Die griechischen Behörden haben seit Jahresbeginn insgesamt 281 Personen im Zusammenhang mit Bränden festgenommen, teilte die Feuerwehr am Mittwoch mit. Nach Angaben des Feuerwehrsprechers Yannis Atropios wurden davon 252 Personen wegen fahrlässiger Brandstiftung und 29 wegen vorsätzlicher Brandlegung zur Anzeige gebracht.
Trend: Festnahmen steigen, Zahl liegt unter Vorjahren
Die aktuelle Gesamtzahl bleibt hinter den Festnahmen der Vorjahre zurück. Im Zeitraum Jänner bis August 2024 waren der Feuerwehr zufolge 360 Personen festgenommen worden, im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 gab es 315 Festnahmen. Gleichzeitig hat die Zahl der Festnahmen seit 2014 bis Juli 2025 insgesamt zugenommen.
- Jänner–August 2024: 360 Festnahmen
- Jänner–August 2025: 315 Festnahmen
- Jänner–heute 2026: 281 Festnahmen (252 fahrlässig, 29 vorsätzlich)
Rechtliche Verschärfungen und Abschreckungsziel
Die griechische Regierung hat in den vergangenen Jahren die strafrechtlichen Sanktionen für Brandstiftung deutlich angehoben. Personen, die Brände legen, drohen nun Haftstrafen von bis zu 20 Jahren sowie Geldstrafen bis zu 200.000 Euro. Diese Maßnahmen sollen sowohl vorsätzliche Tatbegehungen verhindern als auch fahrlässiges Verhalten abschrecken.
| Tatbestand | Festgenommene (2026) |
|---|---|
| Fahrlässige Brandstiftung | 252 |
| Vorsätzliche Brandstiftung | 29 |
Aktuelle Lage: Hohe Brandwarnstufe nach großen Bränden
Die Entwicklung fällt zusammen mit einer anhaltenden Alarmbereitschaft in weiten Teilen Griechenlands. Das Land stand am Mittwoch in der höchsten Brandwarnstufe, nur wenige Tage nach einem Großbrand nordwestlich von Athen, der nach Angaben der Feuerwehr mehr als 11.000 Hektar Kiefernwald, Buschland und Ackerland vernichtet hat. Aufgrund starker Winde habe es fünf Tage gedauert, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Die Kombination aus hoher Temperatur, kräftigen Winden und trockenem Vegetationszustand erhöht die Gefahr für schnelle Ausbreitung und erschwert die Löscharbeiten. Vor diesem Hintergrund gelten die verstärkten Strafandrohungen der Regierung als Teil eines umfassenderen Vorgehens, das sowohl Prävention als auch Strafverfolgung einschließt.
Konsequenzen und offene Fragen
Die Zahlen zeigen, dass das Vorgehen gegen Brandstiftung verstärkt wird, zugleich bleibt die Einordnung der Wirksamkeit solcher Maßnahmen schwierig: Rückgänge bei Festnahmen können mehrere Ursachen haben — von besserer Prävention über verändertes Anzeigeverhalten bis zu saisonalen Schwankungen. Aus den vorliegenden Angaben geht nicht hervor, wie viele der Festgenommenen in Untersuchungshaft kamen; für den Zeitraum Jänner–August 2024 waren laut Feuerwehr jedoch 12 Personen in Untersuchungshaft, 2025 waren es 9.
Für die kommenden Wochen bleiben zwei Punkte zentral: Erstens die Eindämmung weiterer Großbrände durch präventive Maßnahmen und schnelle Einsätze der Feuerwehr; zweitens die juristische Aufarbeitung von Brandfällen, um Abschreckung und Verurteilungsquoten besser bewerten zu können. Die griechischen Behörden verfolgen offenbar einen Multipronged-Ansatz, der Strafrecht, Einsatzbereitschaft und Prävention verbinden soll.
Weitere Details zu konkreten Ermittlungsverfahren oder Urteilen nannte die Feuerwehr in der Mitteilung nicht.