Große Investition für regionale Nierenversorgung
In Rankweil ist am 15. September das neue Dialyse-Zentrum offiziell in Betrieb genommen worden. Das Haus entstand nach einem umfassenden Umbau des ehemaligen Tschabrun-Gebäudes und fasst auf einer Nutzfläche von 2.260 Quadratmetern verschiedene medizinische Funktionen zusammen. Trägerangaben zufolge wurden für den Umbau und die Einrichtung 11 Millionen Euro netto investiert.
Die neue Einrichtung vereint die bisherige extramurale Dialyseversorgung aus Bregenz und Nenzing und bietet mit 40 modern ausgestatteten Behandlungsplätzen mehr Kapazität als die beiden früheren Standorte zusammen. Damit reagiert die Region auf die bestehende Behandlungsnachfrage: In Vorarlberg leben rund 500 Menschen mit einer Nierenersatztherapie, davon sind mehr als 200 Personen auf regelmäßige Hämodialyse angewiesen.
Organisation, Personal und Vorbereitung
Das neue Zentrum wird von Pflege- und Ärzteteams betreut, die bereits an den bisherigen Standorten in Bregenz und Nenzing tätig waren. Die Zusammenlegung der Teams wurde laut Angaben über mehrere Monate vorbereitet: In den vergangenen sechs Monaten fanden monatliche Workshops statt, in denen wichtige Aspekte der Zusammenarbeit erarbeitet wurden – unter anderem technische Abläufe, Anfahrtswege, Dienstplanung und gemeinsame Standards.
„Wir haben hochqualifizierte und sehr erfahrene Mitarbeitende aus Bregenz und Nenzing übernommen“, sagte DGKP Kornilia Toramanidou, Stationsleiterin der Dialyse Rankweil.
Vor der Eröffnung wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zudem mit den neuen Geräten und Systemen vertraut gemacht und entsprechend geschult, heißt es in den Unterlagen zur Eröffnung.
Standortvorteil: Nähe zum LKH Feldkirch
Das Dialyse-Zentrum befindet sich in unmittelbarer Nähe zum LKH Feldkirch. Diese räumliche Nähe soll eine rasche weiterführende medizinische Behandlung ermöglichen, falls Patienten akutere Versorgung benötigen. Zusätzlich zu den Behandlungsräumen sind in dem Gebäude Flächen für Betreuung, Mitarbeiter und den organisatorischen Betrieb vorgesehen.
- Behandlungsplätze: 40
- Nutzfläche: 2.260 m²
- Investition: 11 Mio. Euro netto
- Zusätzliche Flächen: Impf‑ und Präventionszentrum sowie ein Krisenlager
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Patienten in Vorarlberg mit Nierenersatztherapie | ~500 |
| Davon auf Hämodialyse angewiesen | >200 |
| Behandlungsplätze Rankweil | 40 |
| Investition (netto) | 11 Mio. € |
Folgen für Patienten und regionale Versorgung
Die Zusammenführung der Standorte in Rankweil bringt für Patientinnen und Patienten wie auch für die Versorgungslage Vor- und Nachteile. Positiv hervorgehoben werden die erweiterte Kapazität sowie die moderne Ausstattung und die Nähe zum Spital, wodurch komplexere Fälle schneller weiterbehandelt werden können. Betrieblich ist die Bündelung effizienter: Geräte, Personal und Abläufe lassen sich zentralisieren.
Gleichzeitig kann die Verlagerung für einzelne Betroffene längere Anfahrtswege bedeuten, je nachdem, wo sie bisher versorgt wurden. Konkrete Angaben zu veränderten Fahrzeiten oder zu ergänzenden Transportangeboten lagen bei der Eröffnung nicht vor.
In dem Gebäude sind weiters Flächen für ein Impf- und Präventionszentrum sowie ein Krisenlager vorgesehen. Damit erweitert die Einrichtung nicht nur die Dialyseversorgung, sondern bietet zusätzliche öffentliche Gesundheitsinfrastruktur.
Die Eröffnung markiert einen Schritt in der Neuorganisation extramuraler Dialyseversorgung in Vorarlberg. Ob und wie sich die Umstrukturierung langfristig auf Wartezeiten, Versorgungssicherheit und Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten auswirkt, werden die kommenden Monate und Jahre zeigen.