Die Bürgi-Willert-Stiftung hat in Bern zwei Preisträger bekanntgegeben: Der Kulturorganisator Baldy Minder und die Organisation Alzheimer Bern erhalten je 30'000 Franken. Die Stiftung würdigt damit zwei unterschiedliche, aber gleichermassen bedeutende Formen gesellschaftlichen Engagements in der Stadt Bern.
Preis als Anerkennung für Kultur- und Sozialarbeit
Der Preis wird «zu gleichen Teilen vergeben», teilte die Stiftung mit. Baldy Minder wird für sein langjähriges Wirken im Berner Kultur- und Nachtleben sowie seine Verdienste um die HipHop-Szene ausgezeichnet. Minder prägte seit den 1990er-Jahren die lokale Szene, unter anderem als Teil des Kollektivs Wurzel 5. Er hat Festivals initiiert und wirkt aktuell am Aufbau des Kulturhauses Sous Soul mit.
Alzheimer Bern erhält die Auszeichnung für die Unterstützung, Begleitung und Weiterbildung von Menschen mit Demenz, deren Angehörigen sowie Fachpersonen. Der 1989 gegründete Verein betreut kantonsweit rund 1'400 Mitglieder und betreibt mehrere Beratungsstellen. Die Stiftung betont damit die Bedeutung von Infrastruktur und fachlicher Begleitung angesichts der demografischen Herausforderungen.
«Der Preis werde zu gleichen Teilen vergeben», teilte die Bürgi-Willert-Stiftung mit.
Kontext und Bedeutung
Der Bürgi-Willert-Preis zeichnet jährlich Persönlichkeiten oder Institutionen aus, die sich in Bern in kulturellen oder sozialen Bereichen verdient gemacht haben. Die Stiftung geht auf den 1976 gegründeten Berner Architekten Edgar Bürgi zurück. Die Vergabe an einen Kulturakteur und eine soziale Institution zeigt die Bandbreite dessen, was die Stiftung als stiftungswürdiges Engagement versteht: sowohl die belebende Wirkung von Kultur auf das städtische Leben als auch die stille, aber unverzichtbare Arbeit in der Sozial- und Pflegelandschaft.
Für die Stadt Bern hat die Entscheidung mehrere Bedeutungsaspekte: Einerseits wird die lokale Szene des HipHop und der Clubkultur sichtbar gemacht, die in den vergangenen Jahrzehnten ihre Infrastruktur und Netzwerke eigenständig aufgebaut hat. Andererseits erhält eine spezialisierte Beratungsorganisation Anerkennung, deren Arbeit direkt die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen beeinflusst.
Organisation und Preisvergabe
Die Preisverleihung ist für den 24. August in Bern angesetzt. Die Stiftung vergibt den Preis jeweils an Personen oder Institutionen, die sich in der Stadt Bern hervorgetan haben. Die dotierte Auszeichnung soll nicht nur ehren, sondern die Arbeit der Preisträgerinnen und Preisträger auch materiell unterstützen.
- Preisträger: Baldy Minder; Alzheimer Bern
- Preisgeld: je 30'000 Franken
- Verleihung: 24. August, Bern
| Preisträger | Bereich | Betrag |
|---|---|---|
| Baldy Minder | Kultur, HipHop, Nachtleben | 30'000 Fr. |
| Alzheimer Bern | Soziales, Demenzberatung | 30'000 Fr. |
Die Entscheidung der Bürgi-Willert-Stiftung setzt ein Zeichen: Kultur und Soziales sind in der Stadtgesellschaft komplementär. Während Kultur Räume schafft, in denen Gemeinschaft, Kreativität und Identität verhandelt werden, liefert soziale Arbeit Grundlagen für Teilhabe und Würde im Alltag—zwei Seiten desselben kommunalen Engagements.
Die Anerkennung für Baldy Minder rückt die longue durée der lokalen Kulturarbeit ins Rampenlicht: Was heute als etabliertes Kulturhaus oder Festival erscheint, ist oft das Resultat jahrzehntelanger Vernetzungsarbeit. Die Ehrung von Alzheimer Bern verweist zugleich auf die wachsende Relevanz von Demenzangeboten in urbanen Räumen und auf die Notwendigkeit, Fachstellen zu stärken.
Die Preisverleihung am 24. August wird zeigen, wie Stiftung, Preisträger und Öffentlichkeit dieses Nebeneinander von Feierkultur und Fürsorge interpretieren und feiern.