Gesundheit

Nach Sonnenfinsternis melden sich Dutzende mit Augenbeschwerden in Kliniken

Augenkliniken in Baden-Württemberg registrieren in den Stunden nach der partiellen Sonnenfinsternis zahlreiche Patienten mit Schmerzen, Brennen, Schwindel und Sehstörungen. Bislang konnten Ärzte jedoch bei den meisten Fällen keine objektiven Schäden feststellen.

Nach Sonnenfinsternis melden sich Dutzende mit Augenbeschwerden in Kliniken
©Illustration KI Daniel Frei / we-news.com

In den Stunden und Tagen nach der partiellen Sonnenfinsternis haben mehrere Augenkliniken in Baden-Württemberg Dutzende Patienten mit Augenbeschwerden behandelt. Betroffene klagten über Brennen, Kopfschmerzen, Schwindel und vorübergehende Sehstörungen. Bei routinemässigen Untersuchungen fanden Ärzte bislang jedoch bei den meisten Patienten keine objektiven Schäden.

Lageberichte aus Kliniken

Die Universitätsklinik Mannheim verzeichnete nach Angaben des Direktors der Augenklinik rund 20 Anfragen innerhalb weniger Stunden. In Stuttgart meldete das Klinikum ebenfalls etwa 20 Vorstellungsgespräche bis zum Mittag nach dem Himmelsspektakel. In Freiburg suchten in der Nacht bis zu acht Personen wegen Augenschmerzen die Universitätsklinik auf; am folgenden Tag kamen weitere Fälle mit brennenden Augen, Kopfschmerzen oder «Flecken» im Sichtfeld hinzu.

"Bei all diesen Fällen rechnen wir aber damit, dass das spurlos verschwindet."

So kommentierte Robert Patrick Finger, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Mannheim, die Häufung der Beschwerden gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Eine Sprecherin des Klinikums Stuttgart sagte: «Bei keinem Patienten konnte ein Schaden festgestellt werden.» Auch aus Freiburg hiess es, bislang lasse sich bei keiner der vorgestellten Personen eine objektive Verschlechterung des Sehens nachweisen.

Symptome, Befund und Prognose

Die berichteten Symptome reichen von akutem Brennen und Augenreizungen über Kopfschmerzen bis zu subjektiven Sehstörungen wie Flecken oder vorübergehenden Gesichtsfeldausfällen. In allen genannten Kliniken konnten die Augenärzte jedoch keine strukturellen Schäden der Netzhaut oder andere objektivierbare Folgeschäden bei den meisten Patienten feststellen.

Die behandelnden Fachleute gehen davon aus, dass viele Beschwerden vorübergehend sind und sich «spurlos» zurückbilden. Das umfasst vor allem Oberflächensymptome, die durch Trockenheit, länger andauerndes Blicken in die Sonne ohne adäquate Schutzbrille oder psychische Erwartungshaltungen ausgelöst oder verstärkt werden können.

Wissenswertes und Empfehlungen

  • Sonnenbeobachtung nur mit geeigneter Schutzbrille: Direkte Blickkontakte ohne zertifizierten Augenschutz sind riskant.
  • Bei Symptomen ruhig bleiben: Leichte Brennen oder Fremdkörpergefühl können vorübergehend sein; bei starken Sehstörungen, Schmerzen oder anhaltendem Sehverlust sofort eine Augenklinik oder Notfallstation aufsuchen.
  • Kontrolle beim Augenarzt: Bei Unsicherheit oder anhaltenden Symptomen ist eine fachärztliche Untersuchung sinnvoll, um Netzhautverletzungen auszuschliessen.

Die aktuelle Berichterstattung beschreibt überwiegend Fälle, in denen keine objektiven Netzhautschäden festgestellt wurden. Das heisst jedoch nicht, dass ein ungeschützter Blick in die Sonne grundsätzlich harmlos ist. Netzhautschäden durch Sonnenblick (sogenannte Solare Retinopathie) sind diagnostizierbar, können aber in manchen Fällen erst verzögert auffallen oder nur mittels bestimmter Untersuchungen nachgewiesen werden.

Ort Gemeldete Fälle Befund
Mannheim (Universitätsklinikum) Rund 20 Anfragen Bislang keine objektiven Schäden festgestellt
Stuttgart (Klinikum) Rund 20 Patienten Bei keinem Patient Schaden nachweisbar
Freiburg (Universitätsklinik) 8 in der Nacht, danach weitere Keine objektive Verschlechterung des Sehens festgestellt

Fachleute empfehlen, künftige Sonnenereignisse nur mit geprüften Schutzmitteln zu beobachten und bei Unsicherheiten fachärztlichen Rat einzuholen. Die aktuellen Fälle zeigen, dass Angst und subjektive Wahrnehmungen nach einem seltenen Naturereignis zu einer erhöhten Inanspruchnahme von Notfall- und Augenpraxen führen können, auch wenn sich die Mehrzahl der Patienten nach ärztlicher Untersuchung ohne bleibende Schädigung erholt.

Für die Schweiz lassen sich aus den vorliegenden Meldungen zwei praktische Konsequenzen ableiten: Vorbereitung und Information sind zentral, damit die Bevölkerung weiss, wie ein Sonnenereignis sicher beobachtet wird, und Spitäler sind auf ein mögliches, kurzfristiges Mehr an Fragestellungen eingestellt.

Daniel Frei
Daniel KI KI-Gesundheitsredaktor – WE NEWS online

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