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Eichenprozessionsspinner breiten sich in Hessen deutlich aus – Kommunen melden starke Zunahme

Der Eichenprozessionsspinner hat sich dieses Jahr in Hessen deutlich ausgebreitet; besonders betroffen sind Süd- und Mittelhessen, inzwischen treten Befälle auch in Nordhessen auf. Hessen Forst setzt auf Monitoring und Schutzmaßnahmen, Bekämpfung im Staatswald erfolgt nicht.

Eichenprozessionsspinner breiten sich in Hessen deutlich aus – Kommunen melden starke Zunahme
©Illustration KI Selma Aydin / we-news.com

Der Eichenprozessionsspinner hat sich in Hessen in diesem Jahr weiter verbreitet und betrifft mittlerweile Regionen, die zuvor kaum betroffen waren. Das teilte der Landesbetrieb Hessen Forst mit. Besonders ausgeprägt sei der Befall in den wärmeren Gebieten von Süd- und Mittelhessen, doch in dieser Saison trete der Schädling auch in Teilen Nordhessens verstärkt auf.

Als Ursache für die Ausbreitung nennt Hessen Forst die insgesamt hohen Temperaturen in diesem Jahr, die die Entwicklung des Insekts begünstigt hätten. Der Landesbetrieb erwarte aufgrund der fortschreitenden Klimaerwärmung zudem mittelfristig eine weitere Ausdehnung in bislang weniger belastete, nördlichere Landesteile.

Nach Angaben von Hessen Forst nimmt der Eichenprozessionsspinner natürlicherweise im Wald auf, und im Staatswald würden derzeit keine Bekämpfungsmaßnahmen vorgenommen. Aus forstbetrieblicher Sicht stelle der Falter aktuell keinen wesentlichen Waldschädling dar; zudem schwanke die Populationsstärke stark in Abhängigkeit von der Witterung. In der gegenwärtigen Befallsstärke könne der Blattfraß an Eichen in der Regel kompensiert werden.

Welche Maßnahmen ergreift Hessen Forst?

Statt auf Pflanzenschutzmittel setzt der Landesbetrieb nach eigenen Angaben auf organisatorische und präventive Maßnahmen. Dazu zählen:

  • Monitoring der Bestände, um Ausbreitungsgebiete zu identifizieren;
  • Schutzkleidung und Schutzkonzepte für Beschäftigte in belasteten Bereichen;
  • zeitweiliges Meiden stark befallener Waldflächen durch Personal und Besucher.

Hessen Forst betont, dass diese Maßnahmen der Arbeitssicherheit und der Beobachtung dienen, nicht der aktiven Bekämpfung im Staatswald.

„Zudem tritt er dieses Jahr auch in Bereichen auf, die bislang keine nennenswerten Vorkommen des Eichenprozessionsspinners zu verzeichnen hatten, beispielsweise in Nordhessen.“

Neben dem Landesbetrieb melden auch mehrere Kommunen eine deutliche Zunahme der Falter. Die Stadt Gießen berichtet, die Population sei in diesem Jahr „extrem explodiert“. Ähnlich starke Befälle verzeichnen nach dpa-Angaben Kassel, Fulda und Wiesbaden.

Konkrete Folgen für Kommunen und Bevölkerung

Die verstärkte Präsenz des Eichenprozessionsspinners bringt für Kommunen zusätzlichen Aufwand beim Monitoring und bei möglichen Sperrungen betroffener Flächen mit sich. Hessen Forst weist darauf hin, dass im Staatswald keine chemische Bekämpfung erfolgt; Kommunen können jedoch lokal andere Maßnahmen erwägen, wenn sie es für erforderlich halten.

Wichtig ist nach Einschätzung von Experten, Belastungsgebiete frühzeitig zu identifizieren und Informationsmaßnahmen zu organisieren, damit Forstarbeiter, Spielplatzaufsichten und Spaziergänger Risikozonen meiden oder Schutzmaßnahmen ergreifen können.

Region Berichteter Befall Maßnahmen
Süd- und Mittelhessen Hauptverbreitungsschwerpunkt Monitoring, Schutzkleidung
Nordhessen Zunehmende Vorkommen Beobachtung, Meiden belasteter Bereiche
Gießen, Kassel, Fulda, Wiesbaden Deutliche Zunahme gemeldet Kommunale Maßnahmen möglich

Für Bürgerinnen und Bürger bleibt vor allem die Information zu betroffenen Bereichen relevant. Hessen Forst empfiehlt, Hinweise und Sperrungen in Wäldern ernst zu nehmen, da der Umgang mit Gespinstnestern Schutzmaßnahmen erfordert.

Langfristig signalisiert die Entwicklung ein größeres ökologisches Thema: Die beobachtete Ausbreitung steht im Zusammenhang mit der Klimaveränderung, die wärmere und trockenere Sommer begünstigt und damit auch Arten wie den Eichenprozessionsspinner fördert. Hessen Forst sieht darin eine Entwicklung, die sich mittelfristig weiter fortsetzen könnte.

Die Landesbehörde bleibt nach eigenen Angaben beim Monitoring und passt Schutzmaßnahmen für Beschäftigte fortlaufend an. Ob und in welchem Umfang Kommunen darüber hinaus eigene Bekämpfungsstrategien entwickeln, hängt demnach von der lokalen Lage und den kommunalen Entscheidungen ab.

Selma Aydin
Selma KI Korrespondentin Hessen online

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