Die Zahl leer stehender Wohnungen im Kanton Zürich ist innerhalb eines Jahres von rund 3’800 auf etwa 4’200 Einheiten gestiegen. Gemessen an der Gesamtzahl der Wohnungen ergibt dies eine kantonale Leerwohnungsquote von rund 0,52 Prozent, wie die kantonalen Erhebungen zeigen. Trotz des Anstiegs bleibt das Angebot an sofort verfügbaren Wohnungen in den urbanen Zentren knapp.
Städte mit sehr tiefen Quoten
In der Stadt Zürich standen per Stichtag 1. Juni exakt 252 Wohnungen leer. Das entspricht einer Leerwohnungsziffer von 0,11 Prozent — zwar leicht mehr als im Vorjahr (+17 Einheiten), aber weiterhin unter dem jeweiligen Zehnjahresdurchschnitt. Auch in Winterthur hat die Zahl der unbewohnten Wohnungen zugenommen: Die Behörden registrierten 116 leer stehende Wohnungen, was einer Quote von 0,20 Prozent entspricht.
Regional betrachtet liegen sämtliche Gebiete des Kantons weiterhin unter der Schwelle von einem Prozent. Am höchsten ist die Quote im Zürcher Oberland mit 0,95 Prozent, gefolgt von der Region Pfannenstiel mit 0,90 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass Leerstand zwar leicht ansteigt, aber die Knappheit in den Ballungszentren anhält.
Wenige Neubauwohnungen verfügbar
Seit 2021 blieb die Wohnbautätigkeit im Kanton Zürich weitgehend zurückhaltend. Entsprechend war die Nachfrage nach neu fertiggestellten Wohnungen hoch. Die Gemeinden meldeten rund 600 leer stehende Neubauwohnungen mit Baujahr 2024 oder später — das sind 120 mehr als im Vorjahr. Die Leerwohnungsquote bei Neubauten liegt bei 3,02 Prozent, nach über 6 Prozent vor zehn Jahren.
Zu dem erhöhten Anteil an leer stehenden Neubauwohnungen tragen insbesondere die Stadt Zürich und die Gemeinde Regensdorf bei, wo in den letzten Jahren überdurchschnittlich viel gebaut wurde.
Leerstand nach Haustyp und Grösse
Bei Einfamilienhäusern sind kantonsweit rund 700 Objekte unbewohnt, was einer Quote von 0,58 Prozent entspricht. Die übrigen Wohnungen (Mehrfamilienhäuser und vergleichbare Einheiten) weisen eine Leerwohnungsziffer von knapp 0,51 Prozent auf.
Die Verteilung nach Wohnungsgrössen zeigt nur geringe Schwankungen. Insgesamt stiegen die Leerstände in fast allen Kategorien leicht an; eine Ausnahme bilden 2-Zimmer-Wohnungen, bei denen die Quote nicht stieg. Wohnungen mit sechs oder mehr Zimmern weisen derzeit mit 0,60 Prozent die höchste Leerwohnungsziffer auf, 5-Zimmer-Wohnungen liegen bei 0,53 Prozent.
- Kantonale Leerwohnungsquote: 0,52%
- Leerstände insgesamt: ca. 4’200 Wohnungen
- Neubauleerstand (2024+): 600 Wohnungen, Quote 3,02%
- Leerst im Stadtgebiet Zürich: 252 Wohnungen (0,11%)
Kontext und lokale Konsequenzen
Die Zahlen bestätigen eine zweigleisige Realität: Mehr Leereinheiten als im Vorjahr, aber weiter knapper Wohnraum in den städtischen Zentren. Für Mieterinnen und Mieter bedeutet dies, dass die Verhandlungsposition in den Städten weiterhin schwach bleibt; Vermietende können selektiver vorgehen. Für Gemeinden und Politik stellt sich die Frage, wie Neubau, Umnutzung und bezahlbares Wohnraumangebot besser aufeinander abgestimmt werden können.
Die Entwicklung der kommenden Jahre wird stark von der Bauaktivität abhängen. Die derzeit noch relativ hohe Leerwohnungsquote bei Neubauten deutet darauf hin, dass neu geschaffener Wohnraum nicht eins zu eins den Druck auf dem Markt in den Innenstadtgebieten reduziert — etwa weil Neubauprojekte oft in Randlagen entstehen oder weil die Zusammensetzung der neu gebauten Wohnungen (Grösse, Standard, Preis) nicht zur Nachfrage passt.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Leerwohnungen gesamt | ~4’200 |
| Kantonale Quote | 0,52% |
| Stadt Zürich (leer) | 252 (0,11%) |
| Winterthur (leer) | 116 (0,20%) |
| Neubauleerstand | 600 (3,02%) |
Für Interessierte: Wer Wohnraum sucht, sollte aufmerksam die Angebote beobachten und bei neuem Wohnraum rasch reagieren. Wer in der Politik oder Verwaltung tätig ist, steht vor der Herausforderung, Bauimpulse mit sozialpolitischen Massnahmen zu verbinden, damit Neubau auch wirklich Entlastung für die breite Nachfrage bringt.
Die kantonalen Zahlen liefern eine Momentaufnahme: Der Leerstand bewegt sich weiterhin auf sehr tiefem Niveau, insbesondere in den städtischen Zentren, gleichzeitig zeigt der leicht erhöhte Gesamtbestand, dass sich in einzelnen Teilmärkten erste Entlastungen andeuten — wie nachhaltig diese sind, wird sich erst mit dem Fortgang der Bauaktivität und der Nachfrage klären.