Die Rotwildjagd im Kanton Schwyz verlief diesen September weniger erfolgreich als geplant. Die Staatskanzlei des Kantons teilte mit, dass von den 540 zur Strecke freigegebenen Rothirschen lediglich 362 erlegt worden seien. Als Hauptgrund nennt die Behörde die ungewöhnlich hohen Temperaturen und die trockenen Witterungsverhältnisse, die das Auffinden der Hirsche in mehreren Jagdgebieten erschwerten.
Weiterführung der Jagd im November mit Einschränkungen
Aufgrund der tieferen Streckenzahlen wird die Rotwildjagd vom 7. bis 21. November fortgesetzt. Gemäss Mitteilung darf in diesem Zeitraum jedoch nur sogenanntes Kahlwild geschossen werden, das sind junge oder weibliche Tiere. Hirschstiere mit mehrendigen Geweihen bleiben im November grundsätzlich geschützt.
Die Beschränkung zielt darauf ab, den Bestand nachhaltig zu regulieren und gleichzeitig die starke Bejagung von trächtigen oder kapitalen männlichen Tieren zu vermeiden. Konkrete Aussagen zum weiteren Management des Rotwildes nannte die Staatskanzlei nicht; mögliche Anpassungen an Bewilligungen oder Abschusspläne würden in der Folge geprüft.
Gams- und Murmeltierjagd: Zahlen und Stand
Neben der Hirschjagd fand im September auch die Jagd auf Steinwild statt. Bei den Gämsen wurden von 420 freigegebenen Tieren 364 geschossen. Zudem meldet die Behörde 38 erlegte Murmeltiere. Die Jagd auf das Steinwild ist laut Mitteilung noch nicht abgeschlossen.
| Wildart | Freigegeben | Erlegt |
|---|---|---|
| Rotwild (Rothirsche) | 540 | 362 |
| Gams | 420 | 364 |
| Murmeltier | — | 38 |
Ursachen und Auswirkungen der tiefen Streckenzahlen
Die Staatskanzlei macht Wetterbedingungen verantwortlich: Die hohen Temperaturen und die Trockenheit führten dazu, dass sich Hirsche in Teilen des Kantons rar machten. In einzelnen Jagdgebieten sei nur wenig oder gar kein Rotwild beobachtet worden. Das veränderte Verhalten der Tiere hat direkte Folgen für Jagdplanung, Bestandesbewirtschaftung und den Dialog zwischen Jägerschaft, Forst und Behörden.
- Weniger Begegnungen: Trockene Biotope und Hitze führen zu veränderten Aufenthaltsorten von Wild.
- Planungsunsicherheit: Bewilligungen und Abschusspläne müssen bei Ausbleiben der Tiere angepasst werden.
- Arten- und Bestandesmanagement: Schutzregelungen im Spätherbst (z. B. Schutz der Hirschstiere) bleiben zentral.
Für Förster, Grundeigentümer und Jagdverantwortliche bedeutet dies zusätzlichen Koordinationsbedarf: Abschusspläne für das Herbst-Jagdjahr könnten übertragen oder modifiziert werden, um Populationsziele dennoch zu erreichen, ohne einzelne Alters- oder Geschlechtsgruppen unnötig zu belasten.
Was Betroffene wissen müssen
Die Fortsetzung der Rotwildjagd im November gilt ausschliesslich für Kahlwild. Jägerinnen und Jäger müssen sich an die geltenden Beschränkungen halten; die kantonalen Jagdverordnungen und allfällige lokale Weisungen bleiben verbindlich. Weiterführende Informationen und allfällige Ergänzungen zu Abschusszahlen oder Terminen veröffentlicht die Staatskanzlei.
Die präsentierten Zahlen liefern erste Hinweise auf das Verhalten des Wildes in einem sehr trockenen Sommer. Ob sich die Beobachtungen und die jagdlichen Konsequenzen auf längerfristige Bestandesentwicklungen auswirken werden, bleibt offen und bedarf weiterer Beobachtung in den kommenden Monaten.
Die Staatskanzlei hat die genannten Zahlen kommuniziert; nähere Details zu einzelnen Jagdgebieten oder zu möglichen Anpassungen der Abschussbewilligungen wurden nicht veröffentlicht.