Die österreichische Schauspielerin Erni Mangold ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Dies bestätigte ihr Agent Klaus Kelterborn der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet.
Vom Nachkriegsbühnenwesen zu Film und Fernsehen
Ernestine Goldmann, wie sie 1927 geboren wurde, begann ihre Laufbahn nach dem Zweiten Weltkrieg am Theater in Wien. In den 1950er-Jahren wechselte sie für einige Jahre ans Hamburger Schauspielhaus, wo sie unter Gustaf Gründgens spielte. Es folgten Engagements unter anderem am Düsseldorfer Schauspielhaus. Mangold war als Charakterdarstellerin sowohl auf der Bühne wie vor der Kamera präsent.
Film- und Fernsehpräsenz
Über Jahrzehnte wirkte Mangold in einer Vielzahl von Produktionen mit. Zu ihren frühen Kinoauftritten zählt der Film Hanussen (1955), in dem sie neben O.W. Fischer zu sehen war. Später stand sie in internationalen Produktionen vor der Kamera, unter anderem in Richard Linklaters Before Sunrise, wo sie als Handleserin auftrat.
«Die Erni war eine energische und zähe Person», sagte ihr Agent Klaus Kelterborn.
Bis weit ins hohe Alter blieb sie aktiv: Noch im Jahr 2020 spielte sie in Fernsehproduktionen mit, etwa in dem TV-Film Das Geheimnis der Freiheit als Katia Mann, der Mutter des Schriftstellers Golo Mann. Im selben Jahr war sie in der TV-Romanze Schönes Schlamassel zu sehen, gemeinsam mit Darstellern wie Verena Altenberger und Dieter Hallervorden.
Breite Bandbreite an Rollen
Mangold wirkte in mehreren Tatort-Folgen mit und war in Serienauftritten zu sehen, etwa in Der Alte, Kommissar Rex und Der Bulle von Tölz. Insgesamt ergibt sich daraus eine beachtliche Film- und Fernsehkarriere.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Geburtsjahr | 1927 |
| Todesjahr | 2026 |
| Film- und TV-Produktionen | Mehr als 100 |
| Bekannte Filme | Hanussen (1955), Before Sunrise (Kurzauftritt) |
Späte Anerkennung
Für ihre Arbeit erhielt Mangold späte Auszeichnungen. So gewann sie 2015 den Österreichischen Filmpreis für ihre Rolle im Film Der letzte Tanz, in dem sie eine Alzheimer-Patientin verkörpert, die eine umstrittene Beziehung mit einem jungen Zivildienstleistenden eingeht. Die Auszeichnung würdigte eine Leistung, die in der Öffentlichkeit und Kritik Aufmerksamkeit erregte.
- Langjährige Präsenz im deutschsprachigen Film- und Fernsehraum
- Vielfältige Rollen auf Bühne und Leinwand, von Theaterengagements bis zu Serien und Kinofilmen
- Auszeichnung: Österreichischer Filmpreis 2015
Erni Mangold hinterlässt ein umfangreiches Werk, das über sieben Dekaden reicht und sowohl klassische als auch zeitgenössische Produktionen umfasst. Mit ihrem Tod endet die Laufbahn einer Darstellerin, die in Österreich und darüber hinaus als prägnante Charakterdarstellerin galten.
Für Leserinnen und Leser, die sich ein Bild von Mangolds Arbeit machen wollen, lohnen sich unter anderem die frühen Filme der 1950er-Jahre sowie die späten Fernsehauftritte, die zeigen, wie beständig sie ihre Kunst bis ins hohe Alter ausübte.