Die Stadt Kriens stellt sich an die Urne: Am 27. September können die Stimmberechtigten darüber entscheiden, ob die Gemeinde rund 26,12 Millionen Franken an den Bau von drei Überdachungen über die Autobahn A2 leisten soll. Das Gesamtprojekt sieht vor, die heute offen geführte A2 in drei Abschnitten zu überdachen, um die trennende Wirkung der Autobahn aufzuheben und neue Verbindungen für Fussgängerinnen, Velofahrende und Quartiere zu schaffen.
Worum es konkret geht
Die geplanten Massnahmen umfassen eine bis zu 300 Meter lange Überdachung im Bereich Arsenal (Siedlungsverbindung Rösslimatt), die Verlängerung des Tunnels Schlund zur Siedlungsverbindung Chäppeliallmend sowie eine dritte Überdachung im Gebiet Grosshof (Grosshofbrücken), welche als Teil des Gesamtsystems «Bypass» geplant ist. Heute fahren täglich rund 70'000 Fahrzeuge über diesen Autobahnabschnitt.
Die Gesamtkosten der Überdachungen belaufen sich auf knapp 187 Millionen Franken. Die Finanzierung verteilt sich laut vorliegender Unterlagen wie folgt: Das Bundesamt für Strassen (Astra) will den maximal möglichen Beitrag leisten und übernimmt 60 Prozent. Der Kanton Luzern beteiligt sich mit 26 Prozent bzw. 48,5 Millionen Franken. Die Stadt Kriens würde mit 14 Prozent bzw. rund 26,12 Millionen Franken beitragen, wofür die Abstimmung nötig ist.
| Projektkosten (Total) | Bund (Astra) | Kanton Luzern | Stadt Kriens |
|---|---|---|---|
| ~187 Mio. Fr. | 60 % | 26 % (~48,5 Mio. Fr.) | 14 % (~26,12 Mio. Fr.) |
Erwartete Auswirkungen für Kriens
- Aufhebung der trennenden Wirkung der A2 zwischen Quartieren durch neue Fussgänger- und Veloverbindungen.
- Schaffung von Dachflächen mit Grünzonen und Begegnungsräumen.
- Langfristige städtebauliche Entwicklungen und Chancen für Verdichtung und neue Quartiervernetzungen.
In der städtischen Debatte steht die langfristige Entwicklung Krisens im Mittelpunkt. Im Vorfeld der Abstimmung zeigen sich breite Unterstützung und parteiübergreifende Zustimmung: Alle Parteien in Kriens sprechen sich für ein Ja zur Vorlage aus, und der Einwohnerrat hat die Beteiligung einstimmig befürwortet. Eine organisierte Gegnerschaft ist bislang nicht in Erscheinung getreten.
Die Diskussion zu den Überdachungen sei für einmal nicht entlang der klassischen Parteigrenzen.
Für die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Kriens bedeutet ein Ja, dass die Stadt einen relativ grossen Beitrag an ein weitreichendes Infrastruktur- und Raumordnungsprojekt leistet. Die Befürworter betonen die Chancen für die Lebensqualität im Talboden, die Verbesserung der innerstädtischen Verbindungen sowie die neuen öffentlichen Räume auf den Dächern. Kritische Fragen, so wurde in der Debatte ebenfalls thematisiert, betreffen die Kostenwirkung auf das städtische Budget sowie die langfristige Wartung und Nutzung der Dachflächen.
Unabhängig vom Ergebnis der Abstimmung ist klar: Das Projekt zielt auf eine Veränderung der räumlichen Struktur in Kriens ab. Sollten die Stimmberechtigten zustimmen, folgen nun weitere städtebauliche Planungen und Umsetzungsphasen in Zusammenarbeit mit Kanton und Bund. Bei einer Ablehnung würde das Projekt in der geplanten Form vermutlich nicht realisiert, was die heutigen räumlichen Barrieren entlang der A2 bestehen lassen würde.
Die Abstimmung findet am 27. September statt. Bis dahin laufen Informationsangebote und politische Diskussionen weiter, um die Bevölkerung über Wirkung, Kosten und Zeitplan der geplanten Überdachungen zu orientieren.