Der Kanton Zürich hat in Dübendorf eine neue Filiale der Kantonsschule Stadelhofen in Betrieb genommen. Die provisorische Schulanlage steht auf dem Empa‑Eawag‑Areal und startet diese Woche mit Lehrbetrieb für rund 220 Schülerinnen und Schüler. Der Standort ist als Übergangslösung geplant, weist aber mit seiner Bauweise und Ausstattung Merkmale einer dauerhaften Schulanlage auf.
Modernes Provisorium statt klassischer Containerlösung
Anders als die traditionellen Containerprovisorien sind die Gebäude in Dübendorf als Holzmodulbauten ausgeführt. Insgesamt wurden rund 250 Holzmodule verbaut. Das Projekt umfasst drei markant grün gestaltete Trakte mit zwei Schultrakten für Unterricht und Fachräume sowie einem dritten Trakt mit zwei Sporthallen. Neben Klassenzimmern stehen Fachräume für Naturwissenschaften, Bildnerisches Gestalten, Informatik und Musik zur Verfügung. Zudem gehören ein Mehrzweckraum, eine Mediothek und eine Mensa zur Anlage.
Nachhaltigkeit und Nutzungsflexibilität
Die Anlage wurde nach aktuellen Nachhaltigkeitsstandards realisiert: Das Schulhaus erfüllt den Minergie‑Eco‑Standard, der Sporthallentrakt sogar den Minergie‑A‑Eco‑Standard. Damit will der Kanton kurzfristig verfügbaren Schulraum anbieten, ohne auf energieeffiziente und nachhaltige Bauweisen zu verzichten. Die Gebäude sind so konzipiert, dass sie mehrfach nutzbar sind und sich an veränderte Bedarfssituationen anpassen lassen.
Freiraum, Kunst und Schulalltag
Als Aussenraum dient ein begrüntes Areal, das als Zugang und Pausenhof fungiert und beschattete Begegnungszonen sowie einen Sportplatz umfasst. Teil des Aussenkonzepts ist ein Kunst‑und‑Bau‑Projekt des Künstlers Ronny Hardliz: Auf dem Gelände wird ein Schulbus platziert, der als Ort neuer Formen der Begegnung genutzt werden soll. Die Lage auf dem Empa‑Eawag‑Areal macht die Filiale gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar und positioniert sie in einem dynamischen Einzugsgebiet.
Bauzeit und Kosten
Die Realisierung dauerte rund 15 Monate. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 47 Millionen Franken (Fr.). Die Planung stammt von Bauart Architekten und Planer AG; die Ausführung übernahm Blumer Lehmann AG. Die Sportbauten wurden von pool Architekten gestaltet und erhielten im Jahr 2025 den Architekturpreis Kanton Zürich.
| Fakt | Wert |
|---|---|
| Erste Klassen | ~220 Schülerinnen und Schüler |
| Gesamtkapazität | 650 Schülerinnen und Schüler |
| Module | ~250 Holzmodule |
| Bauzeit | 15 Monate |
| Kosten | ~47 Mio. Fr. |
| Standards | Minergie‑Eco / Minergie‑A‑Eco |
Ausblick und lokale Bedeutung
Die Filiale adressiert ein konkretes Platzproblem: Das Glattal wächst, und mit ihm die Zahl der Schülerinnen und Schüler. Die temporäre Lösung verschafft der Kantonsschule Stadelhofen kurzfristig zusätzliche Kapazitäten und entlastet andere Standorte. Zugleich demonstriert das Bauvorhaben, wie provisorischer Schulraum heute konzipiert wird: nachhaltig, qualitativ hochwertig und mit einem Blick auf Mehrfachnutzbarkeit.
- Standort: Empa‑Eawag‑Areal, Dübendorf
- Start: Unterrichtsbetrieb diese Woche mit rund 220 Lernenden
- Zielkapazität: bis zu 650 Lernende
Für Dübendorf bedeutet das Projekt nicht nur mehr Schulplätze, sondern auch Investitionen in die Bildungsinfrastruktur vor Ort. Ob und wie lange die Anlage als Provisorium bestehen bleibt, richtet sich nach dem weiteren Bedarf und den längerfristigen Planungen des Kantons für Schulraum im Glattal.