In Potsdam ist am roten Bauzaun neben dem Bildungsforum eine neue Ausstellung eröffnet worden, die Wissenschaft und Forschung aus der Region in den öffentlichen Raum holt. Die Schau mit dem Titel „Wissenschaft im Zentrum“ wurde von ProWissen Potsdam e.V. konzipiert und zeigt auf großformatigen Informationstafeln aktuelle Projekte aus Brandenburg. Sie ist tagsüber frei zugänglich und soll nach Angaben der Veranstalter bis Ende 2027 zu sehen sein.
Wissenschaft direkt im Stadtraum
Die Ausstellung richtet sich bewusst an Passantinnen und Passanten, die nicht unbedingt ein Museum aufsuchen würden. Auf den Tafeln finden sich zweisprachige Texte, Bilder und QR-Codes, die auf Podcasts oder weitere digitale Angebote verweisen. Gezeigt werden insgesamt elf Forschungsprojekte aus acht Forschungseinrichtungen, davon sieben aus Potsdam. Thematisch reicht das Spektrum von Nachhaltigkeit und Naturwissenschaft über Erinnerungskultur bis hin zu Zukunftsmobilität und Film.
Partner und Inhalte
Zu den beteiligten Institutionen zählen unter anderem die Universität Potsdam, das Leibniz-Institut für Astrophysik, das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung sowie die Schlösserstiftung. ProWissen verfolgt damit das Ziel, Forschung nicht nur für Fachpublikum, sondern für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zum Nachdenken anzuregen.
- Ausstellungsort: roter Bauzaun neben dem Bildungsforum, Potsdamer Mitte
- Laufzeit: bis Ende 2027
- Angebot: zweisprachige Tafeln, Bilder, QR-Codes zu digitalen Formaten
- Projekte: 11 aus 8 Einrichtungen (7 in Potsdam)
„In Zeiten, in denen zunehmend wissenschaftliche Erkenntnisse infrage gestellt werden, Forschende Hass-Kampagnen ausgesetzt sind und Wissenschaftseinrichtungen unter Druck geraten, ist es umso wichtiger, dass Wissenschaft sichtbar bleibt.“
Das Zitat stammt von Brandenburgs Wissenschaftsstaatssekretär, der bei der Eröffnung die Bedeutung der Sichtbarkeit von Forschung unterstrich. ProWissen-Chefin betonte die Erwartung, mit der Ausstellung auch Menschen zu erreichen, „die von sich aus nicht in eine Ausstellung oder ins Museum gehen“.
Lokale Bedeutung und Erwartungen
Für Potsdam liegt der Wert der Aktion sowohl in der Sichtbarkeit lokaler Forschung als auch in der Vernetzung verschiedener Einrichtungen. Indem Projekte im Stadtraum präsentiert werden, erhöht sich die Chance, Forschungsfragen in den Alltag der Bevölkerung zu integrieren. Konkrete Forschungsinhalte werden nicht nur erläutert, sondern digital ergänzt, sodass Interessierte vertiefende Angebote nutzen können.
Die Dauer der Schau bis Ende 2027 bietet zudem die Möglichkeit, die Wirkung im Laufe der Zeit zu beobachten: Wie viele Menschen nutzen die QR-Codes? Welche Rückmeldungen gibt es aus der Bevölkerung? Solche Fragen lassen sich erst über Monate beantworten, doch die Entscheidung für einen Standort in der Neuen Mitte signalisiert, dass Wissenschaft hier als Teil des städtischen Diskurses verstanden wird.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Anzahl Projekte | 11 |
| Anzahl Institutionen | 8 |
| davon in Potsdam | 7 |
| Laufzeit | bis Ende 2027 |
Für die Stadt bedeutet dies eine zusätzliche öffentlich zugängliche Informationsquelle, die Forschungsthemen transparenter machen und zur Diskussion anregen soll. Ob die Ausstellung auch als Modell für weitere temporäre Wissenschaftspräsentationen in Potsdam dienen kann, wird von der Resonanz abhängen. Bis dahin steht der rote Zaun in der Neuen Mitte als sichtbares Zeichen dafür, dass Wissenschaft in Potsdam nicht nur hinter Laborfenstern, sondern mitten im städtischen Alltag stattfindet.