Das Bundesland Baden‑Württemberg hat ein neues Förderprogramm zur Stärkung des zirkulären Wirtschaftens aufgelegt: REKOWI 2 stellt bis zum Jahr 2029 insgesamt rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist es, Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung konkreter Maßnahmen für ein ressourcenschonendes Wirtschaften zu unterstützen und damit zugleich Innovations‑ und Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Ressourceneffizienz als strategisches Ziel
Aus Sicht der Landespolitik sollen mit REKOWI 2 Beiträge zur Umsetzung der Landesstrategie Ressourceneffizienz geleistet werden, insbesondere im Handlungsfeld 3 «Zirkuläres Wirtschaften». Das Programm knüpft an das Vorgängerprogramm REKOWI an und trägt außerdem zur Erreichung der Klimaschutzziele des Landes bei. Hintergrund sind steigender globaler Ressourcenverbrauch, Lieferkettenunsicherheiten und die Notwendigkeit, Materialien möglichst lange in Stoffkreisläufen zu halten.
Geförderte Vorhaben und Fördervoraussetzungen
Förderfähig sind laut Ausschreibung vor allem Forschungs‑ und Entwicklungsprojekte in den Bereichen industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung. Dabei bezieht sich die Fördersystematik auf die Regelungen der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO), konkret Artikel 25 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 2 Buchstabe b und c. In begründeten Ausnahmefällen kann auch die Finanzierung von Durchführbarkeitsstudien erfolgen (Artikel 25 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 2 Buchstabe d AGVO), sofern diese als Vorbereitung für industrielle Forschung oder experimentelle Entwicklung dienen.
- Fördersumme: rund 1,5 Millionen Euro bis 2029
- Schwerpunkt: industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung
- Ausnahmen: Durchführbarkeitsstudien in begründeten Fällen
- Ziel: konkrete technische und organisatorische Lösungen für Stoffkreisläufe
Breite Palette an Maßnahmen
Die geförderten Vorhaben sollen Maßnahmen über unterschiedliche Bereiche eines Stoffkreislaufs hinweg entwickeln. Möglich sind sowohl technische Innovationen als auch organisatorische Ansätze, die etwa Materialeffizienz, Wiederverwertung, Reparaturfähigkeit oder die Optimierung von Rücknahme‑ und Logistikkonzepten betreffen. Explizit adressiert das Programm Hemmnisse, die Unternehmen bei der praktischen Umsetzung zirkulärer Maßnahmen begegnen.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Gesamtvolumen | ~1,5 Mio. Euro (bis 2029) |
| Förderschwerpunkt | Industrielle Forschung, experimentelle Entwicklung |
Kontekst und Folgen
Die Initiative reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Programmen, die Ressourceneffizienz als wirtschafts‑ und klimapolitisches Ziel adressieren. Für Unternehmen kann staatliche Förderung entscheidend sein, um die initialen Forschungs‑ und Entwicklungsaufwendungen zu tragen und damit langfristig Materialkosten zu senken sowie Abhängigkeiten in Lieferketten zu reduzieren. Gleichzeitig stärken erfolgreiche Pilot‑ und Demonstrationsprojekte die Marktchancen für neue Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Kreislaufwirtschaft.
Für die politische Bewertung bleibt wichtig, inwieweit das zur Verfügung gestellte Volumen ausreicht, um eine spürbare Hebelwirkung zu erzielen, und wie die Auswahlkriterien ausgestaltet werden. Die Fokussierung auf industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung setzt einen klaren Schwerpunkt auf technologische Lösungen; organisatorische Veränderungen und Geschäftsmodellinnovationen sind zwar genannt, dürften aber von der Förderfähigkeit im Einzelfall abhängen.
In Summe bietet REKOWI 2 Unternehmen in Baden‑Württemberg einen finanziellen Anstoß, Forschungs‑ und Entwicklungsprojekte zur Kreislauf‑Transformation umzusetzen. Wie groß die Wirkung sein wird, hängt von der Antragsdichte, der Qualität der eingereichten Vorhaben und der späteren Umsetzung in der Praxis ab.