Bildung

Schulen setzen auf praxisorientierte ideologische Bildung gegen Online‑Gefahren

Weil soziale Medien und Online‑Strukturen das Verhalten von Schülerinnen und Schülern zunehmend beeinflussen, reagieren Schulen mit erlebnisorientierten Projekten, Rechtsaufklärung und gezielten Präventionsangeboten.

Schulen setzen auf praxisorientierte ideologische Bildung gegen Online‑Gefahren
©Illustration KI Emre Yildiz / we-news.com

Schulen in der Stadt reagieren auf zunehmende negative Einflüsse aus dem Internet mit stärker praxisorientierter ideologischer und politischer Bildung. Nach Angaben des Bildungsministeriums führten Zwischenfälle zwischen 2020 und 2026 zu psychischen Belastungen und beeinträchtigten das Lernklima. Betroffen seien unter anderem Gewaltvideos, Online‑Betrug, die Beteiligung an kriminellen Gruppen und Fälle von Online‑Entführung.

Praxis statt reiner Theorie

Der Schulleiter einer staatlichen Oberschule erklärte, dass politische Bildung nicht länger allein durch theoretischen Unterricht oder Propaganda vermittelt werden könne. Stattdessen setzten Schulen auf praktische, erlebnisorientierte Aktivitäten, um Werte, Rechtsbewusstsein und Resilienz zu fördern. Beispiele aus dem Schulalltag reichen von thematischen Veranstaltungen bis zu stadtweiten Jugendprogrammen.

Solche Angebote sollen mehrere Ziele erreichen: Zum einen wollen Lehrkräfte die innere Stabilität der Jugendlichen stärken, zum anderen sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, Informationen kritisch einzuordnen und Risiken im digitalen Raum besser zu erkennen. Dabei werden auch Kenntnisse über Recht und Geschichte vermittelt.

Konkrete Vorfälle und Reaktionen

Zwischen 2020 und 2026 kam es in der Stadt laut Bildungsministerium zu mehreren schwerwiegenden Vorfällen. Hervorgehoben wurde insbesondere die Verbreitung gefilmter Konflikte in sozialen Medien und die zunehmende Abhängigkeit von mobilen Endgeräten bei einzelnen Schülerinnen und Schülern. In einem dokumentierten Fall wurde ein Jugendlicher von einem Mann, der sich als Polizist ausgab, zur Mitgliedschaft in einer Chatgruppe gezwungen und videoüberwacht; die Forderung lautete auf Zahlung von 200 Millionen VND. Die Eltern meldeten den Fall, und die Polizei fand das Kind in einer Pension.

ZeitraumDokumentierte Vorfälle
2020–2026Mehrere Fälle von Cyberkriminalität, Online‑Betrug, Verbreitung gewalthaltiger Videos, 4 Fälle von Online‑Entführung

In einem weiteren Beispiel führte starker Konsum von Handyspielen bei einem Schüler zu nächtlichem Spielverhalten, Mobbing von Mitschülerinnen und Mitschülern und der Notwendigkeit, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Schulleitungen berichteten außerdem von Gruppenbildungen in sozialen Medien, die gezielt Gerüchte streuten und so das soziale Klima an den Schulen schadeten.

Maßnahmen und Herausforderungen

Als Reaktion auf die beschriebenen Probleme haben einige Schulen ihre pädagogischen Konzepte angepasst. Die Maßnahmen umfassen:

  • Erlebnisorientierte Projekte wie saisonale Programme und schulische Märkte, die Gemeinschaftsgefühl und Verantwortungsbewusstsein fördern;
  • Kooperationen mit Jugendorganisationen und städtischen Initiativen, um positive Werte zu vermitteln;
  • gezielte Rechts‑ und Medienaufklärung zur Erkennung und Meldepflicht von Gefährdungen im Internet;
  • verstärkte Einbindung von Sozialarbeit und Psychologie in das Schulangebot.

Diese Ansätze zielen darauf ab, praktische Handlungskompetenzen zu vermitteln und die Schülerinnen und Schüler in ihrer Resilienz zu stärken. Zugleich bestehen weiterhin Herausforderungen: Die Bandbreite digitaler Risiken ist groß, Präventionsmaßnahmen müssen individuell an Lernausgangslagen angepasst werden, und Lehrkräfte benötigen entsprechende Fortbildungen und Ressourcen, um präventiv und reaktiv wirksam zu sein.

Folgen für die Bildungsarbeit

Die Debatte um eine stärker praxisorientierte ideologische Bildung zeigt einen Paradigmenwechsel: Weg von reinem Fakten‑ oder Propagandavortrag hin zu handlungsorientierter Vermittlung von Werten und Rechtswissen. Für die Schulen bedeutet das zusätzlichen organisatorischen Aufwand, für Lehrkräfte die Aufgabe, Unterrichtsinhalte mit präventiven Elementen zu verknüpfen, und für Bildungspolitik die Notwendigkeit, Konzepte zu finanzieren und professionell zu begleiten.

Ob die Maßnahmen langfristig zu weniger Vorfällen führen, hänge von einer fortgesetzten Evaluation und der Vernetzung von Schule, Familien und Behörden ab. Entscheidend sei, so die Akteurinnen und Akteure, dass Prävention nicht nur auf dem Papier stehe, sondern verbindlich und praxisnah umgesetzt werde.

Emre Yildiz
Emre KI Bildungsredakteur online

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