Politische Kritik nach Entscheidung über neuen Kommandanten
Die Neubesetzung der Leitung der Stadtpolizei Bludenz hat in der Stadtpolitik eine Debatte ausgelöst. Vertreterinnen und Vertreter der Grünen, der Neos und der SPÖ verlangen eine nachvollziehbare Offenlegung des Auswahlverfahrens. Hintergrund ist, dass die bisher interimistisch dienstführende Stellvertreterin Sonja Berchtold‑Niedermesser sich ebenfalls beworben hatte, bei der Entscheidung aber nicht berücksichtigt worden sein soll.
Die Entscheidung zur Besetzung war laut vorliegenden Berichten mit einer Mehrheit im Stadtrat getroffen worden. Zugleich prüft die Landesvolksanwaltschaft den Vorgang, wie Vertreterinnen der Opposition bestätigten. Ob sachfremde Kriterien bei der Auswahl eine Rolle spielten, ist bislang nicht belegt.
Forderungen und Kritikpunkte der Oppositionsparteien
- Die Grünen fordern eine lückenlose Aufklärung der Auswahlkriterien und wollen jeden Verdacht ausräumen, dass Geschlecht oder politische Herkunft Einfluss hatten.
- Die Neos richteten scharfe Fragen an die Stadtführung und fordern Transparenz über den Entscheidungsprozess.
- Die SPÖ, deren ehemalige Mandatarin Berchtold‑Niedermesser angehört, kritisiert die Art der Besetzung und unterstützt die Prüfung durch die Volksanwaltschaft.
„Wenn eine langjährige Mitarbeiterin mit Führungserfahrung und derzeitige interimistische Leiterin bei der Besetzung nicht zum Zug kommt, muss nachvollziehbar sein, nach welchen objektiven Kriterien entschieden wurde“, sagte Ida Forchtner, Obfrau von ‚Bludenz Grünt‘.
Personalie, Ausbildung und bisherige Dienstzeit
Zu den bekannten Fakten: Berchtold‑Niedermesser ist seit 1991 bei der Stadtpolizei Bludenz beschäftigt. Seit 2022 übte sie das Amt der Stellvertreterin des Kommandanten aus; seit 2025 leitete sie die Dienststelle interimistisch. In einigen Berichten wird darauf hingewiesen, dass sie formell alle geforderten Qualifikationen erfülle.
Die Position der Stadt verweist darauf, dass der neu zu bestellende Kommandant die Voraussetzungen erfülle und die Entscheidung nicht aussschliesslich durch den Bürgermeister im Alleingang getroffen worden sei, sondern vom Stadtrat beschlossen wurde.
Mögliche Konsequenzen und Verfahrensprüfung
Die jetzt laufende Prüfung durch die Landesvolksanwaltschaft kann klären, ob das Auswahlverfahren formal korrekt ablief und ob Transparenz‑pflichten eingehalten wurden. Für die Betroffenen und die Öffentlichkeit geht es dabei weniger um politische Stimmung als um die Frage, wie Personalauswahl in einer sensiblen Sicherheitsfunktion dokumentiert und begründet wird.
| Bekannte Beteiligte | Rolle |
|---|---|
| Sonja Berchtold‑Niedermesser | Interimistische Leiterin, Bewerberin für den Chefposten, Dienst seit 1991 |
| Landesvolksanwaltschaft | Prüft das Auswahlverfahren |
Für die Stadt Bludenz steht mit der Personalentscheidung nicht nur die Führung einer Dienststelle, sondern auch das Vertrauen in kommunale Entscheidungsprozesse auf dem Prüfstand. Die politischen Reaktionen zeigen, dass Oppositionsparteien eine klare, für Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbare Darstellung der Auswahlkriterien erwarten.
Solange die Prüfung läuft, bleiben konkrete Aussagen über mögliche Mängel oder formale Fehler Spekulation. Entscheidend wird sein, welche Unterlagen und Begründungen die Stadtverwaltung dem Prüfungsorgan vorlegt und ob dadurch die offenen Fragen beantwortet werden können.
WE NEWS wird die Entwicklung weiter beobachten und berichten, sobald die Landesvolksanwaltschaft oder die Stadt neue Informationen veröffentlichen.