Die St.Galler Kantonalbank (SGKB) hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich an Schwung gewonnen: Mit einem Zuwachs bei Kundengeldern, steigendem Gewinn und einem Ausbau der Kundenausleihungen positioniert sich die Kantonalbank als zentraler Finanzakteur im Kanton St. Gallen und in der Ostschweiz.
Wachstum bei Vermögen und Kundenkrediten
Seit Jahresbeginn sammelte die SGKB 2,1 Milliarden Franken an Neugeldern ein. Per Ende Juni verwaltete die Bank Kundenvermögen in der Höhe von 76 Milliarden Franken, was einem Anstieg von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zunahme resultierte aus Zuwächsen bei institutionellen Anlegern ebenso wie bei Privatkunden.
Auch das Kreditgeschäft entwickelte sich positiv: Die Kundenausleihungen stiegen im ersten Halbjahr um 502,8 Millionen Franken auf 35,2 Milliarden Franken. Haupttreiber waren Hypotheken für Private in den Kantonen St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden.
Ergebniskennzahlen
Die SGKB meldete einen Konzerngewinn von 119,9 Millionen Franken, ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahressemester. Der Geschäftserfolg legte auf 140,5 Millionen Franken zu, der Geschäftsertrag erreichte 313,9 Millionen Franken.
| Kennzahl | Ende Juni 2026 | Veränderung |
|---|---|---|
| Kundenvermögen | 76 Mrd. Fr. | +5,9 % |
| Kundenausleihungen | 35,2 Mrd. Fr. | +502,8 Mio. Fr. |
| Konzerngewinn | 119,9 Mio. Fr. | +5,1 % |
Ertragsstruktur und Aufwand
Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft zeigte sich mit einem Anstieg von 7,5 Prozent besonders dynamisch. Dagegen lag der Handelserfolg 2,9 Prozent unter dem Vorjahreswert; im Frühling 2025 hatte die Bank noch von einer ausserordentlich hohen Börsenaktivität profitiert.
Aufwandsseitig stieg der Geschäftsaufwand um 4,1 Prozent. Insbesondere der Personalaufwand nahm um 6,5 Prozent zu; die Bank begründet dies mit personellem Ausbau sowie Investitionen in Angebot und Risikomanagement. Ende Juni beschäftigte die SGKB 1'478 Mitarbeitende, acht Personen mehr als Ende 2025.
Risikoposition und Vorsorge
Die Bilanzsumme erhöhte sich um 3,4 Prozent auf 49,8 Milliarden Franken, das Eigenkapital blieb mit 3,1 Milliarden Franken stabil. Die Bank meldet, das Kreditportfolio sei weiterhin in gutem Zustand, sieht jedoch in einzelnen Branchen vermehrt Herausforderungen. Deshalb erhöhte die SGKB die Wertberichtigungen und Rückstellungen um 3,4 Millionen Franken.
«Dieses konstante Wachstum ist erneut breit abgestützt: Alle Kundengruppen und Marktregionen haben dazu beigetragen. Das zeigt, dass unsere Strategie stimmt», sagte SGKB-CEO Christian Schmid laut Mitteilung.
Regionale Bedeutung und Ausblick
Für die Ostschweiz ist die SGKB eine zentrale Institution: Steigende Hypothekenvolumen bedeuten für lokale Hypothekarnehmer mehr Auswahl, zugleich kann ein wachsendes Kreditportfolio die Finanzierung von Unternehmen fördern. Die Erhöhung der Rückstellungen signalisiert jedoch, dass die Bank auf mögliche Belastungen vorbereitet ist.
Die SGKB hat nach dem starken Jahresstart die Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Konkrete neue Ziele nennt die Bank in der veröffentlichten Zusammenfassung nicht; die Entwicklung in den nächsten Monaten dürfte aber stark von der weiteren Wirtschaftsentwicklung in der Region und der Aktienmarktlage abhängen.
Worauf Kundinnen und Kunden achten sollten
- Privatkunden mit Hypotheken profitieren von aktiver Kreditvergabe in der Region; Konditionen hängen weiterhin von Zinsumfeld und individuellen Faktoren ab.
- Unternehmen sollten ihre Finanzplanung prüfen, da einzelne Branchen laut Bank empfindlicher werden.
- Kundinnen und Kunden, die Vermögen anlegen, finden vermehrt kommissionsgetriebene Angebote; eine Beratung bleibt zentral.
Insgesamt präsentiert sich die St.Galler Kantonalbank im Halbjahresbericht 2026 als wachsender, jedoch vorsichtiger Akteur. Die Zahlen bestätigen die regionale Verankerung und zeigen zugleich, dass die Bank Handlungsfähigkeit bewahrt, falls sich das wirtschaftliche Umfeld verschlechtert.