FDP sieht Fehlprioritäten bei Stadtverwaltung
Die FDP in Brandenburg an der Havel hat die lokale Verwaltung kritisiert und ihre Prioritätensetzung in Frage gestellt. Der Kreisvorsitzende Lutz Laskowsky und sein Vize Patrick Aderhold erklärten am Freitag (07.08.2026), die Diskussionen über Wildschweine in der Innenstadt und die Neubesetzung des Naturschutzbeirats würden von wesentlich drängenderen Problemen ablenken. Sie fordern, öffentliche Mittel gezielt dort einzusetzen, «wo es den Bürgern und der Zukunft dieser Stadt tatsächlich nutzt».
Nach Ansicht der FDP offenbaren die jüngsten Debatten Versäumnisse der Verwaltung und eine fragwürdige Schwerpunktsetzung. Als Beispiel nennen die Parteivertreter die Kommunikation und das Handeln gegenüber den Wildschweinen: Die Verwaltung habe nicht deutlich und frühzeitig genug reagiert, heißt es. Die FDP moniert, die Tiere hätten rechtzeitig umgesetzt werden können, und kritisiert das verspätete Erklären von Maßnahmen.
„Die FDP Brandenburg an der Havel stellt diese Fragen weiterhin, ohne Schonung auf Befindlichkeiten. Öffentliches Geld ist kein Selbstbedienungsladen.“
Zur Neubesetzung des Naturschutzbeirats formuliert die FDP klare Erwartungen an demokratische Prozesse. Die bisherigen Mitglieder hätten «verdienstvoll gearbeitet», doch nun müssten Kandidaten nominiert und gewählt werden. Ob die Verwaltung hier verspätet gehandelt habe oder erneut in ein «Weiter-so» verfallen sei, müsse offen und ohne Ausflüchte erklärt werden, fordern Laskowsky und Aderhold.
Die Kritik der FDP ist eingebettet in einen größeren Kontext: Die Partei weist darauf hin, dass die Stadt vor erheblichen finanziellen Herausforderungen stehe. In ihrem Statement verweisen die Vertreter auf die Notwendigkeit, öffentliche Mittel vorrangig einzusetzen. Die Angaben im Statement verweisen zudem auf die Amtszeit des abgewählten Oberbürgermeisters Scheller, mit dem zusammen der Kämmerer Entscheidungen getroffen habe. Konkrete Zahlen nennt die FDP in der Mitteilung nicht; lediglich die Forderung nach Transparenz und Prioritätensetzung wird deutlich formuliert.
Konkrete Kritikpunkte und Forderungen
- Wildschweinthemen: Vorwurf zu spätem Eingreifen und mangelhafter Kommunikation.
- Naturschutzbeirat: Forderung nach transparenter Neubesetzung durch Kandidatenwahlen.
- Finanzen: Mahnung, öffentliche Mittel vorrangig dort einzusetzen, wo sie der Stadtzukunft dienen.
Die FDP lobt einzelne fachliche Beiträge — namentlich von Prof. Dr. Didczuneit-Sandhop und einem Herrn Fabian — hält aber fest, die zentrale Frage nach dem verspäteten Handeln sei unbeantwortet geblieben. Zudem kritisiert die Partei, dass Auseinandersetzungen zu persönlichen Konflikten geführt hätten und Interessenten für Ämter sich nicht klar positionierten.
| Problem | FDP-Kritik | Geforderte Reaktion |
|---|---|---|
| Wildschweine in der Innenstadt | Zu spätes Handeln, mangelhafte Kommunikation | Früheres Umsetzen der Tiere, transparentere Information |
| Neubesetzung Naturschutzbeirat | Unklare Verfahren, mögliche Versäumnisse | Kandidaten sollen sich stellen und wählen lassen |
| Kommunale Finanzen | Fehlende Prioritätensetzung | Öffentliche Mittel gezielter einsetzen |
Aus Sicht der FDP sollten solche Debatten nicht auf dem Rücken einzelner Akteure geführt werden. Vielmehr sei eine offene Debatte über Prioritäten, Verfahren und finanzielle Entscheidungen nötig, um das Vertrauen der Bürger in die Verwaltung zu stärken. Ob und wie die Stadtverwaltung auf die Kritik reagieren wird, blieb zunächst offen. Die Mitteilung der FDP wurde auf dem städtischen Portal Meetingpoint Brandenburg veröffentlicht.
Die Diskussionen um Haushaltsführung, Transparenz und Beteiligungsverfahren dürften die kommunalpolitische Agenda in Brandenburg an der Havel in den kommenden Wochen begleiten. Für Anwohnerinnen und Anwohner bedeutet dies: Entscheidungen über Ressourcenverwendung und Verwaltungsabläufe könnten direkten Einfluss auf Infrastruktur, Naturschutz und öffentliche Sicherheit haben — und damit auf den Alltag in der Stadt.