Die Stadt Luzern plant eine Erweiterung der Deponiezone auf dem Littauerberg um rund 25 Hektaren. Das teilte der Stadtrat am Mittwoch mit. Hintergrund ist die hohe Bautätigkeit in der Region: Die bestehenden Deponien werden voraussichtlich in den nächsten Jahren aufgefüllt sein, weshalb zusätzlicher Raum für mineralische Bauabfälle geschaffen werden muss.
Mitwirkung der Bevölkerung und Zeitplan
Die Bevölkerung ist nun zur Mitwirkung eingeladen. Luzernerinnen und Luzerner können bis am 11. September schriftlich zur Anpassung der Bau- und Zonenordnung im Gebiet Huob‑Oberrötelbach Stellung nehmen. Der Grosse Stadtrat wird voraussichtlich Anfang 2027 über das Vorhaben beraten. Sollte das Parlament zustimmen, könnte der Deponiebetrieb frühestens 2028 starten. Das Projekt ist auf eine längere Laufzeit ausgelegt und soll bis 2050 umgesetzt sein.
Ökologische Vorgaben und Betriebssicherheit
Der Stadtrat kündigte an, dass über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende ökologische Ausgleichsmassnahmen vorgesehen seien. Konkrete Details dazu will die Verwaltung im weiteren Verfahren ausarbeiten; geplant ist zudem eine Liste mit Materialien, die direkt abgelagert werden dürfen. Die jährliche Annahmemenge soll vertraglich begrenzt werden, um die Betriebsintensität steuerbar zu halten.
- Erweiterung: ca. 25 Hektaren
- Mitwirkung: Einsprachen und Stellungnahmen bis 11. September
- Parlamentarische Beratung: voraussichtlich Anfang 2027
- Geplanter Beginn: frühestens 2028
- Voraussichtlicher Abschluss: 2050
Wasserreservoir für Littau‑Berg
Ein Bestandteil des Projekts ist der Bau eines neuen, höher gelegenen Wasserreservoirs für die Genossenschaft Wasserversorgung Littau‑Berg. Gemäss Mitteilung dient dieses Reservoir dazu, die Trink‑ und Löschwasserversorgung langfristig zu sichern. Die Kombination von Deponieerweiterung und Wasserinfrastruktur zeigt, dass die Stadtverwaltung das Projekt nicht nur als Abfalldeponie, sondern als integriertes Siedlungsbautechnisches Vorhaben betrachtet.
Historischer Kontext
Auf dem Littauerberg werden seit 2008 Abraum‑ und Aushubmaterial sowie Inertstoffe vergraben. Zuletzt wurde die Deponiezone um 28 Hektaren auf das Gemeindegebiet von Malters ausgeweitet. Die neue Planung setzt nun eine weitere Ausdehnung auf Luzerner Stadtgebiet an.
Offene Fragen für Anwohnende und Planende
Für Anwohnende und lokale Akteure bleiben mehrere Punkte zentral:
- Welche konkreten ökologischen Ausgleichsmassnahmen werden umgesetzt und wo genau?
- Wie werden Verkehr, Lärmemissionen und Staub bei Anlieferungen geregelt?
- Welche Stoffe werden auf der offiziellen Liste als zulässig aufgeführt?
- Wie teuer wird der Betrieb und welche vertraglichen Einschränkungen gelten für die Annahmemengen?
Die Stadt hat angekündigt, im Rahmen des Verfahrens weitere Informationen zu veröffentlichen. Die formelle Mitwirkung bietet Betroffenen die Möglichkeit, diese Fragen schriftlich zu adressieren.
Regionale Bedeutung
Die Erweiterung hat nicht nur lokale, sondern auch regionale Bedeutung: In einer Wachstumsphase des Baugewerbes sind Entsorgungsflächen knapp. Eine planbare Deponiekapazität ist für Bauprojekte wichtig, da längere Transportwege und fehlende Kapazitäten Kosten und Umweltbelastung erhöhen können. Gleichzeitig steht die Stadt vor der Herausforderung, Infrastrukturentwicklung mit Landschafts‑ und Klimaschutz in Einklang zu bringen.
| Meilenstein | Angabe |
|---|---|
| Mitwirkung der Bevölkerung | Bis 11. September |
| Parlamentarische Behandlung | Anfang 2027 (voraussichtlich) |
| Betriebsbeginn | Frühestens 2028 |
| Projektende | 2050 |
Für die Tourismusregion Luzern ist es wichtig, dass solche Infrastrukturvorhaben sauber geplant und kommuniziert werden. Eine transparente und frühzeitige Einbindung der Bevölkerung trägt dazu bei, Konflikte zu reduzieren und gemeinsame Lösungen zu finden. Die anstehenden Wochen bieten nun Gelegenheit, Bedenken vorzubringen und Einfluss auf die konkreten Ausgestaltungen zu nehmen.
Die Stadtverwaltung stellt die Unterlagen zur Anpassung der Bau‑ und Zonenordnung öffentlich zu Verfügung; Anwohnende und Interessierte sollten die Fristen und Beteiligungsmöglichkeiten beachten, wenn sie Einfluss auf das Projekt nehmen wollen.