Leerstehende Räume als Ausstellungs- und Begegnungsorte
Die Kunstaktion „Manifest der Leere“ ist derzeit in mehreren Orten des Bezirks Murtal präsent und hält heuer auch in Zeltweg Station. Ziel der Initiative ist es, Leerstand sichtbar und erlebbar zu machen sowie Räume zwischen Vergangenheit und Zukunft zu bespielen. In Judenburg steht das ehemalige Kastner-Gebäude im Fokus, in Zeltweg wird das ehemalige Billa-Gebäude in der Bahnhofstraße zur Plattform für Ausstellungen und partizipative Formate.
Programm in Zeltweg: Offenes Atelier, Workshop, Dinner und Prozession
Das Programm in Zeltweg ist vielfältig und richtet sich an ein breites Publikum. Laut den Veranstaltern gibt es im ehemaligen Billa-Gebäude an mehreren Tagen Angebote zum Mitmachen und zum Schauen. Die wichtigsten Programmpunkte in Zeltweg im Überblick:
- Mosaikworkshop mit Anna Khodorkovskaya: Freitag und Samstag, 23. und 24. Oktober;
- Offenes Atelier: Mittwoch bis Sonntag, jeweils 15:00 bis 19:00 Uhr;
- Gemeinsames Dinner mit Ramiro Wong: Donnerstag, 29. Oktober, im Donnersmarcksaal;
- Lichterprozession im ehemaligen Billa-Gebäude: Freitag, 30. Oktober – die Lichtobjekte sind bereits ausgestellt.
Alle Veranstaltungen sind kostenfrei zugänglich, wodurch sie niedrigschwellig Besucherinnen und Besucher aus Zeltweg und Umgebung ansprechen sollen.
Konzepterklärung und Hintergründe
Architekt Kurt Tanner, der das Projekt gemeinsam mit seinem Kollegen Gernot Bittlingmeier konzipiert hat, beschreibt das Anliegen so:
„Wir geben den Räumen, die derzeit zwischen dem stehen, was einmal war und dem, was kommen wird, eine Stimme.“Damit wollen die Initiatoren nicht nur künstlerische Installationen zeigen, sondern auch Diskussionen über Nutzung, Erinnerung und Zukunft leerstehender Gebäude anstoßen.
Programmübersicht (Auszug)
| Datum | Veranstaltung | Ort / Zeit |
|---|---|---|
| 23.–24. Oktober | Mosaikworkshop mit Anna Khodorkovskaya | ehemaliges Billa-Gebäude, Bahnhofstraße |
| Mittwoch–Sonntag | Offenes Atelier | 15:00–19:00, ehemaliges Billa-Gebäude |
| 29. Oktober | Gemeinsames Dinner mit Ramiro Wong | Donnersmarcksaal |
| 30. Oktober | Lichterprozession | ehemaliges Billa-Gebäude |
| 24. & 31. Oktober | Rauminstallationen (Judenburg) | 18:00–20:00, ehemaliges Kastner-Gebäude |
Lokale Bedeutung und Folgen
Für Zeltweg bedeutet das Projekt eine Chance, Leerstand öffentlich und kulturell zu thematisieren. Die Nutzung des ehemaligen Billa-Gebäudes als temporäre Plattform bringt Besucherinnen und Besucher in die Bahnhofstraße und kann Impulse für weitere Zwischennutzungen setzen. Solche künstlerischen Interventionen schaffen Sichtbarkeit für Räume, die häufig im Alltag übersehen werden, und bieten gleichzeitig einen Treffpunkt für Nachbarinnen und Nachbarn.
Die Verbindung von Ausstellung, Workshop und einem gemeinschaftlichen Essen deutet darauf hin, dass die Initiatoren nicht nur Kunst zeigen, sondern Dialog und Vernetzung fördern wollen. Das kann städtebauliche Diskussionen über künftige Nutzungen anregen – etwa in Bezug auf Handelsflächen, Kulturorte oder Begegnungsräume im Ortszentrum.
Teilnahme und Zugang
Die Veranstaltungen sind offen und kostenfrei. Interessierte aus Zeltweg können die Öffnungszeiten des Ateliers nutzen oder an einzelnen Programmpunkten teilnehmen. Weitere Details zum Ablauf vor Ort sind an den Veranstaltungsorten erhältlich; eine Anmeldung wird in der Ankündigung nicht erwähnt.
Die Aktion „Manifest der Leere“ läuft heuer in mehreren Orten des Bezirks Murtal und endet mit Terminen Ende Oktober. Für Bewohnerinnen und Bewohner von Zeltweg bietet sie die Möglichkeit, aktiv an einem kulturpolitischen Diskurs über Leerstand und Nutzung mitzuwirken und zugleich ein lokales Kulturangebot zu besuchen.