Kriens-Luzern hat sein Debüt in der Handball Champions League mit einer knappen 29:30-Niederlage bei Industria Kielce beendet. Die Innerschweizer hielten im polnischen Hexenkessel lange mit und verpassten nur knapp einen Punktgewinn beim Champions-League-Sieger von 2016.
Starker Auftritt in schwerer Umgebung
Als klarer Aussenseiter reiste der Schweizer Meister nach Kielce, dennoch zeigte das Team von Trainer Andy Schmid über die gesamte Spielzeit eine kompakte Leistung. Die Gastgeber konnten sich nie deutlich absetzen; Kriens-Luzern kam achtmal bis auf ein Tor heran. Erst in den Schlussminuten entschieden kleinere Fehler und die Erfahrung der Polen über den Ausgang.
Beste Torschützen für die Luzerner waren Spielmacher Jonas Schelker mit sieben Treffern und Kreisläufer Marin Sipic mit acht Toren. Beide waren massgeblich daran beteiligt, dass Kriens-Luzern bis zum Ende um den Punktgewinn kämpfte.
| Heimmannschaft | Gästemannschaft | Endstand |
|---|---|---|
| Industria Kielce | Kriens-Luzern | 30:29 |
| Topscorer Kielce | Topscorer Kriens-Luzern | |
| Aleks Vlah (8) | Marin Sipic (8), Jonas Schelker (7) |
Spielverlauf und Schlüsselmomente
Kriens-Luzern begann mutig: Bereits nach 80 Sekunden traf Jonas Schelker zur frühen Führung. In der ersten Halbzeit kämpfte sich das Team zurück und glich mehrmals aus; in der 18. Minute stand es gar 10:10, nachdem die Luzerner einen Drei-Tore-Rückstand aufgeholt hatten. Kurz vor der Pause gelang Kielce erstmals ein Vier-Tore-Vorsprung, doch die Innerschweizer zeigten auch in Halbzeit zwei Charakter.
Die Partie blieb eng: Achtmal kam Kriens-Luzern auf ein Tor heran, doch zum Ausgleich reichte es nie mehr. Entscheidend waren in den Schlusminuten Ballverluste und die Kaltschnäuzigkeit der Polen in den Abschlüssen. Damit bleiben die ersten zwei Punkte der Gruppe in Polen.
Erste Bilanz für Andy Schmid als Klubtrainer
Für Andy Schmid bedeutet die Partie die erste Niederlage als Klubtrainer auf dieser Ebene. Trotzdem bietet der Auftritt Anlass zur Zuversicht: Die Mannschaft präsentierte sich taktisch diszipliniert, defensiv organisiert und zeigte in der Offensive kreative Lösungen, vornehmlich durch Schelker als Spielmacher und Sipic als Zielspieler am Kreis.
- Debüt in der Champions League: Erster Champions-League-Auftritt eines Schweizer Vertreters seit sieben Jahren.
- Perspektive: Kriens-Luzern zeigte, dass es in dieser Gruppe mithalten kann, wenn die Konzentration über 60 Minuten hoch bleibt.
- Konsequenz: In den nächsten Partien wird die Fehlerquote entscheidend sein, um Punkte zu sammeln.
Blick auf das weitere Programm
Die nächste Pflichtaufgabe wird nicht einfacher: Bereits am 17. September gastiert der deutsche Meister SC Magdeburg in der Pilatus Arena in Kriens. Die Luzerner Fans dürfen gespannt sein — zuhause werden Erfahrung, Routine und die Unterstützung der Zuschauer wichtig sein, um in der Gruppe Boden gutzumachen.
Aus sportlicher Sicht lässt sich festhalten, dass Kriens-Luzern trotz der knappen Niederlage viele positive Signale ausgesandt hat. Die Mannschaft ist in der Lage, gegen renommierte Gegner Akzente zu setzen. Entscheidend wird sein, ob sie diese Form konservieren und in den Heimspielen in Punkte ummünzen kann.
Für die Anhänger aus der Zentralschweiz war der Auftritt in Kielce ein erster Gradmesser: Die Mannschaft hat Qualität und Mut — nun gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Resultate zu verwandeln. Die Pilatus Arena dürfte am 17. September gut gefüllt sein, wenn mit Magdeburg ein weiterer internationaler Schwergewichtler seine Visite ankündigt.
Insgesamt bleibt die Botschaft: Trotz der Niederlage spricht vieles dafür, dass Kriens-Luzern in dieser Champions-League-Saison nicht nur Statist sein wird. Die Vorzeichen sind positiv, die Herausforderung gross.