat die Natur oft bessere Chancen, sich eigenständig zu erholen.
Die Stadt Wien betont, dass endgültige Aussagen zum Ausmaß der ökologischen Schäden erst nach weiteren Untersuchungen und nach der Beobachtung im Frühjahr möglich sind. Bis dahin wird das Gebiet weiter betreut, um einerseits Erholung zu ermöglichen und andererseits die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern.