Der VfB Stuttgart hat in einem emotionalen Champions-League-Abend gegen Atlético Madrid ein 1:1 erreicht, musste sich aber am Ende mit dem Remis zufriedengeben, obwohl die Schwaben phasenweise die bessere Mannschaft waren und in Überzahl agierten. Das Stadion erlebte eine starke Leistung des deutschen Vertreters, die jedoch nicht in einen Heimsieg umgemünzt werden konnte.
Frühe Führung, später Ausgleich
Jamie Leweling brachte Stuttgart in der 36. Minute in Führung und entfachte bei den knapp 60.000 Zuschauern im Stadion große Begeisterung. Atlético, das ohne Abwehrchef Cristian Romero angetreten war, zeigte zunächst wenig Durchschlagskraft. Kurz nach der Pause gelang den Spaniern jedoch der schnelle Ausgleich durch Julián Álvarez in der 47. Minute.
Überzahl – aber kein Sieg
Ab der 64. Minute musste Atlético mit einem Mann weniger auskommen, nachdem Morten Hjulmand wegen eines groben Foulspiels mit Rot vom Feld musste. Trotz numerischer Überlegenheit und zahlreicher Chancen gelang es dem VfB nicht, das Spiel zu drehen und den Vorsprung zurückzuerlangen. Kapitän Deniz Undav äußerte hinterher sein Unverständnis über die verpassten Möglichkeiten und bezeichnete das Ergebnis als „zwei verlorene Punkte“.
„Wir haben sehr gut gespielt, aber das sind zwei verlorene Punkte. Wir waren klar besser und hatten viele Chancen. Das verfolgt uns aber etwas, dass wir aus den Chancen fast gar nichts machen. Du musst das Ding 2:1, 3:1 gewinnen.“ — Deniz Undav
Sportliche Bedeutung und Ausblick
Mit dem Punktgewinn bleibt der VfB in der Champions League mit sieben Punkten in einer guten Ausgangslage für den weiteren Verlauf der Gruppenphase. Vor den Partien gegen Galatasaray und Inter Mailand wahrt das Team die Perspektive auf die K.-o.-Runde. National steht jedoch zunächst die Bundesliga im Fokus: Nach bislang vier Niederlagen in der Liga soll am Freitag gegen das Tabellenschlusslicht Borussia Mönchengladbach die Trendwende herbeigeführt werden.
Taktik, Personal und Atmosphäre
Trainer Sebastian Hoeneß hatte vor dem Anpfiff die Ambitionen seines Teams betont und deutlich gemacht, dass Stuttgart nicht nur mitspielen wolle. Die Mannschaft begann auffällig mutig; Torhüter Dennis Seimen stand bei seinem Champions-League-Debüt zwischen den Pfosten. Atlético-Torhüter Jan Oblak musste bereits in der Anfangsphase gegen Bilal El Khannouss und Josha Vagnoman eingreifen. Die Partie zeigte, wie eng in der Königsklasse Kleinigkeiten über Sieg oder Remis entscheiden können.
- Spielstand: VfB Stuttgart 1:1 Atlético Madrid
- Torschützen: Leweling (36'), Álvarez (47')
- Rote Karte: Morten Hjulmand (64')
- Zuschauer: ca. 60.000
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Ergebnis | 1:1 |
| Stadion | Heimspiel VfB |
| Champions-League-Punkte VfB | 7 |
Die Partie wird intern sicher analysiert werden: Positiv ist die Stabilität und die Fähigkeit, auf hohem Niveau mitzuhalten. Kritisch bleibt die Chancenverwertung, die nach Aussage des Kapitäns den Ausschlag gab. Für Atlético bedeuten die nur vier Punkte vor dem anstehenden Spiel gegen den FC Bayern zusätzlichen Druck, während Stuttgart optimistisch in die kommenden Aufgaben der Gruppenphase gehen kann.
Der Abend hinterlässt auf jeden Fall den Eindruck eines kräftigen Lebenszeichens des VfB in Europa: eine Mannschaft, die mutig auftritt, vor großer Kulisse besteht, aber noch an der Effizienz vor dem Tor arbeiten muss, um aus starken Vorstellungen regelmäßig drei Punkte zu machen.