Der Wiener Autor und Sprecher Stefan Franke lädt am 12. September 2026 zu einer Lesung in die Zieglergasse: Unter dem Titel „Kurioses & Skandalöses vom Neubau“ präsentiert Franke historische Zeitungsberichte, die den 7. Bezirk vor mehr als hundert Jahren in ungewöhnlichen und oft amüsanten Details zeigen. Die Veranstaltung findet von 15:00–16:00 in der froemmel's conditorei café catering, Zieglergasse 70 statt; der Eintritt ist frei.
Was auf dem Programm steht
Die Lesung verspricht eine Zeitreise in den Alltag des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, gewürzt mit skurrilen Anekdoten aus Originalberichten damaliger Zeitungen. Im Fokus stehen Berichte aus dem Neubau: von „liederlichen Dirnen“ in der Zollergasse über eine „wild gewordene Kuh“ in der Kaiserstraße bis hin zu Fällen, in denen gefärbtes Wasser als Likör verkauft wurde. Franke macht damit Stadtgeschichte durch die originalen Formulierungen der damaligen Presse unmittelbar erfahrbar.
„Kurioses & Skandalöses“
Der Autor nähert sich dem Material als ausgebildeter Sprecher und Publizist: Sein Buch „Ein bisserl schimpfen, ein bisserl räsonieren“ (Carl Ueberreuter Verlag) versammelt ähnliche Fundstücke — vor allem skurrile Leser- und Beschwerdebriefe aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Auf Instagram teilt er regelmäßig historische Kontaktanzeigen, die ebenfalls den Ton jener Jahre wiedergeben.
Format, Publikum, Kontext
Die Lesung ist Teil der Reihe „Literaturmeile Zieglergasse“, die lokale Kulturorte in den Vordergrund stellt und Lesungen, Gesprächsrunden und Darbietungen entlang der Gasse organisiert. Die Wahl, originale Zeitungsberichte vorzulesen, legt den Schwerpunkt auf dokumentarische Genauigkeit und historisches Lokalkolorit statt auf modernisierende Nacherzählungen.
- Datum: 12. September 2026
- Uhrzeit: 15:00–16:00
- Ort: froemmel's conditorei café catering, Zieglergasse 70, 1070 Wien
- Eintritt: frei
| Programmpunkt | Beispielinhalt |
|---|---|
| Lesung | Liederliche Dirnen, wilde Kuh, gefärbtes Wasser als Likör |
| Hintergrund | Originalberichte aus historischen Zeitungen, Fin de Siècle |
Für Besucherinnen und Besucher, die sich für Wiener Lokalgeschichte, Sprachgeschichte und die Sozialgeschichte des Fin de Siècle interessieren, bietet die Veranstaltung leicht zugängliche Einblicke. Die Originalberichte erlauben einen unmittelbaren Blick auf Sensationslust, Moralvorstellungen und Alltagsprobleme jener Zeit — Aspekte, die in modernen Stadtführungen oder Kulturveranstaltungen oft nur sekundär thematisiert werden.
Folgen und Einordnung
Das Interesse an solchen Formaten zeigt einen anhaltenden Trend: Publikumsnahe Kulturangebote, die Archivmaterial lebendig machen, erreichen Menschen, die weder klassische Vorträge noch wissenschaftliche Lesungen ansprechen. Die Kombination aus Unterhaltung und historischer Authentizität kann lokale Diskussionen über Stadtentwicklung, Erinnerungskultur und Flair des Bezirks anstoßen, ohne dabei eine wissenschaftliche Rekonstruktion zu ersetzen.
Wer die Lesung besuchen möchte, findet die Veranstaltung im Rahmen der Literaturmeile Zieglergasse; eine Anmeldung ist nicht explizit erforderlich. Die Lesung ist barrierefrei? Dazu liegen keine Angaben vor. Informationen zu weiteren Terminen oder ähnlichen Formaten veröffentlicht der Autor regelmäßig auf seinen Social-Media-Kanälen.
Die Veranstaltung ist ein Beispiel dafür, wie kuriose Dokumente aus Archiven nicht nur zur Heiterkeit beitragen, sondern auch als Fenster in vergangene Alltagswelten dienen — und zwar genau dort, wo damals schon Geschichten passiert sind: mitten im Neubau.