Die Zentralbibliothek Solothurn (ZBS) hat Anfang August ihren Service für Studierende, Forschende und Interessierte erweitert: Sie beteiligt sich am Kurierdienst der Swiss Library Service Platform (SLSP) und macht damit Medien aus einem grossen Teil des wissenschaftlichen Bibliotheksnetzes in der Schweiz und in Liechtenstein leichter zugänglich.
Was Nutzerinnen und Nutzer neu erwarten können
Über den SLSP-Kurier lassen sich nun Titel, die nicht im Bestand der ZBS vorhanden sind, im Online-Katalog anfordern und in Solothurn abholen. Der Dienst bündelt Bestände von Universitätsbibliotheken und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen. Für Personen aus dem Kanton Solothurn bedeutet dies einen direkten Zugriff auf ein deutlich erweitertes Angebot; zugleich können externe Interessierte über den gleichen Kanal Medien der ZBS bestellen.
Sabine Faust, Leiterin der Bibliotheksdienste an der ZBS, erläutert das Verfahren:
«Über den SLSP-Kurier können Medien, die nicht im Bestand der Zentralbibliothek Solothurn vorhanden sind, gegen eine Gebühr im Online-Katalog bestellt und in der ZBS abgeholt werden.»
Die Ausleihe ist kostenpflichtig; konkrete Preise nennt die Bibliothek in ihrer Mitteilung nicht. Die Rückgabe der entliehenen Medien ist flexibel: Sie ist in einer anderen am Kurierdienst beteiligten Bibliothek möglich, sofern diese diesen Rückgabeservice anbietet.
Umfang und Partner des Netzwerks
Der SLSP-Kurier erschliesst Bestände aus «fast 300 wissenschaftlichen Bibliotheken» der Schweiz und Liechtenstein, wie die ZBS schreibt. Dazu zählen unter anderem die Zentralbibliothek Zürich und alle grossen Universitätsbibliotheken des Landes.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Beginn der Teilnahme | Anfang August |
| Netzwerkgrösse | Rund 300 wissenschaftliche Bibliotheken (CH & LI) |
| Abholort | Zentralbibliothek Solothurn, Bielstrasse 39 |
| Rückgabe | Bei teilnehmenden Bibliotheken möglich |
Konsequenzen für Studium und Forschung
Die Anbindung an den SLSP-Kurier hat für die lokale Wissenschafts- und Bildungslandschaft unmittelbare Vorteile. Studierende und Lehrpersonen an Hochschulen, Fachhochschulen und anderen Institutionen finden damit leichter Literatur, die bisher nur in entfernten Sammlungen verfügbar war. Regional tätige Forschende profitieren von kürzeren Beschaffungswegen und damit potenziell beschleunigten Arbeitsabläufen.
Auch für die Allgemeinbevölkerung kann der erweiterte Zugang relevant sein: Personen mit Interesse an spezialisierten Themen erhalten die Möglichkeit, auf wissenschaftliche Werke zuzugreifen, die lokal nicht vorhanden sind. Die ZBS betont in ihrer Mitteilung, dass sich die Bibliothek damit «öffnet» und auch externen Nutzerinnen und Nutzern den Zugriff auf ihren Bestand ermöglicht.
Praktische Hinweise
- Bestellungen erfolgen über den Online-Katalog der Zentralbibliothek Solothurn.
- Abholung der bestellten Medien in der ZBS an der Bielstrasse 39.
- Rückgabe wahlweise in einer anderen teilnehmenden Bibliothek, sofern diese den Rückgabeservice anbietet.
- Für den SLSP-Kurier fällt eine Gebühr an; Details sind bei der ZBS erhältlich.
Konkrete Angaben zu Bearbeitungszeiten, Gebührenhöhe und möglichen Beschränkungen (etwa bei besonders empfindlichen oder seltenen Beständen) nennt die ZBS in der Mitteilung nicht. Nutzende, die auf rasche Verfügbarkeit angewiesen sind, sollten sich vor der Bestellung direkt bei der Zentralbibliothek informieren.
Einordnung
Die Beteiligung am SLSP-Kurier steht in einer Reihe von Entwicklungen, die auf eine stärkere Vernetzung von Bibliotheksdiensten in der Schweiz abzielen. Durch gemeinsame Plattformen sollen Beschaffungsprozesse vereinfacht, Doppelspurigkeiten reduziert und die Zugänglichkeit von Wissen verbessert werden. Für regionale Bibliotheken wie die ZBS bedeutet dies zugleich eine Chance, ihr eigenes Angebot sichtbarer zu machen und als Anlaufstelle für lokale Nutzende zu fungieren.
Die Zentralbibliothek Solothurn weist darauf hin, dass die Teilnahme am SLSP-Kurier den Austausch mit anderen Instituten erleichtert und den Nutzerinnen und Nutzern einen Mehrwert schafft. Welche konkreten Nutzungszahlen oder Veränderungen sich dadurch mittelfristig ergeben, lässt sich erst nach einigen Monaten der praktischen Erprobung beurteilen.