Morgan Freeman (89) bedauert, in seiner langen Schauspielkarriere nicht mehr Action-Filme gedreht zu haben. In einem Interview mit dem Magazin „Rolling Stone“ sagte er, körperliche Einschränkungen verhinderten inzwischen die Art von Rollen, die er sich gewünscht hätte. Stattdessen hat er seine Aufmerksamkeit und Energie in die Musik gelenkt: Seit 2001 ist er Mitinhaber des Ground Zero Blues Club in Clarksdale, Mississippi, und bringt nun seine Konzertreihe als Album auf die Bühne.
Keine Action mehr, aber Bewunderung für Kollegen
Freeman erklärte, er sei „zu alt“ für das, was er sich einst erhofft habe. Seine Worte unterstreichen, wie sehr körperliche Voraussetzungen Rollenangebote mitbestimmen – selbst für einen Oscar-Gewinner mit Jahrzehnten Bühnenerfahrung. Er zeigte sich zugleich beeindruckt von Denzel Washington (71), der nach Freemans Worten jene Action-Rollen übernimmt, die er selbst gern gespielt hätte.
„Dafür bin ich zu alt, was ich mir erhofft hätte. Körperlich stimmt bei mir so vieles nicht mehr, dass ich das Action-Zeug nicht mehr machen könnte, das dafür nötig wäre.“
Von der Leinwand in den Blues-Club
Neben seiner Filmkarriere – Freeman spielte unter anderem in „The Dark Knight“, „Million Dollar Baby“ und „Die Unfassbaren - Now You See Me“ – hat er einen festen Platz in der Musikszene von Mississippi. Der Ground Zero Blues Club entstand laut Freeman aus der Erfahrung, vor Ort keine Anlaufstelle für Blues live vorzufinden: Man traf junge Menschen, die fragten, wo man hier Blues hören könne – und es gab keine Antwort. Das führte zur Gründung des Clubs.
Aus der Veranstaltungsreihe „Morgan Freeman’s Symphonic Blues Experience“, die Film-Storytelling mit Live-Blues und Orchester verbindet, entstand nun ein Album. Eric Meier, Mitinhaber des Ground Zero, erläuterte im Interview den ungewöhnlichen Ablauf: Man habe zuerst live gespielt und dann die Produktion festgehalten, statt erst ein Album aufzunehmen und anschließend auf Tour zu gehen. Die Live-Resonanz habe gezeigt, dass das Projekt dokumentiert werden müsse.
Musik als lebenslange Begleitung
Freemans musikalisches Interesse geht weit zurück: In der Highschool sang er im Chor, wechselte vom Tenor zum Bass und spielte Alt-Saxofon in einer Band. Eine schwere Lungen- und Rippenfellentzündung mit einem Lungenabszess im Teenageralter ließ ihn zeitweise an seiner Spielfähigkeit zweifeln; ein Arzt sagte ihm, er werde kein Horn mehr spielen können. Später habe sich seine Lunge jedoch erholt, heißt es in der Darstellung seiner Biografie.
- Alter: 89 Jahre
- Kollege, den er bewundert: Denzel Washington (71)
- Musikprojekt: „Morgan Freeman’s Symphonic Blues Experience“ – nun als Album
- Club: Ground Zero Blues Club, Clarksdale, Mississippi (Mitinhaberschaft seit 2001)
| Film (Auswahl) | Bemerkung |
|---|---|
| The Dark Knight | Teil von Freemans umfangreicher Filmografie |
| Million Dollar Baby | Oscar-geeignetes Drama, in dem Freeman mitwirkte |
| Die Unfassbaren - Now You See Me | Weitere bekannte Produktion in seinem Schaffen |
Konsequenzen für sein Image und die Szene
Freemans Schritt, die musikalische Seite intensiver zu verfolgen, hat zwei Bedeutungen: Einerseits verschiebt sich sein öffentliches Profil vom reinen Charakterdarsteller zum Kulturbotschafter, der lokale Musiktraditionen institutionalisiert. Andererseits zeigt die Veröffentlichung eines Albums aus einer ursprünglich live konzipierten Reihe, wie zeitgenössische Künstler und Produzenten Formate umkehren können: Nicht mehr das Album ist Ausgangspunkt, sondern die Live-Erfahrung wird zur Vorlage für eine Tonträger-Produktion.
Für die Blues-Szene in Mississippi bedeutet Freemans Engagement zudem erhöhte Aufmerksamkeit: Ein prominenter Mitinhaber und eine veritable Konzertreihe können Besucherverkehr, Tourismus und die lokale Musikkultur stärken. Der Ground Zero Blues Club fungiert damit weiterhin als Brücke zwischen Hollywood und einer regional verwurzelten Musiktradition.
Als Freizeit-Tipp für Fans: Wer sich für die Schnittstelle von Kino und Musik interessiert, sollte das Album anhören und bei Gelegenheit lokale Blues-Veranstaltungen besuchen – denn bei Freeman zeigt sich, wie sich Lebenswege verschieben können, ohne die Leidenschaft zu verlieren.