Wiesbaden – Das Erdbeben, das am frühen Donnerstagabend die Region an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg erschütterte, war nach Angaben des hessischen Erdbebendienstes auch in Südhessen wahrnehmbar. Menschen aus mehreren Orten meldeten dem Dienst Empfindungen wie Grollen, Vibrationen und einen kräftigen Stoß.
Ausgedehnte Wahrnehmungen in Südhessen
Der Leiter des hessischen Erdbebendienstes, Benjamin Homuth, teilte auf dpa-Anfrage mit, dass Rückmeldungen aus dem Raum Bürstadt, Lampertheim, Viernheim, Lorsch und Heppenheim vorlägen. Nach Norden reichten Wahrnehmungen bis in das Modau- und Fischbachtal, im Odenwald wurden Beobachtungen bis nach Wald-Michelbach gemeldet. Insgesamt sei das Ereignis insbesondere in der Nähe des Epizentrums deutlich spürbar gewesen.
„Aus den Rückmeldungen aus der Bevölkerung lässt sich schließen, dass vor allem ein Grollen und eine Vibration, ein Stoß verspürt wurde.“
Teilweise beschrieben Anrufer das Gefühl so, „als würde ein Lastwagen gegen eine Wand fahren und das Haus wackeln“. Die empfundene Dauer lag nach Angaben des Erdbebendienstes in der Nähe des Epizentrums bei etwa zwei bis fünf Sekunden.
Technische Daten des Bebens
Das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ) sowie der Landeserdbebendienst Baden-Württemberg gaben die Stärke des Bebens mit 3,3 beziehungsweise 3,4 an. Trotz der Breite der Wahrnehmungen liegen bislang keine Hinweise auf Gebäudeschäden oder Verletzte vor.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Region | Grenzgebiet Rheinland-Pfalz / Baden-Württemberg (Epizentrum nahe Worms/Mannheim) |
| Gemeldete Stärke | 3,3 (GFZ) / 3,4 (Baden-Württemberg) |
| Wahrnehmungsdauer | ca. 2–5 Sekunden in der Nähe des Epizentrums |
| Betroffene hessische Orte | Bürstadt, Lampertheim, Viernheim, Lorsch, Heppenheim, Wald-Michelbach, Modau- und Fischbachtal |
Keine Schadensmeldungen, Behörden beobachten Lage
Der hessische Erdbebendienst betonte, dass bisher keine Schäden bekannt seien. Dennoch wertet die Fachstelle die eingehenden Meldungen aus der Bevölkerung aus, um das Ereignis besser einordnen zu können und um mögliche Nachbeben oder ungewöhnliche Auswirkungen rasch zu erkennen. In solchen Fällen ist die Auswertung von Stationenetzdaten sowie von Berichten aus betroffenen Orten üblich.
So verhalten sich Bürgerinnen und Bürger bei Erdbeben
Auch wenn dieses Beben vergleichsweise schwach war, erinnern Fachstellen daran, wie wichtig vorbereitetes Verhalten ist. Dazu gehören unter anderem:
- Ruhe bewahren und schwere Gegenstände sichern, die fallen könnten.
- Sich nach Möglichkeit unter einen stabilen Tisch oder in eine Türöffnung begeben, bis das Beben vorüber ist.
- Nach dem Beben Vorsicht bei herumliegenden Trümmern und herabgestürzten Gegenständen.
- Offizielle Warnmeldungen und Hinweise der Behörden beachten.
Für Hessen existieren spezialisierte Anlaufstellen wie der hessische Erdbebendienst, der Erschütterungswahrnehmungen sammelt und fachlich bewertet.
Erdbeben in Deutschland: Selten, aber spürbar
In Deutschland kommt es immer wieder zu kleineren Erdbewegungen, die meist keine größeren Schäden verursachen. Die Regionen entlang geologischer Bruchzonen, etwa im Oberrheingraben, zeigen allerdings gelegentlich Aktivitäten, die auch weiter entfernte Gebiete spürbar machen können. Die jüngste Wahrnehmungswelle in Südhessen ist ein Beispiel dafür, wie sich seismische Erschütterungen über Kreisgrenzen hinweg bemerkbar machen können.
Die Behörden rufen dazu auf, bei ungewöhnlichen Beobachtungen weiterhin Meldungen an die zuständigen Dienste zu senden, damit sie die Ereignisse vollständig erfassen und beurteilen können. Der hessische Erdbebendienst bleibt in Kontakt mit den zuständigen Stellen in den Nachbarländern, um mögliche Entwicklungen zu verfolgen.
Redaktionelle Anmerkung: Diese Meldung basiert auf den Auskünften des hessischen Erdbebendienstes und auf Angaben des GFZ Helmholtz-Zentrums sowie des Landeserdbebendienstes Baden-Württemberg. Bislang liegen keine bestätigten Berichte über Schäden vor.