Grundwasser in Feldkirch‑Region deutlich unter dem Mittelwert
Das Grundwasser im Bezirk Feldkirch befindet sich nach jüngsten Auswertungen auf historisch niedrigen Niveaus. An den Messstellen Feldkirch‑Altenstadt und Nofels wurden die niedrigsten Werte der jeweiligen Messreihen registriert, wie aus einer Greenpeace‑Analyse hervorgeht, die auf Daten des Bundeslandwirtschaftsministeriums basiert. An einer der Stationen in Feldkirch‑Altenstadt lag der Pegel zuletzt 2,20 Meter unter dem Mittelwert dieser Messstelle.
Die Greenpeace‑Auswertung zeigt, dass Mitte Oktober an 19 von 25 untersuchten Bundes‑Messstellen in Vorarlberg nie zuvor so tiefe Grundwasserspiegel gemessen wurden. Auf der Grundwasserkarte des Landes sind im westlichen Rheintal, unter anderem zwischen Tisis und Koblach, mehrere Messstellen rot markiert – ein Indikator dafür, dass die Pegel dort noch nie so niedrig waren.
Unterschiedliche Erfassungen, gleicher Trend
Die Landesbehörden und Greenpeace stützen sich auf unterschiedliche Datensätze, was zu teils abweichenden Zahlen bei der Anzahl der betroffenen Pegel führt. Der Hydrographische Dienst des Landes überwacht insgesamt 346 Grundwasserpegel in Vorarlberg; bei rund 100 dieser Pegel werden die Werte automatisch übertragen. Greenpeace wertete hingegen 25 Stationen aus dem Datenangebot des Bundes aus. Trotz unterschiedlicher Methodik bestätigen beide Quellen einen flächigen Rückgang des Grundwassers.
„An 19 von 25 untersuchten Messstellen Mitte Oktober war der Stand noch nie so tief.“ — Greenpeace‑Auswertung
Betroffene Bereiche und mögliche Folgen
Niedrige Grundwasserspiegel betreffen neben der Trinkwasserversorgung insbesondere Landwirtschaft, Gewerbe mit hoher Wasserentnahme und ökonomische wie ökologische Nutzungen des Bodens. In Feldkirch und umliegenden Gemeinden kann das bedeuten:
- Erhöhter Druck auf kommunale Wasserversorgung und Brunnenbetreiber;
- Einschränkungen für landwirtschaftliche Betriebe, insbesondere Bewässerung in kritischen Phasen;
- Veränderungen im Grundwasserhaushalt, die Feuchtgebiete und Ökosysteme belasten können.
Konkrete lokale Einschränkungen oder Maßnahmen sind vom Verlauf der Niederschläge und vom saisonalen Wasserbedarf abhängig. Die jüngsten Regenfälle haben bislang nicht zu einer Entspannung der Lage geführt, wie die Messwerte zeigen.
Forderungen: Register und Abgabe für Großverbraucher
Greenpeace fordert angesichts der niedrigen Grundwasserstände die vollständige Erfassung der Wasserentnahmen industrieller Großverbraucher. Das geplante Wasserentnahmeregister soll nach Ansicht der Organisation bereits 2029 vollständig eingeführt werden – drei Jahre früher als derzeit vorgesehen. Zusätzlich schlägt Greenpeace eine Abgabe von zehn Cent pro Kubikmeter entnommenen Grundwassers für industrielle Großverbraucher vor. Die Einnahmen sollen zur Stärkung der Trinkwasserversorgung und zur Absicherung gegen Dürren verwendet werden.
| Quelle | Erhobene Messstellen | Bemerkung |
|---|---|---|
| Greenpeace (Bundesdaten) | 25 | 19 Stationen mit Rekordtief Mitte Oktober |
| Hydrographischer Dienst Vorarlberg | 346 | ~100 Pegel mit automatischer Übertragung |
Ausblick und lokale Verantwortung
Für Gemeinden im Bezirk Feldkirch bedeutet die Situation, die Wassernutzung kritisch zu beobachten und gemeinsame Strategien zu entwickeln. Kurzfristig sind Maßnahmen wie sparsamere Nutzung, Monitoring und mögliche Einschränkungen denkbar. Langfristig rückt die Frage nach verlässlichen Daten und einer gerechten Kostenverteilung bei öffentlichen und industriellen Wasserentnahmen in den Vordergrund.
Landesbehörden, Gemeinden und Wasserversorgungsunternehmen stehen in der Pflicht, die Situation zu beobachten und nötigenfalls Vorsorge zu treffen. Die Forderungen von Umweltorganisationen wie Greenpeace dürften in den kommenden Monaten Diskussionen über Datenqualität, Regulierung und Finanzierung von Vorsorgemaßnahmen anstoßen.