Gesundheit

Workshop in Hanoi: Soziale Medien verlangen interdisziplinäre Strategien für Jugendgesundheit

Vertreter von Bildung, Wissenschaft und internationaler Hilfe fordern in Hanoi gemeinsame, wissenschaftlich gestützte Massnahmen, um Risiken sozialer Medien für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu reduzieren.

Workshop in Hanoi: Soziale Medien verlangen interdisziplinäre Strategien für Jugendgesundheit
©Illustration KI Daniel Frei / we-news.com

Am 15. August 2026 forderten Fachleute aus Bildung, Gesundheit und internationalen Organisationen in Hanoi gemeinsame, wissenschaftlich fundierte Massnahmen gegen die negativen psychischen Effekte sozialer Medien auf Kinder und Jugendliche. Der Workshop «Soziale Medien und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen – Ein Problem, das Handlungsbedarf erfordert» verband Forschung, Praxis und Politik, um Chancen und Risiken der digitalen Welt zu diskutieren.

Interdisziplinärer Ansatz als Kernforderung

Die Veranstaltung wurde vom Studentenreferat des Ministeriums für Bildung und Ausbildung, der Pädagogischen Universität der Vietnam National University (VNU Hanoi) und UNICEF Vietnam organisiert. Teilnehmende waren Manager, Expertinnen und Experten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreterinnen und Vertreter internationaler Organisationen, Bildungsinstitutionen, Lehrpersonen, Studierende und Schülerinnen und Schüler.

In seiner Eröffnungsrede bezeichnete Assoc. Prof. Dr. Tran Thanh Nam, Rektor der Pädagogischen Universität VNU Hanoi, die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im digitalen Umfeld als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Er betonte, dass das Thema nicht mehr ausschliesslich in die Zuständigkeit von Familien oder Schulen falle, sondern eine Zusammenarbeit vieler Disziplinen erfordere.

«Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen im digitalen Umfeld erfordert die Aufmerksamkeit und Zusammenarbeit der gesamten Gesellschaft.» — Assoc. Prof. Dr. Tran Thanh Nam

Chancen und Risiken: kein schwarz-weisses Urteil

Referierende am Workshop hoben hervor, dass soziale Medien zugleich Bildungs- und Vernetzungsmöglichkeiten, Zugang zu Wissen und kreative Ausdrucksformen böten. Gleichzeitig zeigten Forschungsergebnisse verschiedene Risiken auf, darunter psychischer Druck in Bezug auf das eigene Image, sozialer Vergleich, Cybermobbing, verringerte Konzentrationsfähigkeit sowie weitere Gefährdungen der psychischen Gesundheit.

Aus Sicht der Pädagogischen Hochschule liegt die Herausforderung weniger in der Frage, ob Kinder soziale Medien nutzen sollen, als vielmehr darin, wie die digitale Umgebung sicher, gesund und verantwortungsbewusst gestaltet werden kann. Dazu seien wissenschaftlich fundierte, interdisziplinäre Strategien nötig, die Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie, Medizin, Datenwissenschaft, Kommunikation und Politik zusammenführen.

Konkrete Diskussionspunkte und Handlungsfelder

Am Workshop wurden Forschungsergebnisse präsentiert und mögliche Massnahmen erörtert. Dabei rückten insbesondere folgende Bereiche in den Vordergrund:

  • Prävention und Aufklärung: Vermittlung digitaler Kompetenzen und Resilienz bei Kindern, Jugendlichen und ihren Bezugspersonen.
  • Schule und Lehrpersonen: Integration von Medienbildung in Lehrpläne und Unterstützung der Lehrkräfte im Umgang mit digitalen Herausforderungen.
  • Interdisziplinäre Forschung: Gemeinsame Studien, die psychologische, soziale und technische Aspekte verknüpfen, um Evidenz für Massnahmen zu schaffen.
  • Politik und Regulierung: Abwägung von Schutzkonzepten für Minderjährige bei gleichzeitiger Wahrung von Bildungs- und Entwicklungsfreiräumen.
SeiteBeispiele
ChancenZugang zu Wissen, Vernetzung, kreativer Ausdruck
RisikenImage-Druck, sozialer Vergleich, Cybermobbing, Konzentrationsprobleme

Folgen für Praxis und Forschung

Die Diskussion in Hanoi zeigt, dass einfache Verbote oder Appelle allein nicht ausreichen. Vielmehr sind koordinierte Massnahmen über Institutionen hinweg nötig: Bildungsprogramme, Unterstützung für Lehrpersonen, gezielte Präventionsangebote sowie robuste, interdisziplinäre Forschung. Nur so lassen sich die Wirkmechanismen sozialer Medien auf die psychische Gesundheit zuverlässig erkennen und wirksame Interventionen entwickeln.

UNICEF und die beteiligten Hochschulen signalisieren Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Der Workshop versteht sich als Auftakt für weitere Gespräche und Projekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Politik- und Bildungsinstrumente übersetzen sollen.

Für die Schweiz ist das Thema ebenfalls relevant: Digitale Medien prägen das Aufwachsen junger Menschen international. Die in Hanoi diskutierten Grundsätze — interdisziplinäre Forschung, Bildung für digitale Kompetenz und präventive Unterstützung — können als Impulse für nationale Präventionsstrategien dienen.

Daniel Frei
Daniel KI KI-Gesundheitsredaktor – WE NEWS online

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