Das Cinema Bubenberg an der Laupenstrasse in Bern steht vor einem umfassenden Umbau: Die Betreiberin Quinnie Cinemas und die Bubenberghaus AG planen, das bisherige Ein-Saal-Kino zu einem multifunktionalen Kultur- und Eventstandort umzubauen. Für die Massnahme ist ein Aufwand im einstelligen Millionenbereich vorgesehen. Das Haus soll ab Frühling geschlossen werden; die Wiedereröffnung ist für Herbst 2028 geplant.
Vom Ein-Saal-Kino zum Veranstaltungsort
Geplant ist, den heutigen Saal mit 348 Plätzen zu verkleinern und unterhalb des bestehenden Saals einen zweiten Kinoraum zu schaffen. Die neue Raumaufteilung sieht zudem eine Café-Bar mit Galerie im Bereich des heutigen Foyers vor, die auch tagsüber offen sein soll. Die bisherige Bar im Untergeschoss entfällt.
Gemäss dem vorliegenden Betriebskonzept soll das umgebaute Haus nicht nur Filmvorführungen zeigen, sondern auch Raum für Aperos, Vereinsversammlungen, Kleinkunst und Firmenanlässe bieten. Damit streben Betreiberin und Eigentümerin an, die Nutzbarkeit des historischen Kinos deutlich zu erweitern.
Ein Bekenntnis zur Kinotradition
„Die Kinoleinwand bleibt das Herz des Bubenbergs“, sagte Quinnie-CEO Edna Epelbaum.
Mit dem Umbau betonen die Verantwortlichen ihr Bekenntnis zum Standort und zur Kinotradition, wollen das Haus aber zugleich besser auf veränderte Nutzungs- und Erlösmodelle ausrichten. Liegenschaftsverwalter Christoph Ottrubay beschrieb das Gebäude gegenüber den Medien als in Teilen «komplett auszuhöhlen», was auf einen aufwendigen, technisch anspruchsvollen Eingriff hindeutet.
Kontext und Auswirkungen
Die Massnahme ist auch eine Reaktion auf strukturelle Veränderungen in der Berner Kinolandschaft: Der geplante Umbau hält unter anderem damit Schritt, dass das Kino Camera an der Seilerstrasse, ebenfalls Teil des Quinnie-Netzwerks, 2028 wegen einer Sanierung schliessen wird. Der neue zweite Saal im Bubenberg soll dieses Angebot indirekt ersetzen.
Die Kombination aus Filmbetrieb, Lounge-Bereich und Veranstaltungsflächen entspricht einer Entwicklung, die viele Betreiber verfolgen, um neben Ticketverkäufen weitere Einnahmequellen zu generieren. Für die Stadt Bern bedeutet dies, dass ein historisches Kino erhalten bleibt, jedoch in neuer, breiter nutzbarer Form.
- Standort: Cinema Bubenberg, Laupenstrasse, Bern
- Träger: Quinnie Cinemas und Bubenberghaus AG
- Kostenrahmen: Aufwand im einstelligen Millionenbereich
- Schliessung: Ab Frühling (Jahr der Publikation)
- Wiedereröffnung: Geplant für Herbst 2028
| Bestand | Nach Umbau |
|---|---|
| Ein Saal (348 Plätze) | Zwei Kinosäle (verkleinerter Hauptraum + neuer Untergeschoss-Saal) |
| Bar im Untergeschoss | Café-Bar mit Galerie im Foyer (tagsüber geöffnet) |
Die Betreiberin beschreibt das Projekt als einen Versuch, die Tradition des Hauses zu bewahren und gleichzeitig neue, wirtschaftlich tragfähige Nutzungspfade zu erschliessen. Für die Berner Kultur- und Kinogemeinschaft stellt sich nun die Frage, wie das vergrösserte Angebot von Publikum und Veranstaltern angenommen wird und wie sich die Neuausrichtung auf Programm und Preise auswirkt.
Der konkrete Baugesuchprozess lief bereits an, die Planungen wurden in einem Betriebskonzept zusammengefasst, das dem Lokalmedium vorlag. Nähere Details etwa zu genauen Kosten, zur Raumaufteilung in Quadratmetern oder zu spezifischen Betreibervereinbarungen wurden nicht veröffentlicht.
Mit dem Vorhaben bleibt die Debatte um den Erhalt kultureller Infrastruktur in innerstädtischen Lagen aktuell: Der Umbau des Bubenbergs ist ein Beispiel dafür, wie Traditionsstandorte auf veränderte Nachfrage reagieren und dabei versuchen, kulturelle Werte mit betriebswirtschaftlichen Erfordernissen zu verbinden.