Feldkirch plant einen umfassenden Ausbau der innerstädtischen Verkehrsinfrastruktur: Bis 2030 soll ein Stadttunnel mit einer Länge von 3.950 Metern, vier Zufahrtsästen und einem unterirdischen Kreisverkehr fertiggestellt werden. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 367 Millionen Euro. Ziel des Projekts ist es, die Innenstadt zu entlasten und Verkehrsströme neu zu routen.
Wirkung auf Verkehr und Lärm
Nach den vorliegenden Planungen würde der Verkehr an der Bärenkreuzung um etwa ein Viertel zurückgehen; der Schwerverkehr könnte demnach um fast zwei Drittel sinken. Als Folge könnten rund 8.000 Menschen in Feldkirch weniger Verkehrslärm ausgesetzt sein.
- Gesamtlänge: 3.950 m
- Bauteile: vier Äste, ein unterirdischer Kreisel
- Kosten: ca. 367 Mio. Euro
- Voraussichtliche Fertigstellung: bis 2030
Grenzüberschreitende Folgen für Liechtenstein
Das Feldkircher Tunnelprojekt löst in Liechtenstein Bedenken aus. Fachleute gehen davon aus, dass in Schaanwald täglich etwa 1.500 zusätzliche Fahrzeuge anfallen könnten – zusätzlich zu den rund 10.000 Fahrzeugen, die werktags aktuell über die Vorarlbergerstraße verkehren. Vor diesem Hintergrund werden in den Planungen für die grenznahe Strecke zusätzliche Massnahmen vorgesehen:
- mehr Radwege entlang der Verbindung zur Grenze,
- eine Busspur in Richtung Grenze,
- die Prüfung eines zweispurigen Kreisels in Schaanwald.
Für den Ort Nendeln in Liechtenstein bleibt eine Lösung dagegen ein längerfristiges Thema, das nach 2030 angegangen werden soll.
Planungsgeschichte und Rechtslage
Das Projekt ist das Ergebnis eines langjährigen Prüfprozesses: Zwischen 2005 und 2008 wurden 48 Varianten untersucht. Im Jahr 2019 hat das Bundesverwaltungsgericht dem Vorhaben die rechtliche Grundlage gegeben. Projektleiter Bernhard Braza verweist auf die geprüften Auswirkungen für Liechtenstein und die breite Planungsbasis.
„Der Stadttunnel Feldkirch ist weit mehr als ein Infrastrukturprojekt – er ist eine Investition in die Zukunft der gesamten Region.“ — Landeshauptmann Markus Wallner, März 2026
Regionale Bedeutung und offene Fragen
Für Feldkirch bedeutet der Tunnel einen erheblichen Eingriff in die Verkehrsführung mit der Aussicht auf weniger Lärm und besser durchflossene Quartiere. Gleichzeitig stellt sich für die Nachbarregionen die Frage, wie veränderte Verkehrsströme entlang der Grenze gesteuert werden können, damit die Entlastung in der Innenstadt nicht zu Mehrbelastungen in grenznahen Gemeinden führt.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Länge | 3.950 m |
| Kosten | ~367 Mio. Euro |
| Reduktion Bärenkreuzung (Gesamtverkehr) | ~25 % |
| Reduktion Schwerverkehr | ~66 % |
| Personen potenziell weniger Lärm | ~8.000 |
Offen bleiben Fragen zur genauen Umsetzung der begleitenden Massnahmen im grenznahen Raum, zur Finanzierung und zur zeitlichen Koordination mit Projekten in Liechtenstein. Die Erwägung von Rad- und Bussystemverstärkungen sowie eines zweispurigen Kreisels in Schaanwald zeigt, dass die Planer versuchen, die möglichen Nebenwirkungen in der Region zu adressieren. Konkrete Beschlüsse zum Bauverlauf und zu den Detailplanungen dürften in den nächsten Jahren intensiver diskutiert werden.
In Feldkirch löst das Projekt bereits jetzt Debatten über die langfristige Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur und die Balance zwischen Innenstadtentlastung und grenzüberschreitenden Verkehrsbelastungen aus. Die kommenden Schritte in Planung, Abstimmung mit Liechtenstein und die Finanzierungsentscheidung werden entscheidend sein für die Umsetzung bis zum angestrebten Jahr 2030.