In Schladming ist ein bereits umstrittener, farbig gestalteter Zebrastreifen erneut Ziel eines Vandalenakts geworden. In der Nacht auf Dienstag wurden auf dem Schutzweg gegenüber dem Rathauspark mit Neonfarbe mehrere stilisierte Penisse sowie der Hashtag „#nogay“ aufgesprüht. Die Schmierereien wurden am Vormittag entdeckt und sorgen in der Stadt für Empörung.
Hintergrund des Schutzweges
Der Zebrastreifen gehört zu drei bunten Schutzwegen rund um die Volksschule, die erst vor kurzem erneuert bzw. kreativ gestaltet wurden. Die farbige Gestaltung war ein Ergebnis eines Wunsches des Kindergemeinderates. Kinderbürgermeisterin Romy Knauß erklärte dazu: „Wir Kinder sehen die Welt ein bisschen bunter, das wollen wir auch zeigen. Und damit die, die nur mehr auf das Handy schauen, vielleicht auch die schöne Umgebung sehen.“ Die farbigen Schutzwege sollten neben ihrer optischen Auffälligkeit auch die Verkehrssicherheit erhöhen.
Reaktionen aus der Politik und Verwaltung
Bürgermeister Hermann Trinker bestätigte, dass der Vorfall wieder zur Anzeige gebracht werde und die Schmierereien entfernt würden. Er verwies in seiner Stellungnahme darauf, dass der betreffende Zebrastreifen wegen einiger Büsche am wenigsten einsichtig sei und deshalb offenbar öfter Ziele von Attacken werde. Trinker kritisierte zudem die Motivation hinter der Tat und verband sie mit einer problematischen Stimmung im öffentlichen Raum:
„Es ist schon bemerkenswert, was durch Internet- und Stammtischhetze bei manchen Kleingeistern bewegt wird. Es ist eine komplette Umdeutung eines Zebrastreifens, eine positive Geschichte wird grauenhaft ins Negative umgekehrt.“
Folgen und Maßnahmen
Die Stadtregierung hat umgehend reagiert: Der Vorfall wird zur Anzeige gebracht und die Schmierereien werden entfernt, wie es offiziell heißt. Konkrete zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen — etwa häufiger Kontrollen oder kameratechnische Maßnahmen — wurden noch nicht angekündigt. Aus dem Bürgermeisteramt heißt es jedoch, dass der Schutzweg in der Vergangenheit bereits mehrfach Ziel von Beschädigungen war, was die Diskussion um Sichtbarkeit und Schutz der Gestaltung neu entfacht.
- Tatzeit: Nacht auf Dienstag
- Ort: Zebrastreifen gegenüber Rathauspark, nahe Volksschule
- Tatbestand: Neonfarbige Schmierereien, stilisierte Penisse, Hashtag „#nogay“
- Reaktion: Anzeige erstattet, Übermalung/Entfernung geplant
Kontext und Bedeutung für Schladming
Die Auseinandersetzung um die bunten Zebrastreifen berührt in Schladming nicht nur Fragen der Verkehrssicherheit, sondern auch des kollektiven Klimas im Ort: Ein lokales Projekt des Kindergemeinderates zur Verschönerung und besseren Wahrnehmbarkeit von Schutzwegen wird hier zur Projektionsfläche für Intoleranz. Die Schmierereien mit explizit homophoben Inhalten heben die gesellschaftliche Dimension des Vorfalls hervor und haben in der Stadt deutliche Verärgerung ausgelöst.
Die Wiederholung solcher Vorfälle stellt die Verantwortlichen vor die Frage, wie bunte, niedrigschwellige Initiativen gegen Vandalismus und Hassbotschaften geschützt werden können, ohne die Zugänglichkeit und die Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu beschneiden. Bis zu konkreten weiteren Schutzmaßnahmen sind die Verantwortlichen in Schladming nun gefordert, sowohl die Tat zu verfolgen als auch Präventionsstrategien zu prüfen.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Vor einer Woche | Teilweise Übermalung eines der farbigen Zebrastreifen mit grauer Farbe |
| Nacht auf Dienstag | Neonfarbige Schmierereien mit obszönen Symbolen und „#nogay“ |
Die Stadtverwaltung kündigte an, die Schmierereien zu entfernen und den Vorfall zu melden. Für die Bevölkerung bleibt die Frage, wie lokale Initiativen, die von Kindern ausgehen und der Verkehrssicherheit dienen, besser geschützt und zugleich als Zeichen einer positiven Ortsentwicklung erhalten werden können.