Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen verlangt konkrete Massnahmen, damit Schulen besser auf wiederkehrende Hitzewellen vorbereitet sind. Eine «Hitzeschutz-Ampel» soll demnach aufzeigen, welche Räume sofort klimatisiert werden müssen und wo Handlungsbedarf weniger dringend ist.
Ampel soll schnellen Handlungsbedarf sichtbar machen
Nach Ansicht von GEW-Landeschef Stefan Störmer leiden immer mehr Lehrpersonen und Lernende unter den Auswirkungen der Klimakrise in ungeeigneten Klassenzimmern. «Immer mehr Hitzefrei ist keine Lösung», sagte Störmer und forderte eine landesweite Übersicht darüber, welche Räume bereits über Kühlung verfügen und bei welchen Standorten dringender Handlungsbedarf besteht. Ziel sei ein Gebäudekataster, das das Land in Zusammenarbeit mit den Gemeinden erstellt.
«Eine 'Hitzeschutz-Ampel' würde zur Einordnung helfen. Bei Rot muss umgehend klimatisiert werden, bei Gelb ist es nachrangig und bei Grün nicht notwendig.»
Die GEW betont, dass besonders finanzschwache Gemeinden Unterstützung brauchen, um erforderliche Klimaschutzmassnahmen umzusetzen. Ohne gezielte Hilfe drohe eine Ungleichheit bei den Lernbedingungen zwischen wohlhabenderen und ärmeren Gemeinden.
Zusätzliche Forderung: Offenlegung von Personalbedarf
Parallel zum Gebäudekataster fordert die Gewerkschaft Transparenz bei den Personalressourcen an Schulen. Die GEW verlangt, dass die Landesregierung offenlegt, wie gross der tatsächliche Bedarf an Lehr- und Betreuungspersonen ist. Nur so lasse sich planen und ressortübergreifend gegensteuern.
Als Bezugsgrösse nannte das Kultusministerium, dass zum Schuljahresbeginn mehr als 2'000 Stellen ausgeschrieben worden seien. Bis Anfang Juli seien davon rund 75 Prozent besetzt worden. Die GEW erkennt an, dass die Personalbestände in den letzten Jahren gestiegen seien, hält aber eine transparente Darstellung der verbleibenden Lücken für notwendig.
| Indikator | Angabe |
|---|---|
| Ausgeschriebene Stellen | mehr als 2'000 |
| Bis Anfang Juli besetzt | ca. 75 % |
Arbeitszeiterfassung und digitale Instrumente
Die GEW kritisiert zudem, dass das Land seiner Pflicht zur vollständigen Arbeitszeiterfassung in den Schulen nicht vollständig nachkomme. Ministerium und Gewerkschaft streiten demnach über Sonderregelungen für den Schulbereich. Um Lehrpersonen eigene Daten zur Arbeitszeit zu ermöglichen, kündigte die GEW an, ihren Mitgliedern nach den Herbstferien eine App zur Erfassung der Arbeitszeit anzubieten.
Die Forderungen der Gewerkschaft verbinden kurzfristig umsetzbare Vorschläge mit strukturellen Ansprüchen: Ein Gebäudekataster mit klaren Prioritätsstufen könnte schnelle Eingriffe in besonders betroffene Räume ermöglichen, während transparente Personalzahlen die Grundlage für langfristige Personalpolitik und finanzielle Planung bilden würden.
- Hauptforderung: Einrichtung einer «Hitzeschutz-Ampel» für Schulräume.
- Finanzielle Forderung: Unterstützung für finanzschwache Gemeinden bei Klimaanpassungen.
- Transparenz: Offenlegung des tatsächlichen Personalbedarfs an Schulen.
Nun liegt der Ball bei der rot-grünen Landesregierung in Hannover. Entscheidend wird sein, ob das Land genügend Ressourcen und einen klaren Zeitplan für ein Gebäudekataster sowie für unterstützende Massnahmen bereitstellt. Ohne zusätzliche Mittel könnte die Umsetzung in ärmeren Gemeinden jedoch verzögert oder unvollständig bleiben, wodurch bestehende Ungleichheiten im Bildungswesen verstärkt würden.