Die St. Galler Kantonalbank (SGKB) hat im ersten Halbjahr 2026 sowohl den Geschäfts- als auch den Reingewinn gesteigert und reagiert mit einer verbesserten Perspektive für das laufende Jahr. Das Institut weist einen gestiegenen Geschäftserfolg sowie ein höheres Ergebnis nach Steuern aus und nennt als Treiber vor allem das Hypothekengeschäft und Zuflüsse in Vermögensverwaltung.
Wachstum bei Erträgen und Gewinn
Laut Mitteilung erhöhte sich der Geschäftserfolg gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent auf 140,5 Millionen Franken. Der Reingewinn stieg um 5,1 Prozent und erreichte 119,9 Millionen Franken. Insgesamt erwirtschaftete die SGKB einen Geschäftsertrag von 313,9 Millionen Franken, ein Plus von 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Ertragsstruktur: Zinsen weiter wichtigste Quelle
Rund 60 Prozent der Erträge entfallen demnach auf das Zinsengeschäft. Hier verzeichnete die Bank einen Netto-Erfolg, der um 2,8 Prozent höher ausfiel als in der Vorjahresperiode. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft entwickelte sich mit einem Zuwachs von 7,5 Prozent erneut positiv. Dagegen verringerte sich der Handelserfolg um 2,9 Prozent, nachdem die Vorjahresperiode von einer sehr hohen Börsenaktivität profitierte.
Aufwand steigt, hauptsächlich wegen Personal
Der Geschäftsaufwand nahm im ersten Halbjahr insgesamt zu (+ 4,1 Prozent). Die Bank weist darauf hin, dass ausschliesslich der Personalaufwand anstieg (+ 6,5 Prozent), während der Sachaufwand auf Vorjahresniveau blieb. Die SGKB begründet die höheren Personalkosten mit Massnahmen zur Sicherstellung des Wachstums sowie zur Optimierung von Angebot und Risikomanagement.
Kundenausleihungen und Vermögensverwaltung
Die Kundenausleihungen nahmen um 1,4 Prozent zu und beliefen sich auf 35,2 Milliarden Franken. Den Grossteil des Zuwachses verzeichnete die Bank bei Hypotheken an Privatpersonen in den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden. Auch die verwalteten Vermögen legten deutlich zu und erreichten per Ende Juni 76,0 Milliarden Franken, ein Plus von 5,9 Prozent. Im Halbjahr flossen der SGKB Nettozuflüsse in Höhe von 2,1 Milliarden Franken zu.
| Kennzahl | H1 2026 | Veränderung |
|---|---|---|
| Geschäftserfolg | 140,5 Mio. Fr. | +5,0 % |
| Reingewinn | 119,9 Mio. Fr. | +5,1 % |
| Geschäftsertrag | 313,9 Mio. Fr. | +4,0 % |
| Kundenausleihungen | 35,2 Mrd. Fr. | +1,4 % |
| Verwaltete Vermögen | 76,0 Mrd. Fr. | +5,9 % |
Konservative Prognoseanpassung
Auf Basis der Halbjahreszahlen hat die Bank ihren Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 nach oben revidiert. Bisher hatte die SGKB einen Konzerngewinn auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt; nun strebt die Bank an, ein Ergebnis leicht über der Höhe des Vorjahres zu erreichen, unter bestimmten Annahmen zur Zins- und Marktentwicklung.
«leicht über der Höhe des Vorjahres»
Die Bank stellt klar, dass diese Erwartung voraussetzt, dass die aktuellen Zinsen stabil bleiben, sich die Aktienmärkte weiter positiv entwickeln und sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht verschlechtern.
Regionale Bedeutung
Für die Ostschweiz hat die Entwicklung der SGKB praktische Wirkung: Zuwächse bei Hypotheken und Nettozuflüssen in die Vermögensverwaltung sprechen für anhaltende Nachfrage aus dem regionalen Markt. Gleichzeitig zeigen die höheren Personalkosten, dass die Bank in Wachstum und Risikomanagement investiert, was mittelbar Arbeitsplätze und Beratungsangebote in der Region stützen kann.
Die Halbjahreszahlen geben der SGKB Spielraum, den Jahresausblick anzupassen, lassen aber auch erkennen, wie abhängig das Ergebnis von externen Faktoren bleibt. Steigende Zinsen, Kapitalmarktbewegungen oder eine unerwartete Konjunkturwende könnten die aktualisierte Prognose jederzeit tangieren.
- Wesentliche Treiber: Hypothekenwachstum, Zuflüsse in Vermögensverwaltung, stabiler Nettozins‑Ertrag.
- Risiken: Zins- und Aktienmarktentwicklung sowie makroökonomische Einflüsse.
- Auswirkungen für die Region: Stärkung der Kreditvergabe und Beratungsangebote in St. Gallen und Umgebung.
Die SGKB präsentiert die Halbjahreszahlen als solide Grundlage für das weitere Jahr, betont aber zugleich die Abhängigkeit von externen Rahmenbedingungen. Kunden, Gemeinden und lokale Unternehmen dürften die Entwicklung aufmerksam verfolgen, weil sie direkte Auswirkungen auf Kreditkonditionen und Vermögensverwaltungsangebote haben kann.