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«Shamonda-like-Virus» in der Region: neue Gefahr für trächtige Rinder und Milchbetriebe

Seit Ende Juli untersucht der Rindergesundheitsdienst in Freiburg ein bislang unbekanntes Virus, das genetisch dem Shamonda-Virus ähnelt. Übertragung erfolgt vermutlich durch blutsaugende Gnitzen. Während erwachsene Rinder meist milde Symptome zeigen, drohen Fehlbildungen, Abort und Totgeburten bei infizierten Föten.

«Shamonda-like-Virus» in der Region: neue Gefahr für trächtige Rinder und Milchbetriebe
©Illustration KI Bruno Vonlanthen / we-news.com

Seit dem 20. Juli gingen beim Rindergesundheitsdienst in Freiburg mehrere Meldungen von erkrankten Rindern ein. Untersuchungen, die das Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald anstellte, ergaben eine grosse genetische Nähe zu dem bekannten Shamonda-Virus. Der Erreger wird deshalb vorläufig als «Shamonda-like-Virus» bezeichnet.

Wie wurde der Erreger entdeckt?

Tierarzt Simon Rotheneder vom Rindergesundheitsdienst entnahm Proben auf vier Höfen im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Kreis Tuttlingen. Diese Proben wurden nach Greifswald geschickt. Das Friedrich-Loeffler-Institut identifizierte schliesslich den Erreger und führt derzeit weitergehende Charakterisierungen durch.

Übertragungsweg und Krankheitsbild

Nach derzeitigem Kenntnisstand erfolgt die Übertragung durch blutsaugende Gnitzen, also sehr kleine Mücken. Eine direkte Tier-zu-Tier-Übertragung ist bislang nicht nachgewiesen. Bei erwachsenen Rindern verläuft die Infektion in den beobachteten Fällen meist mild, was die akute Sterblichkeit der ausgewachsenen Tiere betrifft.

  • Erste Meldungen beim Rindergesundheitsdienst: 20. Juli
  • Probenentnahme: vier Höfe (Schwarzwald-Baar-Kreis, Kreis Tuttlingen)
  • Identifizierung und weitere Analysen: Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald
  • Vorläufige Bezeichnung des Erregers: «Shamonda-like-Virus»

Gefahr für trächtige Tiere und Folgen für Betriebe

Problematisch ist laut Michael Suntz, Abteilungsleiter am Tierhygienischen Institut des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamts Freiburg, eine Infektion während der Trächtigkeit. Wenn Föten betroffen sind, könne das zu Fruchtbarkeitsproblemen, Aborten, Totgeburten oder Fehlbildungen führen. Solche Folgen seien von verwandten Viren bereits bekannt. Aus diesem Grund könne sich das volle Ausmass der Bedrohung erst in einigen Monaten zeigen, warnte Suntz gegenüber dem SWR.

Erste betriebliche Auswirkungen wurden bereits gemeldet: Auf einem Bio-Milchviehbetrieb in Triberg-Gremmelsbach wurde eine Reduktion der Milchleistung beobachtet. In einem berichteten Fall sank die Milchmenge um rund 20 Prozent. Ob diese Verringerung direkt dem neuen Erreger zuzuschreiben ist, bedarf weitergehender Untersuchungen.

Welche Schritte folgen?

Michael Suntz und Simon Rotheneder haben nach eigenen Angaben die nächsten Untersuchungs- und Koordinationsschritte besprochen. Im Vordergrund stehen die weiterführende genetische Charakterisierung des Erregers, epidemiologische Abklärungen zur Verbreitung und die Erarbeitung von Empfehlungen für Tierhalter zur Minimierung des Infektionsrisikos.

Aspekt Stand
Erster Eingang der Meldungen 20. Juli
Probenentnahme Vier Höfe in Schwarzwald-Baar- und Tuttlinger Kreis
Identifikation Friedrich-Loeffler-Institut, Greifswald
Vorläufige Bezeichnung «Shamonda-like-Virus»

Was sollten Tierhalter jetzt beachten?

Konkrete Handlungsempfehlungen werden in den kommenden Tagen von den zuständigen Behörden und Instituten erwartet. Bis dahin gelten allgemein gültige Vorsichtsmassnahmen gegen blutsaugende Insekten und eine verstärkte Überwachung tragender Tiere als sinnvoll. Tierhalter sollten Auffälligkeiten wie Abort, Totgeburt, Fehlbildungen oder unerklärliche Leistungsabfälle umgehend dem Rindergesundheitsdienst melden, damit Proben genommen und weitere Fälle nachvollzogen werden können.

Die kommenden Wochen sind entscheidend, um die Verbreitung des neuen Erregers zu kartieren und um abzuschätzen, wie stark landwirtschaftliche Betriebe in der Region betroffen sein werden. Die Behörden betonen, dass heute vorliegenden Erkenntnisse vor allem erste Hinweise liefern; eine genauere Risikoabschätzung folgt, sobald die genetische Charakterisierung und weitere epidemiologische Daten vorliegen.

Für die Milchwirtschaft im Kanton Freiburg und angrenzenden Regionen bedeutet dies eine Phase erhöhter Wachsamkeit: Die Fertilität von Herden und die Unversehrtheit neugeborener Kälber stehen im Zentrum der Untersuchungen. Die Zusammenarbeit zwischen lokalen Tierärzten, dem Veterinäruntersuchungsamt Freiburg und nationalen Instituten wie dem Friedrich-Loeffler-Institut wird dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Bruno Vonlanthen
Bruno KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Freiburg – WE NEWS online

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