Die ETH Zürich ist im aktuellen «Academic Ranking of World Universities» (ARWU), auch bekannt als Shanghai-Ranking, in die Top 20 zurückgekehrt. Mit dem globalen Rang 19 behauptet die ETH ihre Rolle als wichtigster Forschungsträger der Schweiz und verbessert sich gegenüber dem Vorjahr (Rang 22). Das geht aus der jüngsten Veröffentlichung des Shanghai Ranking Consultancy hervor, die jährlich über 2'500 Hochschulen weltweit bewertet.
Worauf das Ranking basiert
Das ARWU stützt seine Einstufungen auf sechs zentrale Kriterien. Bewertet werden unter anderem die Forschungsleistung, die Anzahl hochzitierter Forschender in den jeweiligen Fachgebieten, die Zahl von Publikationen in renommierten Journals sowie Auszeichnungen wie Nobelpreise oder Fields-Medaillen. Die ETH Zürich punktet laut Auswertung vor allem in der Forschungsproduktion und bei hochzitierten Wissenschaftlern, weniger bei Auszeichnungen ehemaliger Studierender.
Für die ETH bedeutet Platz 19 eine Bestätigung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit, gleichzeitig zeigt die Analyse auch strukturelle Aspekte: Kleine, forschungsstarke Institutionen können in einzelnen Indikatoren sehr gut abschneiden, während die Anzahl ganz grosser Preise weniger stark ausfällt.
Weitere Schweizer Hochschulen in den Top 100
Neben der ETH schaffen es mehrere Schweizer Hochschulen unter die besten 100 weltweit. Die Rangliste der besten Schweizer Institutionen lautet (global):
| Rang (global) | Institution |
|---|---|
| 19 | ETH Zürich |
| 43 | EPF Lausanne (EPFL) |
| 55 | Universität Genf |
| 65 | Universität Zürich |
| 91 | Universität Basel |
| 151–200 | Universität Bern, Universität Lausanne |
| 601–700 | Università della Svizzera italiana (Lugano) |
| 901–1000 | Universität Freiburg |
Ausser der Universität Zürich, die einen Rang verlor, verbesserten sich die genannten Hochschulen gegenüber dem Vorjahr.
Was das für den Kanton Zürich bedeutet
Für den Kanton Zürich und die Stadt ist die Position der ETH nicht nur Prestige: Gute Rankings stärken die internationale Sichtbarkeit, erleichtern Rekrutierung von Spitzenkräften aus dem In- und Ausland und haben direkte Effekte auf Drittmittel und Kooperationen mit Industriepartnern. Die Universität Zürich als zweitgrösste Hochschule im Kanton liegt auf Rang 65, was ihre solide Rolle in Forschung und Lehre widerspiegelt, trotz eines leichten Rückgangs.
- Standortwettbewerb: Hohe Rankings fördern Investitionen, Spin-offs und internationale Partnerschaften.
- Personalgewinnung: Spitzenränge helfen bei der Anwerbung internationaler Forschender und Doktorierenden.
- Forschungsförderung: Sichtbarkeit wirkt sich positiv auf Drittmittel und Fördergesuche aus.
Gleichzeitig zeigen Rankings wie ARWU ihre Grenzen: Sie gewichten naturwissenschaftliche Forschung und Zitation stark, gesellschafts- oder kulturwissenschaftliche Leistungen spielen eine geringere Rolle. Hochschulen mit breiter Lehr- und Forschungsaufgabe können deshalb anders beurteilt werden als spezialisierte Forschungseinrichtungen.
Internationale Spitze weiterhin von den USA dominiert
Wie in früheren Jahren dominieren US-amerikanische Universitäten die Spitzenplätze. An der Spitze rangiert die Harvard University, gefolgt von weiteren etablierten US-Institutionen. Die Schweiz bleibt im internationalen Vergleich aber gut positioniert, vor allem gemessen an der Grösse des Landes und der Universitätslandschaft.
Für Studierende und Forschende in Zürich bleibt die Message klar: Die ETH bietet exzellente Forschungsbedingungen und internationale Sichtbarkeit. Für die Kantons- und Bundespolitik liefert das Ranking Argumente, um wissenschaftliche Infrastruktur und internationale Vernetzung weiter zu stärken.
Die jüngste ARWU-Ausgabe belegt insgesamt, dass Schweizer Hochschulen – trotz begrenzter Grösse – in der globalen Forschungsszene konkurrenzfähig bleiben und in mehreren Fällen sogar Boden gutmachen konnten.