Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham hat die Österreicherin Christania Williams das erhoffte Finale über 100 m verpasst. Die 31‑Jährige kam im Halbfinale in 11,21 Sekunden nicht weiter und belegte damit Platz elf in der Zwischenwertung der Sprinterinnen.
Erwartungen und Enttäuschung
Williams, die heuer mit 11,06 Sekunden einen österreichischen Saisonbestwert erzielte und eine persönliche Bestleistung von 10,96 Sekunden besitzt, zeigte sich nach dem Rennen enttäuscht:
„Mein Körper hat sich angefühlt, als ob ich eine Zehnerzeit laufen könnte, aber leider habe ich das nicht geschafft. Ich bin wirklich enttäuscht.“
Die gebürtige Jamaikanerin erklärte, sie wisse nicht genau, „was heute passiert ist“, betonte aber, dass Rückschläge zum Sport gehörten.
Hürdensprinterinnen im Aufwind
Besser lief es für die österreichischen 400‑m‑Hürdenläuferinnen. Lena Pressler und Anja Dlauhy erreichten das Semifinale: Pressler stellte sich in den Vorläufen mit 54,97 Sekunden als schnellste Athletin außerhalb der Vorqualifizierten vor und zeigte sich zufrieden.
„Mir ist alles ganz gut aufgegangen, es war eine richtig starke Zeit. Es war schon ein voller Lauf, ich habe 100 Prozent gegeben. Heute gut erholen und morgen noch einmal voll angreifen.“
Dlauhy beendete ihren Vorlauf in 55,42 Sekunden auf Platz drei und sprach nach dem Rennen von einem „soliden und sehr kontrollierten“ Auftritt trotz Gegenwind auf der Gegengeraden.
Knappes Scheitern und Perspektiven
Nur knapp am Semifinale scheiterte Magdalena Lindner. Die Niederösterreicherin wurde in den Vorläufen 14. mit 11,32 Sekunden — eine Hundertstel fehlte ihr auf den Einzug. Lindner zeigte sich dennoch zufrieden: „Ich bin in meinem Leben erst zweimal schneller gelaufen. Schade, dass es um eine Hundertstel zu wenig war. Der Lauf war trotzdem gut, ich muss zufrieden sein.“
Isabel Posch belegte in den Vorläufen den 19. Rang mit 11,48 Sekunden und bezeichnete ihren Auftritt als „recht enttäuschend“.
- Christania Williams: 11,21 Sek. — Halbfinalaus, Platz 11
- Lena Pressler: 54,97 Sek. — Einzug ins Semifinale (400 m Hürden)
- Anja Dlauhy: 55,42 Sek. — Einzug ins Semifinale (400 m Hürden)
- Magdalena Lindner: 11,32 Sek. — 14. Platz, um 0,01 Sek. am Semifinale gescheitert
- Isabel Posch: 11,48 Sek. — 19. Platz
| Athletin | Disziplin | Leistung | Resultat |
|---|---|---|---|
| Christania Williams | 100 m | 11,21 Sek. | Halbfinalaus (11.) |
| Lena Pressler | 400 m Hürden | 54,97 Sek. | Semifinale |
| Anja Dlauhy | 400 m Hürden | 55,42 Sek. | Semifinale |
| Magdalena Lindner | 100 m | 11,32 Sek. | 14. (verpasst um 0,01) |
| Isabel Posch | 100 m | 11,48 Sek. | 19. |
Einordnung
Für Williams endet das Sprint-Wochenende in Birmingham ernüchternd, zumal sie heuer mit 11,06 Sekunden bereits gezeigt hatte, dass Finalzeiten in Reichweite sind. Positiv stimmt die Entwicklung im 400‑m‑Hürdensprint: Pressler und Dlauhy haben mit ihren Leistungen gezeigt, dass sie in den bevorstehenden Semifinals konkurrenzfähig sein können.
Besonders bitter verlief der Vorlauf für Lindner, die um eine Hundertstel das Semifinale verfehlte — ein Hinweis darauf, wie eng Spitzensport auf diesem Niveau ist. Für die österreichischen Sprinterinnen und Hürdenläuferinnen bleibt nun wenig Zeit zur Regeneration und Feinjustierung vor den nächsten Entscheidungen.
Aus heimischer Perspektive bieten die kommenden Semifinals über 400 m Hürden die beste Chance auf weitere internationale Schlagzeilen; die ÖLV-Delegation wird nun versuchen, die Form von Pressler und Dlauhy in die Finalrunden zu bringen.