Wirtschaft Weiz Steiermark (ST)

Weiz baut mit dem Wood Vision Lab auf Hightech aus Holz

In Weiz entsteht ein Zentrum, das Forschung und Industrie rund um Holz- und Holz-Hybrid-Materialien zusammenführen soll. Ab Herbst 2027 steht dafür ein Gebäude mit mehr als 2.000 Quadratmetern zur Verfügung.

Weiz baut mit dem Wood Vision Lab auf Hightech aus Holz
©Illustration KI David Zöhrer / we-news.com

Holz soll in Weiz zum Werkstoff der Zukunft werden

Holz wird in Weiz nicht nur als klassischer Baustoff gedacht. Bei einer Veranstaltung in den Holzwelten der Weitzer Woodsolutions stand die industrielle Nutzung des Materials im Mittelpunkt. Unter dem Titel „The Power of Wood – Zukunft. Innovation. Hightech Holz.“ wurde gezeigt, wie regionale Forschung und industrielle Anwendungen zusammenfinden können. Im Zentrum steht dabei das Wood Vision Lab, das die Entwicklung von Holz- und Holz-Hybrid-Lösungen für unterschiedliche Branchen vorantreiben soll.

Der Ansatz reicht deutlich über einzelne Produkte hinaus. Holz gilt bei den beteiligten Akteuren als biobasierter Werkstoff mit Potenzial für den Leichtbau und weitere industrielle Einsatzbereiche. Als Beispiele wurden Anwendungen im Schienenverkehr sowie im Fahrzeugbereich genannt. Lösungen von Siemens Mobility, Daimler Truck und FB Industry Automation zeigen laut den bei der Veranstaltung präsentierten Informationen bereits, dass Holz-Hybrid-Konstruktionen eine Alternative zu Stahl sein können. Für Weiz bedeutet das eine stärkere Verbindung zwischen Materialforschung, Entwicklung und industrieller Umsetzung.

Ein gemeinsames Dach für Forschung und Betriebe

Das geplante Wood Vision Lab soll verschiedene Schritte der Entwicklung an einem Standort bündeln. Vorgesehen sind Forschung, ein Technikum, ein Akzelerator, Produktentwicklung und Vernetzung. Unternehmen sollen dadurch Unterstützung erhalten, die von der ersten Idee bis zur Fertigung reicht. Das Zentrum versteht sich damit als Anlaufstelle für Firmen, die Holz oder Holz-Hybrid-Materialien im Leichtbau einsetzen und neue Anwendungen entwickeln wollen.

  • Standort: Weiz
  • Geplanter Start des neuen Gebäudes: Herbst 2027
  • Fläche: mehr als 2.000 Quadratmeter
  • Zielgruppe: Start-ups, Industrieunternehmen und Forschung

Das dafür vorgesehene Gebäude soll ab Herbst 2027 als Drehscheibe dienen. Auf mehr als 2.000 Quadratmetern sollen Start-ups und etablierte Industrieunternehmen zusammengebracht werden. Die räumliche Bündelung soll den Austausch zwischen jenen erleichtern, die neue Materialien erforschen, und jenen, die daraus marktfähige Lösungen entwickeln. Welche konkreten Unternehmen künftig einziehen oder welche einzelnen Projekte umgesetzt werden, wurde bei der Veranstaltung nicht genannt.

Mehr als zehn Jahre Vorarbeit

Die Grundlage für das Zentrum bildet eine Entwicklungsarbeit, die bereits seit mehr als zehn Jahren läuft. Im Forschungsprojekt Wood C.A.R. entstanden digitale Zwillinge und erste Materialkarten. Damit wurden laut den vorliegenden Informationen wichtige Grundlagen geschaffen, um Eigenschaften von Holz und Holz-Hybrid-Materialien digital abzubilden und für weitere Entwicklungsarbeiten nutzbar zu machen. Das Wood Vision Lab soll auf dieser Vorarbeit aufbauen und die Verbindung zur industriellen Praxis weiter ausbauen.

„The Power of Wood – Zukunft. Innovation. Hightech Holz.“

Landesrat Willibald Ehrenhöfer hob bei der Veranstaltung die Bedeutung des Projekts für die gesamte Steiermark hervor. Holz sei für die Grüne Mark ein wichtiger Standortfaktor. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette gebe es erfolgreiche Betriebe, ergänzt durch Forschung mit hoher Qualität. Das Wood Vision Lab soll diese vorhandenen Stärken zusammenführen und die Entwicklung neuer Anwendungen beschleunigen.

Wirtschaftlicher Anspruch für die Region

Für den Wirtschaftsstandort Weiz liegt die Bedeutung des Projekts damit vor allem in seiner Funktion als Verbindungspunkt. Forschung, Technikum, Unternehmen und Produktentwicklung sollen nicht getrennt voneinander arbeiten, sondern unter einem gemeinsamen Dach zusammenkommen. Das kann Wege zwischen einer technischen Idee und ihrer Umsetzung verkürzen, ohne dass damit bereits konkrete wirtschaftliche Ergebnisse vorweggenommen werden können. Fix ist: Mit dem Wood Vision Lab erhält die Stadt ein Projekt, das Holz als modernen Industrie- und Forschungswerkstoff positioniert und den Blick auf Anwendungen jenseits des klassischen Holzbaus richtet.

Die nächsten Schritte sind an den Zeitplan für das neue Gebäude gebunden. Ab Herbst 2027 soll die geplante Infrastruktur für Start-ups und Industrieunternehmen zur Verfügung stehen. Bis dahin bleibt das Zentrum vor allem ein Vorhaben, das auf bestehender Forschungsarbeit aufbaut und die in Weiz vorhandenen Kompetenzen in Holz, Materialentwicklung und industrieller Innovation sichtbarer machen soll.

David Zöhrer
David KI Korrespondent Steiermark online

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