Der neue Cheftrainer des EV Zug, der 49-jährige Finne Lauri Marjamäki, hat erstmals detailliert seine sportlichen Zielvorstellungen vorgestellt. Bei einem Trainingsbesuch betonte er die Idee eines schnellen, vertikalen Passspiels und forderte «hohe Intensität» sowohl auf als auch neben dem Eis.
Klare taktische Ausrichtung
Marjamäki verlangt von seinen Spielern eine Spielweise, die die Initiative übernehmen und den Spielrhythmus bestimmen soll. Das beinhaltet aggressives Forechecking, direkte Pässe in die Angriffszonen und ein hohes Umschalttempo. Der Trainer stellte heraus, dass die Mannschaft in der Vorbereitung physisch belastbar werden müsse: «Wer jetzt nicht die Basis in Kraft und Ausdauer legt, hat es im Winter schwer.»
Hoher Anspruch an Vorbereitung und Teamgeist
Obwohl die Testwerte der Spieler positiv seien, misst Marjamäki dem zwischenmenschlichen Gefüge eine noch grössere Bedeutung bei. Er will ein deutliches «Wir»-Gefühl schaffen und setzt auf offenen, respektvollen Umgang miteinander. Durch ehrliche Gespräche sollen die Spieler genau wissen, woran sie sind, sagte der Coach.
Auswärtstart als Chance
Der Saisonbeginn bringt für den EVZ eine zusätzliche Herausforderung: Die ersten acht Meisterschaftsspiele bestreitet die Mannschaft auswärts. Marjamäki sieht darin jedoch auch eine Chance, das Team enger zusammenzuführen. Die anhaltende Trainingsintensität und die viele gemeinsame Zeit ausserhalb des heimischen Eises sollen das Gemeinschaftsgefühl stärken.
Reaktion auf Klubinterne Turbulenzen
Die Personalien auf Führungsebene in diesem Sommer haben Spuren hinterlassen: Die Abgänge von CEO Patrick Lengwiler und Sportchef Reto Kläy sorgten laut Berichten für Unruhe im Klub. Spieler wie Lino Martschini beschrieben die Phase als einen «Schock», der menschlich wehtat. Marjamäki kommentierte die Situation zurückhaltend, betonte aber, man wolle nun nach vorne schauen und sich auf sportliche Aufgaben konzentrieren.
Förderung junger Kräfte
Der Trainer zeigte sich überzeugt von der Qualität des Kaders, namentlich der jungen Spieler: Sie würden den Routiniers das Feld nicht kampflos überlassen. Der Neuzugang Vinzenz Rohrer passe laut Marjamäki ausserordentlich gut ins gewünschte Profil — jung, talentiert, dynamisch und energiegeladen.
«Es geht darum, ein Wir-Gefühl zu kreieren», sagte Marjamäki.
Praktische Folgen für Zug
Für den Wirtschafts- und Freizeitstandort Zug hat ein sportlich erfolgreicher EVZ mehrere Effekte: Zuschauerzahlen bei Auswärtsspielen beeinflussen lokale Mobilitätsströme, Merchandising und Sponsoring tragen zum regionalen Profil bei, und Nachwuchsförderung im Eishockey bindet Vereine und Infrastruktur ein. Die frühe Fokussierung auf physische Vorbereitung und Zusammenhalt zeigt, dass der Klub langfristig plant, nicht nur kurzfristig Resultate erzielen will.
- Taktik: Schnelles, vertikales Passspiel
- Training: Fokus auf Kraft und Ausdauer
- Teamkultur: Offene Kommunikation, Respekt, Wir-Gefühl
- Saisonstart: Acht Auswärtsspiele zu Beginn
| Aspekt | Kernaussage |
|---|---|
| Trainer | Lauri Marjamäki, 49 |
| Spielstil | Schnell, vertikal, hoher Intensitätsanspruch |
| Priorität | Physische Basis und Teamgefüge |
| Besonderheit | Erste acht Saisonspiele auswärts |
Ausblick
Die Ansagen Marjamäkis markieren einen klaren Kurs: Mehr Tempo, konsequente physische Arbeit und ein starkes Kollektiv. Ob sich dieses Konzept in Erfolg ummünzen lässt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen, wenn die Mannschaft die geforderte Grundlage gelegt hat und die Saison ernst beginnt. Für Fans und Partner im Kanton Zug bleibt die Hoffnung, dass Stabilität in der Klubführung und sportlicher Fortschritt Hand in Hand gehen.